Siemens Energy kämpft mit Windkraftbauer Gamesa: Qualitätsprobleme und Milliardenkosten

Schwere Qualitätsprobleme im Windkraftgeschäft haben erhebliche Auswirkungen auf Siemens Energy. Die spanische Tochterfirma Gamesa belastet das Unternehmen seit Jahren. Aufgrund der Probleme bei bestimmten Windkraftplattformen musste Siemens Energy seine Prognose für dieses Jahr zurückziehen. Es wird erwartet, dass die Kosten aufgrund der Ausfälle bei Windturbinen-Komponenten voraussichtlich über eine Milliarde Euro betragen werden (Handelsblatt: 22.06.23).


Siemens Gamesa belastet den Konzern: Keine Besserung in Sicht trotz Übernahme und Sanierungsversuchen

Seit der Abspaltung von Siemens hat Siemens Gamesa kontinuierlich Verluste verzeichnet und den gesamten Konzern belastet. Um die Situation zu verbessern, entsandte Siemens Energy zunächst Vorstand Jochen Eickholt als Sanierer nach Madrid und übernahm schließlich das Unternehmen vollständig.

Siemens Gamesa belastet den Konzern: Keine Besserung in Sicht trotz Übernahme und Sanierungsversuchen. Zweifel an Sanierungsfähigkeit
Siemens Gamesa belastet den Konzern: Keine Besserung in Sicht trotz Übernahme und Sanierungsversuchen. Zweifel an Sanierungsfähigkeit

Jedoch sind keine positiven Entwicklungen in Sicht. Aufgrund der überhöhten Ausfallraten wurden die installierten Windräder und das Produktdesign überprüft. Der vorläufige Stand besagt, dass die Kosten für die Erreichung der gewünschten Produktqualität bei bestimmten Onshore-Plattformen erheblich höher ausfallen werden als bisher angenommen. Die Belastungen werden voraussichtlich über eine Milliarde Euro liegen.

Siemens Energy-Chef Christian Bruch musste die Ertragsprognose mehrmals nach unten korrigieren. Ursprünglich plante das Unternehmen, den Verlust des Vorjahres in diesem Geschäftsjahr 2022/23, das am 30. September endet, deutlich zu reduzieren.

Unsicherheit wegen Qualitätsproblemen und Herausforderungen bei Siemens Gamesa

Aufgrund eines schwachen ersten Quartals ging Bruch zwischenzeitlich von einem Nettoverlust auf Vorjahresniveau aus. Im Mai prognostizierte er dann, dass der Verlust „das Niveau des Vorjahres um bis zu einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag übersteigen wird“. Nun ist auch diese Prognose hinfällig.

Eine neue Prognose wurde von Siemens Energy noch nicht abgegeben. Eine genaue Einschätzung der finanziellen Folgen der Qualitätsprobleme ist noch nicht möglich. Das Unternehmen betonte, dass andere Geschäftsbereiche wie Stromnetze und Gaskraftwerke weiterhin gut laufen. Die Umsatzprognose für den Gesamtkonzern bleibt ebenfalls bestehen.

Die Probleme bei Siemens Gamesa haben verschiedene Ursachen. Die gesamte Branche kämpft damit, dass die gestiegenen Kosten, beispielsweise für Stahl, nicht an die Kunden weitergegeben werden können, da dies in den bestehenden Verträgen nicht vorgesehen war.


Markt im Preiskampf: Turbinenhersteller Gamesa mit hausgemachten Problemen – Zweifel an Sanierungsfähigkeit

Seit einigen Jahren herrscht auf dem Markt ein ruinöser Preiskampf, der durch den Wechsel von festen staatlichen Vergütungen zu freien Ausschreibungssystemen ausgelöst wurde. Seitdem erhält nur noch der günstigste Anbieter den Zuschlag.

Der Turbinenhersteller Gamesa hat mit vielen hausgemachten Problemen zu kämpfen. Es wurden nur wenige Synergien zwischen der Onshore-Sparte für Windräder an Land und dem Offshore-Segment genutzt. Die Einführung der gemeinsam entwickelten Plattform 5.X verlief schleppend. Es gibt auch Schwierigkeiten beim Hochfahren der Produktionskapazitäten im Onshore-Bereich, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden.

Einige Experten stellen mittlerweile die Sanierungsfähigkeit von Siemens Gamesa infrage. Siemens Energy-Chef Bruch betonte, dass der Erfolg des Windgeschäfts die Grundvoraussetzung dafür ist, ein profitabler Marktführer im Bereich der Energiewende zu werden.

Verärgertes Siemens-Management kämpft mit Integrationsschwierigkeiten bei Gamesa

Nach Industriekreisen ist Bruch aufgrund der ständigen schlechten Nachrichten aus Madrid sehr verärgert. Die vollständige Integration der Tochtergesellschaft sei jedoch noch nicht abgeschlossen. Erst dann hätte die Münchner Zentrale volle Kontrolle.

Vor etwa zwei Wochen stimmten die verbliebenen Minderheitsaktionäre von Gamesa einer Kapitalherabsetzung zu. Dadurch können die außenstehenden Anteile ähnlich wie bei einem Squeeze-Out in Deutschland eingezogen werden.

Siemens Gamesa entstand im Jahr 2016 aus der Fusion der Windkraftsparte von Siemens mit dem börsennotierten Konkurrenten Gamesa. Siemens war führend bei Offshore-Windrädern auf hoher See, während sich Gamesa auf Onshore-Windräder an Land konzentrierte. Die Integration misslang jedoch, und es wurden nur wenige Synergien zwischen den beiden Unternehmensteilen genutzt. Trotz mehrerer Wechsel an der Vorstandsspitze von Siemens Gamesa blieb bisher der Erfolg aus.

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