AKW-Betreiber wollte günstigen Strom für die Industrie bieten – Regierung hat abgelehnt

Der Betreiber des Kernkraftwerks Isar 2 in Bayern hatte Pläne, günstigen Strom für die Industrie anzubieten. Diese Pläne wurden jedoch von der Bundesregierung nicht akzeptiert. Trotz wiederholter Bereitschaft zur Diskussion über die Wiederinbetriebnahme der Anlage zeigte die Regierung kein Interesse (cicero: 09.11.23).


Atomkraftwerk Isar 2: Warum die Wiederinbetriebnahme scheiterte

In einer Videoansprache an die Mitarbeiter des stillgelegten Atomkraftwerks am 25. Oktober erklärte der Preussen-Elektra-Chef Guido Knott, dass die Gesprächsversuche gescheitert seien. Daher wurde beschlossen, das Kraftwerk trotz des Atomausstiegs nicht mehr in Betrieb zu halten.

Atomkraftwerk Isar 2: Warum die Wiederinbetriebnahme scheiterte, obwohl der Betreiber billigen Strom für die Industrie angeboten hat
Atomkraftwerk Isar 2: Warum die Wiederinbetriebnahme scheiterte, obwohl der Betreiber billigen Strom für die Industrie angeboten hat
Bild: HarkeCC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Unternehmen gab keine ausführliche offizielle Erklärung ab. Eine Sprecherin von Preussen Elektra sagte jedoch, dass der Weiterbetrieb von Kernkraftwerk Isar 2 keine Option mehr sei. Sie bereiten sich stattdessen auf den Rückbau vor. Guido Knott bestätigte diese Entscheidung bei einer Informationsveranstaltung.

In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sprach Knott ausführlicher. Er bedauerte, dass die politische Unterstützung für eine längere Nutzung des Kraftwerks fehlte. Dabei hätte es zur klimaneutralen Stromversorgung und zur Umstellung auf erneuerbare Energien beitragen können.

Kontroverse um Atomkraft: Warum Preussen Elektra auf politische Unterstützung hoffte

Preussen Elektra ist eine Tochtergesellschaft von Eon. Eon-Chef Leonhard Birnbaum hat wiederholt gesagt, dass er den deutschen Atomausstieg für einen Fehler hält. Bisher war nicht bekannt, dass Preussen Elektra trotz des politischen Beschlusses noch Hoffnungen auf eine Meinungsänderung hatte. Die Gesprächsversuche und Kontakte zu Ministerien, die zu diesem Thema stattgefunden haben könnten, wurden in Guido Knotts Mitarbeiteransprache nicht offenbart.

Im Gegensatz zum Wirtschaftsminister Robert Habeck, der Milliardensubventionen für die energieintensive Industrie bevorzugt, zeigt sich Finanzminister Christian Lindner offener für die Idee. Er lehnte die Politik ab, die klimafreundliche und kostengünstige Kernenergie mit einer Schuldenbremse und finanzieller Instabilität des Landes zu beenden. Später forderte seine Fraktion sogar, die noch einsatzfähigen deutschen Atomkraftwerke vor dem Abriss zu bewahren.


Deutscher Atomausstieg: Preussen Elektra im Gespräch trotz Scholz‘ Ablehnung

Bundeskanzler Olaf Scholz machte jedoch deutlich, dass Kernkraft in Deutschland keine Zukunft hat und der Abbau der bestehenden Atomkraftwerke begonnen hat. Er betonte, dass der Neubau von Atomkraftwerken teuer und zeitaufwendig wäre. Zu diesem Zeitpunkt wurde nicht erwähnt, dass Preussen Elektra Gespräche mit der Bundesregierung über eine mögliche Wiederinbetriebnahme führen wollte, was den Eindruck erweckte, dass die abgeschalteten Anlagen nicht wieder aktiviert werden könnten.

Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte, dass es keine Informationen über Kontakte zu Preussen Elektra bezüglich einer Fortsetzung des Betriebs von Isar 2 gebe und dass der Atomausstieg gesetzlich verankert und vollzogen sei.

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