Betreiber zieht Schlussstrich für Atomkraftwerk Isar 2

Das Atomkraftwerk Isar 2 in der Nähe von Landshut stand seit Mitte April still. Die Hoffnung von Betreibern und Arbeitern auf eine Fortsetzung schwindet. In der Nacht des 15. Aprils 2023 erfolgte die politische Abschaltung des Atomkraftwerks Isar 2 im Osten von Landshut. Damit endete das Atomzeitalter in Deutschland. Trotzdem gab es bis zuletzt Forderungen von Teilen der Wirtschaft, der Opposition und der Bevölkerung, die Option Atomkraft zumindest offenzuhalten. Der Kraftwerksbetreiber gab aber überraschend bekannt, dass der Reaktor endgültig abgeschaltet wird (BR: 26.10.23).


Betreiber zieht Schlussstrich für Atomkraftwerk Isar 2

Das Atomkraftwerk Isar 2 liegt in der Nähe von Landshut. Es gehört zu den erfolgreichsten Atomkraftwerken weltweit, gemessen an der erzeugten Strommenge. Doch nun wird es endgültig stillgelegt. PreussenElektra, der Betreiber der Anlage, verkündete diese Entscheidung während einer Veranstaltung im Kraftwerk. Kraftwerksleiter Carsten Müller äußerte sich in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Er betonte die Notwendigkeit, offen zu kommunizieren. Dies gelte sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Bevölkerung. Wir haben die schwerwiegende Entscheidung getroffen, das Kraftwerk technisch und organisatorisch nicht mehr weiterzuführen. Wir sind am Ende.

Betreiber zieht Schlussstrich für Atomkraftwerk Isar 2. Hoffnung auf längeren Betrieb von Atomkraftwerk Isar 2 zerschlagen
Betreiber zieht Schlussstrich für Atomkraftwerk Isar 2. Hoffnung auf längeren Betrieb von Atomkraftwerk Isar 2 zerschlagen
Bild: Guido Radig, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

CEO von PreussenElektra enttäuscht: Hoffnung auf längeren Betrieb von Atomkraftwerk Isar 2 zerschlagen

PreussenElektra hegte bis zuletzt Hoffnung auf politische Unterstützung. Diese Erwartung äußerte der CEO Guido Knott in einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Er reiste extra nach Niederbayern, um die Mitarbeiter über die endgültige Stilllegung zu informieren. Knott erklärte: „Wir hatten gehofft, dass sich die Entwicklungen der letzten Monate anders gestalten würden. Die Absicht war, das Kraftwerk länger zu betreiben. Dadurch sollte ein Beitrag zur klimaneutralen Stromversorgung geleistet und der Übergang zu erneuerbaren Energien erleichtert werden. Leider war diese Option politisch nicht gewünscht und nicht machbar. Jetzt steht der „Rückbau pur“ an“.

Brennelemente-Abtransport erst ab 2027 geplant

Trotz der Stilllegung von Isar 2 am 15. April bleiben die Mitarbeiter beschäftigt, und es gibt keine Entlassungen. Die Brennelemente sind sicher im Lagerbecken gelagert, und die Kühlung funktioniert, die Systeme werden betriebsbereit gehalten, so Kraftwerksleiter Carsten Müller. Die Vorbereitungen für den Abtransport der Brennelemente haben bereits begonnen, werden aber erst in den Jahren 2027 und 2028 durchgeführt werden können.

Die Region verliert mit PreussenElektra einen wichtigen Arbeitgeber, wie Josef Klaus, Bürgermeister der angrenzenden Gemeinde Niederaichbach, bedauert. Er wird selbst früher oder später seinen Posten räumen. Eine bedeutende Herausforderung bleibt jedoch bestehen. Die Suche nach einem geeigneten Endlager für radioaktiven Abfall in Deutschland ist noch nicht abgeschlossen. Bis zum Jahr 2040 ist geplant, das Atomkraftwerk Isar 2, mit seinem markanten Kühlturm im niederbayerischen Isartal, vollständig abzubauen.


Markus Söders Wunsch nach Fortführung von Isar 2 sorgt für Kritik und Konflikte

Nur einen Tag nach der Stilllegung von Isar 2 äußerte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Wunsch, das Kraftwerk unter bayerischer Verantwortung fortzuführen. Er forderte eine Änderung des Atomgesetzes von der Bundesregierung.

Diese Äußerung stieß jedoch auf sofortige Kritik. Wolfram König, der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit nuklearer Entsorgung (BASE), erklärte damals: „Der Bundestag und alle Bundesländer, einschließlich Bayern, haben sich nicht nur auf den Ausstieg aus der Kernenergie verständigt, sondern auch die wissenschaftlich basierte Endlagersuche eingeleitet.“ Die geforderte Sonderbehandlung Bayerns stehe im Widerspruch zum geltenden Recht und gefährde die laufende Suche nach einem Endlager.

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