Strompreise erreichen neuen Rekord

Schon wieder haben die Deutschen einen Rekord geknackt. Drastisch angestiegene Großhandelspreise und teure Emissionsrechte treiben die Strompreise in Deutschland auf immer neue Rekordwerte. Dazu kommen natürlich auch noch hohe Steuern und Abgaben für die erneuerbaren Energien und die Netzentgelte, die wir bereits in unserm Artikel „Deshalb haben wir den teuersten Strom der Welt“ aufgelistet haben.

Neu dazu kommt jetzt auch noch die jährlich ansteigende CO2-Abgabe auf den fossil erzeugten Strom, auch deshalb erreicht der Strompreis einen neuen Rekord.

Strompreise erreichen neuen Rekord. Großhandelspreise und teure Emissionsrechte treiben Strompreis in Deutschland auf neuen Rekord
Strompreise erreichen neuen Rekord. Großhandelspreise und teure Emissionsrechte treiben Strompreis in Deutschland auf neuen Rekordwert

Deutschland hat bereits höchsten Strompreis der Welt

Deutschland hat beriets den höchsten Strompreis im internationalen Vergleich. Im August wurde jedoch ein neuer Spitzenwert erreicht, so hoch wie nie zuvor. Nach einer aktuellen Analyse des Vergleichsportals Verivox kostet mittlerweile eine Kilowattstunde Strom für private Haushalte durchschnittlich 30,4 Cent.

Damit hat sich der Strompreis im Vergleich zum letzten Jahr um 5,7 Prozent erhöht.

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Strompreise erreichen neuen Rekord

Laut Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox sind die aktuellen Preissteigerungen in erster Linie auf die gestiegenen Großhandelspreise zurückzuführen, während es in den letzten 20 Jahren eher steigende Steuern und Abgaben waren. „Der starke Strompreisanstieg der letzten 20 Jahre geht vor allem auf stetig steigende Steuern, Abgaben und Umlagen in diesem Zeitraum zurück. Solange der Gesetzgeber hier nicht nachjustiert, werden Haushalte auch in Zukunft nicht nachhaltig beim Strom entlastet“, so Storck.

Großhandelspreise für höhere Strompreise verantwortlich

Die Großhandelspreise für Strom sind 2021 deutlich gestiegen und deshalb der Hauptgrund für den aktuellen Strompreisanstieg. Im Januar betrug der Durchschnittspreis an der Strombörse EEX noch 45,29 Euro je Megawattstunde und ist bis zum Juli schon auf 50,81 Euro gestiegen. Das entspricht einer Preissteigerung von ca.12 Prozent. Die Stromanbieter geben die Preissteigerung jetzt an die Endverbraucher weiter.

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Stromnachfrage steigt nach Corona-Lockdown

Ursache für die steigenden Großhandelspreise ist die steigende Nachfrage nach dem Corona-Lockdown. Die Industrie fährt ihre Produktion wieder auf Niveau vor Corona hoch. Gleichzeitig kommt es durch längere Dunkelflauten zu einem verringertem Angebot auf der Erzeugerseite. Die erneuerbaren Energien lieferten im Jahr 2021 wetterbedingt deutlich weniger Strom als erwartet. Deshalb müssen die Netzbetreiber große Mengen Strom aus dem Ausland teuer importieren.

Wie knapp die Versorgung mittlerweile ist zeigt auch der Vorfall am 14. August 2021, an dem die Netzbetreiber mehrere Industriebtriebe aufgrund Strommangel vom Netz nehmen mussten um einen Blackout zu verhindern.

Nach Abschaltung der Atomkraftwerke mit noch höheren Preisen zu rechnen

Bis zum Jahresende 2022 schalten die Betreiber die letzten verbliebenen Atomkraftwerke ab. Die dadurch entstehende Versorgungslücke kann nicht annähernd durch den Bau neuer Windkraft- und Solaranlagen abgefangen werden. Deshalb müssen weitere bereits abgeschaltete Kohlekraftwerke zur Sicherstellung der Versorgung wieder ans Netz. Da der Kohlestrom wie auch der Strom aus Gaskraftwerken mit der CO2-Abgabe und die teuren Emissionszertifikate belastet ist, muss man mit einer weiteren Preissteigerung beim Strompreis rechnen. In den ersten Wochen des Septembers lagen die Großhandelspreise sogar mehrere Tage über 100 € pro Megawattstunde. Der Rekordwert vom August wird im September vermutlich schon wieder übertroffen.

Zuletzt aktualisiert am September 23, 2021 um 5:27 am . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.