Windenergie-Boom in der Nordsee: Neue Flächen, mehr Konflikte

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) plant, in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee zusätzliche Flächen bereitzustellen. Diese Flächen sollen in den 2030er-Jahren für den Bau von Windparks genutzt werden. Die deutsche AWZ erstreckt sich bis zu 200 Seemeilen (ungefähr 370 Kilometer) in die Nordsee hinein. Bisher war nur ein kleiner Teil dieser Fläche für Windparks vorgesehen (welt: 06.11.23).


Offshore-Windenergie: Deutschland plant gigantische Kapazitätserweiterung bis 2045

Die Bundesregierung drängt auf eine deutliche Steigerung der Offshore-Windenergiekapazität, insbesondere im deutschen Teil der Nordsee. Das Ziel bis 2030 ist, die Gesamtleistung von Offshore-Windenergieanlagen von 8,5 Gigawatt auf 30 Gigawatt zu steigern. Langfristig strebt man sogar an, bis 2045 eine Kapazität von 70 Gigawatt zu erreichen. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung dar.

Windenergie in der Nordsee: Konflikte und neue Planungen entfachen Debatte. Deutschland plant gigantische Kapazitätserweiterung
Windenergie in der Nordsee: Konflikte und neue Planungen entfachen Debatte. Deutschland plant gigantische Kapazitätserweiterung
Bild: Gruppe_1_Flug_2_435.jpg: Teta_pk / *derivative work: Dontworry, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

In der ersten Ausbauwelle der Offshore-Windenergie hat Deutschland 15 Jahre gebraucht, um die bisherige Kapazität zu erreichen. Jetzt sollen in nur sieben Jahren mehr als das Zweieinhalbfache dieser Leistung installiert und ans Landnetz angeschlossen werden. Das BSH mit Sitz in Hamburg ist die zentrale Planungsbehörde, die die politischen Vorgaben der Bundesregierung umsetzen muss.

Streit um Windenergie in der Nordsee: Konflikte und neue Planungen entfachen Debatte

Im Rahmen dieses Vorhabens hat das BSH eine öffentliche Anhörung zur Aktualisierung des Flächentwicklungsplans (FEP) durchgeführt. Bei dieser Anhörung haben verschiedene Verbände, Behörden, Bürgerinitiativen und die Offshore-Windindustrie ihre Standpunkte und Verbesserungsvorschläge eingebracht.

Die geplante Ausweitung der Windenergienutzung in der AWZ der Nordsee führt zu Konflikten mit Schifffahrt, Fischerei, Militär und Naturschutz. Ursprünglich überlegte das BSH, auf der Schifffahrtsroute SN10 einen „Mittelstreifen“ für Windparks zu planen. Doch aufgrund sicherheitsrelevanter Bedenken wurde diese Idee in Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Deutschlands und internationalen Schifffahrtsgremien verworfen.


Offshore-Windparks – Sicherheit und Logistik im Fokus

Stattdessen müssen nun neue Flächen für Offshore-Windkraft entlang mehrerer Schifffahrtsrouten in der deutschen AWZ geplant werden. Dies könnte dazu führen, dass Windturbinen näher beieinander stehen und sich durch sogenannte „Abschattungseffekte“ ihrer Rotoren gegenseitig beeinflussen.

Die größere Entfernung der Windpark-Flächen von der Küste stellt zudem logistische Herausforderungen dar. Rettungshubschrauber können besonders abgelegene Windparks nicht mehr innerhalb von 60 Minuten erreichen, was Bedenken in der Wirtschaft hervorruft.

Um die Sicherheit in diesen Gebieten zu gewährleisten, fordert Stefan Thimm, der Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie Offshore, eine rasche Klärung der Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und den Betreibern von Offshore-Windparks.

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