Solaranlagenhersteller Meyer Burger erwägt Schließung der Produktion – 500 Jobs gefährdet

Der Solaranlagenhersteller Meyer Burger steht vor einer schwierigen Entscheidung bezüglich seiner Modulproduktion in Deutschland. Die Situation betrifft 500 Mitarbeiter am Standort Freiberg. Aktuelle Diskussionen mit dem Wirtschaftsministerium zielen auf finanzielle Unterstützung ab, um gegenwärtige Verluste zu bekämpfen. Bis Mitte Februar 2024 muss eine Entscheidung getroffen werden. Meyer Burger erwartet für 2023 einen Verlust von mindestens 126 Millionen Franken, etwa 120,96 Millionen Euro. Zusätzlich sind rund 450 Millionen Franken, circa 432 Millionen Euro, erforderlich, um bis 2025 einen positiven Cashflow zu erzielen (handelsblatt: 17.01.24).


Solarbranche in der Zwickmühle: Preiskampf mit China treibt Europas Hersteller in die Enge – Meyer Burger blickt nach USA

Die europäische Photovoltaikindustrie befindet sich in einer tiefen Krise. Trotz einer hohen Nachfrage nach Solarmodulen wird die Branche von preiswerten Importen aus China überschattet. Als Reaktion darauf haben die USA und Indien Handelsbeschränkungen gegen chinesische Module eingeführt. Dies hat in Europa zu einem erheblichen Preisdruck geführt. Die Folge sind zahlreiche Insolvenzen in der Solarbranche, darunter der deutsche Solarvertrieb Eigensonne und Klarsolar, welches von Eon übernommen wurde. Viele deutsche Hersteller haben ihre Produktion reduziert oder sogar ganz eingestellt.

Krisenwelle erfasst Solarbranche: Meyer Burger fordert staatliche Unterstützung und prüft Schließung der Produktion in Deutschland
Krisenwelle erfasst Solarbranche: Meyer Burger fordert staatliche Unterstützung und prüft Schließung der Produktion in Deutschland

Die Preise für Solarmodule sind dramatisch gefallen. Innerhalb eines Jahres sanken sie um etwa 50 Prozent. Vorstandsvorsitzender Gunter Erfurt betont die Dringlichkeit politischer Maßnahmen in Europa. Sollte keine Unterstützung kommen, plant Meyer Burger, sich auf den US-Markt zu konzentrieren, wo derzeit zwei neue Fabriken entstehen.

Krisenwelle erfasst Solarbranche: Meyer Burger prüft Schließung der Produktion in Deutschland

Auch außerhalb Deutschlands spürt die Solarbranche die Krise. Der norwegische Waferhersteller Norwegian Crystals meldete Insolvenz an und Norsun stellte die Produktion ein. Meyer Burger ist nun gezwungen, seine Wafer außerhalb Europas zu beziehen. Inmitten dieser globalen Herausforderungen prüft Meyer Burger strategische Optionen, einschließlich der möglichen Schließung der deutschen Fabrik.


Die politische Landschaft in den USA könnte sich ebenfalls ändern. Eine Wiederwahl Donald Trumps könnte zu einer Revision der Subventionspolitik unter Joe Biden führen. Jedoch hält Erfurt es für unwahrscheinlich, dass der Inflation Reduction Act (IRA) komplett gekippt wird. Er betont, dass die USA die Bedeutung nationaler Sicherheit erkennen und nicht vollständig von Importen aus China abhängig sein möchten.

Insgesamt steht Meyer Burger vor großen Herausforderungen, sowohl in Europa als auch in den USA. Die Entscheidungen, die das Unternehmen in den kommenden Monaten trifft, werden nicht nur seine eigene Zukunft, sondern auch die der globalen Solarindustrie wesentlich beeinflussen.

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