Planungsfehler: Dicht stehende Offshore-Windparks nehmen sich gegenseitig den Wind

Die Planung für Windkraftanlagen in der Nordsee steht vor gravierenden Herausforderungen. Experten warnen, dass der zur Verfügung stehende Wind nicht ausreicht, wenn die Windräder zu dicht beieinander stehen. Dies gefährdet die Energiewende erheblich. Geplant ist der Bau zahlreicher neuer Windräder, um klimaneutrale Energie zu erzeugen. Doch ein aktueller Flächenentwicklungsplan zeigt, dass die Windräder zu eng positioniert sind und sich somit gegenseitig den Wind nehmen. Dies hat erhebliche Auswirkung auf die Kostenkalkulation der Betreiber und könnte die Strompreise noch weiter steigen lassen (berliner-zeitung: 11.06.24).


Offshore-Windparks in der Krise: Experten warnen vor teurer Energie durch Abschattungseffekte

Jörg Kubitza, Geschäftsführer des dänischen Windparkbetreibers Orsted in Deutschland, betont: „Je niedriger der Stromertrag pro Turbine, desto schwieriger wird es für den Betreiber, den Bau zu refinanzieren und eine Rendite zu erwirtschaften.“

Offshore-Windparks in der Krise: Experten warnen vor teurer Energie durch Abschattungseffekte - Windparks in der Nordsee stehen viel zu dicht
Offshore-Windparks in der Krise: Experten warnen vor teurer Energie durch Abschattungseffekte – Windparks in der Nordsee stehen viel zu dicht

Diese sogenannten Abschattungseffekte, bei denen Windkraftanlagen dem Wind Energie entziehen, sind problematisch. Sinkt die Windgeschwindigkeit, werden umliegende Windräder ebenfalls beeinträchtigt. Infolgedessen produziert jede Anlage weniger Strom, was zu höheren Stromkosten führt.

Nordsee-Offshore-Windparks: Europas ehrgeiziger Plan für 300 Gigawatt saubere Energie bis 2050

Die ambitionierten Pläne sehen vor, dass Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee bis 2050 mindestens 300 Gigawatt Strom erzeugen. Dies vereinbarten neun europäische Länder, darunter auch Deutschland, beim Nordsee-Gipfel im April letzten Jahres. Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete die Nordsee als „Energie-Powerhouse quasi vor der Haustür“. Die Bundesregierung plant, die Nordsee zum größten Energielieferanten Europas zu machen. Allerdings sind Anpassungen notwendig. Kubitza fordert im Handelsblatt eine bessere Abstimmung zwischen den Nordsee-Ländern, um zu verhindern, dass Windparks aus verschiedenen Ländern einander behindern.


Offshore-Windkraft: Fraunhofer warnt vor großen Unsicherheiten beim weiteren Ausbau

Die Unsicherheit bei den Energieerträgen der geplanten Offshore-Windanlagen ist hoch. Ein Gutachten des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWS) hebt hervor: „Bei der Modellierung von Energieerträgen von Windparks in bisher ungekannten Größen ist eine hohe Unsicherheit zu berücksichtigen.“ Diese Abschattungseffekte und deren Berechnung stellen eine erhebliche Herausforderung dar. Die zuständige Behörde für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) hat hierzu europaweit einmalige Gutachten in Auftrag gegeben, deren Erkenntnisse in den Flächenentwicklungsplan eingeflossen sind.

In den nächsten Wochen können Experten Stellungnahmen zu dem Plan bei der Behörde einreichen. Damit die ambitionierten Ziele erreicht werden, sind umfangreiche Koordination und wissenschaftliche Begleitung notwendig. Die geplante Energiewende erfordert präzise Planungen und internationale Zusammenarbeit, um die Herausforderungen der Offshore-Windkraft zu meistern.

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