Experten warnen vor drastischem Anstieg der Strompreise und unsicherer Versorgung bis 2030

Laut Energi-Experten könnten die Strompreise in naher Zukunft stark ansteigen, möglicherweise auf 60 bis 80 Cent pro Kilowattstunde. Grund dafür ist die zunehmende Stromlücke, die in den nächsten Jahren immer größer wird. Obwohl die Strompreise zuletzt deutlich gesunken sind, stiegen sie zeitweise im letzten Dezember auf 55 Cent und höher. Energieexperten schätzen, dass ein weiterer Rückgang der Strompreise sehr unwahrscheinlich ist (Agrarheute: 10.06.23).


Experten warnen vor Stromlücke: Strompreise könnten bis 2030 auf 60–80 Cent pro kWh steigen

Die Energiewende der Bundesregierung wird voraussichtlich zu einem erheblichen Anstieg der Stromnachfrage führen. Dies liegt in erster Linie daran, dass der Bedarf an Wärmepumpen und Elektroautos stark zunehmen wird. Es wird wahrscheinlich schneller wachsen als das Angebot. Dieser schnell wachsende Strombedarf wird laut Jürgen Karl von der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen zum Engpass der Energiewende. Falls der Ausbau erneuerbarer Energien nicht schnell genug erfolgt, entsteht eine Stromlücke, warnt Karl.

Experten warnen vor Stromlücke: Strompreise könnten bis 2030 auf 60–80 Cent pro kWh steigen. Erneuerbare Energien reichen nicht aus
Experten warnen vor Stromlücke: Strompreise könnten bis 2030 auf 60–80 Cent pro kWh steigen. Erneuerbare Energien reichen nicht aus

Aus diesem Grund glaubt der Energieexperte, dass Gaskraftwerke auch in Zukunft häufiger Strom erzeugen müssen. Große Stromversorger haben bereits angekündigt, neue Gaskraftwerke zu bauen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Wenn die Gaspreise steigen, wird sich dies wiederum auf die Strompreise auswirken. Karl hält es daher für realistisch, dass der Strompreis bis 2030 zwischen 60 und 80 Cent pro Kilowattstunde liegen könnte.

Experte warnt vor unsicherer Stromversorgung bis 2030

Die Ursache für die wachsende Stromlücke liegt darin, dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht ausreichend ist. Detlef Stolten, Leiter des Instituts für Energie- und Klimaforschung am Forschungszentrum Jülich, hat berechnet, dass die Stromlücke bis 2030 eine Kapazität von 104 Gigawatt erreichen könnte. Wenn der Ausbau in den kommenden Jahren wie in den letzten beiden Jahren fortgesetzt wird, fehlt etwa ein Drittel dieser Kapazität.

Die Stromlücke in Deutschland wird immer größer, was zu einer unsicheren Stromversorgung führt. Eine Studie der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Deutschland war lange Zeit führend in Bezug auf eine sichere Stromversorgung. Im Jahr 2020 mussten deutsche Verbraucher im Durchschnitt nur etwa 15 Minuten Stromausfall befürchten, während Frankreich 21 Minuten, Österreich 38 Minuten und Bulgarien sogar 370 Minuten hatten.


Alarmierender Rückgang der Stromversorgung: Industrie und Haushalte in Gefahr

Thomas Vahlenkamp, Senior Partner bei McKinsey, betont, dass nicht nur Privathaushalte, sondern auch die Industrie von einer grundsätzlich hohen Versorgungssicherheit profitieren. Allerdings nimmt die gesicherte Leistung ab. Im Jahr 2010 standen noch 105 GW zur Verfügung, Ende 2022 waren es nur noch 90 GW. Wenn die Pläne zum Ausstieg aus Kohle und Kernkraft beibehalten werden, könnte es bis 2025 nur noch 80 GW geben. Bis zum Ende des Jahrzehnts sogar nur noch 70 GW.

Wenn man die Kapazität aus erneuerbaren Energien (EE), die statistisch gesehen bei Bedarf verfügbar ist, hinzuzählt, beträgt die verfügbare Leistung während Spitzenlastzeiten 99 GW (2022), 92 GW (2025) und 90 GW (2030) – vorausgesetzt, die Ausbauziele der Bundesregierung für erneuerbare Energien werden erreicht.

Erneuerbare Energien reichen nicht aus

Vahlenkamp sagt dazu: „Die Spitzenposition gehört der Vergangenheit an – die Kombination aus sinkender gesicherter Kapazität und steigender Spitzenlast durch Elektrifizierung kann zu Versorgungslücken führen. Selbst bei einem flächendeckenden Umstieg auf erneuerbare Energien sind weitere Maßnahmen erforderlich, um das System zu stabilisieren.“

Wenn die Maßnahmen auf der Angebotsseite nicht ausreichen, kann auch eine Steuerung der Nachfrage zur Schließung von Versorgungslücken beitragen, wie beispielsweise die Abschaltung von Elektroautos und Wärmepumpen.

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