Rekord-Kaufkraftverlust durch Inflation aufgrund gestiegener Energiepreise

Die Arbeitnehmer in Deutschland sehen ihre Einkommen durch die Inflation immer weiter schrumpfen. Laut einem Bericht des Statistischen Bundesamtes sind die Reallöhne bereits seit drei Jahren in Folge gefallen. Die Inflation, angetrieben durch die stark gestiegenen Energiepreise betrug im letzten Jahr 7,9 %. Mit einer durchschnittlichen Nominallohnerhöhung von 3,4 % ergibt sich für die Arbeitnehmer ein Kaufkraftverlust von weit über 4 %. Gewerkschaften und Politiker fordern jetzt Verbesserungen bei den Tarifverhandlungen (welt: 07.02.23).


Rekord-Inflation verursacht höchsten Kaufkraftverlust seit 2008

Laut vorläufigen Berechnungen des Bundesamts hat es im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Reallöhne von durchschnittlich 4,1 % gegeben, was den höchsten Verlust an Kaufkraft seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 2008 bedeutet. Die hohen Inflationsraten haben die Kaufkraft von Verbrauchern beeinträchtigt, so können sie für einen Euro immer weniger kaufen. Dies hat bereits zum Jahresende 2022 einen deutlichen Einfluss auf den privaten Konsum gehabt. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erklärt, dass „Konsumenten nicht immun gegen eine Erosion ihrer Kaufkraft durch die rekordhohe Inflation sind“.

Rekord-Inflation verursacht höchsten Kaufkraftverlust seit 2008. Reallöhne fielen 2022 um 4,8 Prozent. Dritter Reallohnverlust in Folge.
Rekord-Inflation verursacht höchsten Kaufkraftverlust seit 2008. Reallöhne fielen 2022 um 4,8 Prozent. Dritter Reallohnverlust in Folge.

Rückgang der Reallöhne in der Corona-Krise – eine Trendwende im Vergleich zu den Wachstumsjahren?

Die deutschen Reallöhne haben in der Corona-Pandemie seit zwei Jahren einen Rückgang erfahren, nachdem es in den 2010er-Jahren fast ausschließlich Zuwächse gegeben hatte. Im Jahr 2020 führte der weitverbreitete Einsatz von Kurzarbeit zu einer negativen Entwicklung bei den Löhnen. In den vergangenen beiden Jahren war der Anstieg der Verbraucherpreise der wichtigste Faktor für den Rückgang bei den Reallöhnen. Um die Veränderung des Reallohns zu berechnen, wird das durchschnittliche Wachstum des nominalen Bruttolohns um den Anstieg der Verbraucherpreise verringert.


Reallöhne für Tarifbeschäftigte: 4,8 % Verlust trotz Tariferhöhungen

Die gewerkschaftliche Böckler-Stiftung hat für die Tarifbeschäftigten einen Verlust von 4,8 Prozent bei den Reallöhnen berechnet, da im Jahr 2022 nur wenige Beschäftigte neue Tarifverträge erhielten. Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs, bemerkte jedoch einen deutlichen Trend hin zu höheren Abschlüssen. Trotz einer durchschnittlichen Steigerung der Tariflöhne um 4,1 Prozent bei den neuen Abschlüssen reichte dies nicht aus, um die Teuerung auszugleichen. Der gewerkschaftliche Experte sagt: „Die Inflation ist immer eine Frage der Verteilung. Bisher wurde sie zulasten der Beschäftigten beglichen“.

Thorsten Schulten ist zuversichtlich, dass im laufenden Jahr höhere Tarifabschlüsse erreicht werden, angesichts der zweistelligen Tarifforderungen bei der Post, im öffentlichen Dienst oder bei der Bahn. Schulten betont, dass es „eine höhere Lohndynamik geben“ muss.

Staatliche Unterstützung und Tarifabschlüsse treiben Reallöhne – Doch es bleibt abzuwarten, ob sie wirklich steigen werden

Derzeit sinkt die Inflation, zusammen mit verschiedenen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wie Energiekosten-Bremssystemen und direkten Zuschüssen. Im Rahmen vieler Tarifabschlüsse wird die Vorgabe des Staates genutzt, um Lohnerhöhungen von bis zu 3000 Euro steuer- und abgabenfrei zu gestalten. Die Bundesregierung rechnet für das Jahr 2023 mit einem Preisanstieg auf Verbraucherebene von 6,0 Prozent. Politiker und Gewerkschafter hoffen, dass die Reallöhne wieder steigen werden, sofern die Gewerkschaften höhere Lohnerhöhungen durchsetzen können. Dabei blenden sie völlig aus, dass auch höhere Löhne zu höheren Preisen führen und dadurch die Inflation zusätzlich angeheizt wird.

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Zuletzt aktualisiert am Dezember 20, 2023 um 23:32 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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