Westinghouse stellt neuen Small Modular Reactor AP300 vor

Westinghouse hat den AP300 vorgestellt – einen Small Modular Reactor (SMR) mit einer Leistung von 300 Megawatt. Dieser Reaktor ist klein genug, um auf ein Viertel eines Fußballfeldes zu passen. Mit seiner Leistung kann der Reaktor bis zu 500.000 Haushalte mit Strom versorgen (Futurezone: 05.05.23).


Kernkraftwerk AP300: Schneller und einfacher zu errichten als herkömmliche Atomkraftwerke

Durch die kompakte Bauweise des Reaktorgebäudes des AP300 ist es möglich, ein Kernkraftwerk deutlich schneller und einfacher zu errichten als ein herkömmliches Atomkraftwerk. Das Gebäude nimmt nur ein Viertel der Fläche eines Fußballfeldes ein. Die Idee ist, das Kraftwerk direkt auf Standorten ehemaliger Kohlekraftwerke zu errichten, da dort bereits die Netzinfrastruktur vorhanden ist. Im Gegensatz dazu ist ein herkömmliches Atomkraftwerk aufgrund seiner Größe für diese Standorte nicht geeignet.

AP300: Schneller und einfacher zu errichten als herkömmliche Atomkraftwerke. Westinghouse betont passive Sicherheitstechnologie
AP300: Schneller und einfacher zu errichten als herkömmliche Atomkraftwerke. Westinghouse betont passive Sicherheitstechnologie

Westinghouse hebt hervor, dass der AP300, im Gegensatz zu geplanten SMRs der Konkurrenz, ohne den Einsatz spezieller Brennstoffe oder Flüssigmetallkühlung auskommt. Durch die Verwendung bewährter Technologie soll der Betrieb des AP300 einfacher und kostengünstiger sein.

Westinghouse betont zusätzliche Nutzungsarten des Mini-Atomreaktors AP300

Um den Mini-Atomreaktor für potenzielle Kunden attraktiver zu machen, betont Westinghouse seine zusätzlichen Nutzungsarten zur Erzeugung von Warmwasser, Meerwasserentsalzung und Wasserstoffherstellung. Die Wasserstoffproduktion könne direkt im Kraftwerk mit einem AP300 erfolgen. Darüber hinaus verfüge der Reaktor über eine schnelle Lastfolgefähigkeit, um die Stromerzeugung schnell an den Strombedarf im Netz anzupassen. Laut Westinghouse ist der AP300 somit eine ideale Ergänzung zu erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Sonnenkraft, da er schnell Strom erzeugen kann, um Netzinstabilitäten zu vermeiden, falls erneuerbare Energiequellen plötzlich ausfallen.


Westinghouse plant Bau des AP300-Atomreaktors bis 2033 und betont passive Sicherheitstechnologie

Im Falle von Problemen mit dem Reaktor des AP300 würde das passive Sicherheitssystem eingreifen. Bei Gefahr würde der Reaktor automatisch heruntergefahren werden. Im Falle eines Zwischenfalls kann der Reaktor bis zu 72 Stunden ohne Stromversorgung, Kühlung oder menschliches Eingreifen betrieben werden. Dies würde es Kraftwerksbetreibern ermöglichen, die Kosten für Notstrom- und Notkühlsysteme zu sparen.

Westinghouse plant, spätestens im Jahr 2030 mit dem Bau des ersten AP300 zu beginnen. Dieser soll bis 2033 in Betrieb sein und Strom erzeugen. Die Kosten für den Bau hat das Unternehmen nicht genannt, jedoch sollen kommerzielle Versionen des Reaktors, die danach gebaut werden, eine Milliarde US-Dollar kosten.

Ohio und West Virginia sind potenzielle Standorte für die ersten AP300-Atomkraftwerke. Da sie Nachbarstaaten von Pennsylvania sind, wo Westinghouse ansässig ist, bieten sich Standorte von geschlossenen Kohlekraftwerken in diesen Staaten an.

Weitere potenzielle Kunden sieht Westinghouse in osteuropäischen Staaten sowie in einigen Regionen in Subsahara-Afrika. Russlands Krieg gegen die Ukraine hat gezeigt, wie wichtig es ist, unabhängig von Rohstofflieferungen anderer Länder zu sein und im Krisenfall ein sicheres Atomkraftwerk betreiben zu können.

Zuletzt aktualisiert am Mai 16, 2024 um 15:38 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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