Netzagentur plant Drosselung des Strombezugs für Wärmepumpen und Elektroautos

Deutschland plant Maßnahmen zur Drosselung der Stromzufuhr für Elektroautos und Wärmepumpen, wenn es zu Engpässen kommt. Die Ankündigung der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, am Freitag gemacht. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit der Energiewende in Deutschland, bei der die Elektrifizierung eine zentrale Rolle spielt. Insbesondere durch den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen kommen die Stromnetze immer mehr an ihre Belastungsgrenzen (Finanzmarktwelt: 16.06.23).


Engpässe im Stromnetz wegen Elektroautos und Wärmepumpen! Bundesnetzagentur plant Drosselung des Strombezugs

Aufgrund des erhöhten Strombedarfs durch Elektroautos und Wärmepumpen drohen zu bestimmten Tageszeiten Engpässe im Stromnetz. Um diesem Problem entgegenzuwirken, plant die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern zu erlauben, die Stromzufuhr für steuerbare Verbrauchsgeräte wie Elektroautos und Wärmepumpen zu drosseln. Klaus Müller betonte jedoch, dass diese Maßnahmen nur dann greifen sollen, wenn es technisch notwendig ist.

Engpässe im Stromnetz wegen Elektroautos und Wärmepumpen! Bundesnetzagentur plant Drosselung des Strombezugs
Engpässe im Stromnetz wegen Elektroautos und Wärmepumpen! Bundesnetzagentur plant Drosselung des Strombezugs

Die Energiewende und die damit einhergehende Elektrifizierung haben jedoch auch Kritiker auf den Plan gerufen. Sie sehen in dieser Entwicklung einen verhängnisvollen Irrweg. Sie prognostizieren Kosten in Höhe von einer Billion Euro für Deutschland und seine Haushalte bis zum Jahr 2030.

Netzbetreiber dürfen Anschlüsse für Elektroautos und Wärmepumpen nicht mehr ablehnen

Um den Ausbau der Netze voranzutreiben, plant die Bundesnetzagentur, die Netzbetreiber zu verpflichten, Anschlüsse für Elektroautos und Wärmepumpen bereitzustellen. In Zukunft sollen Netzbetreiber auch keine Anschlüsse aufgrund zu schwacher Netze mehr ablehnen dürfen. Im Gegenzug sollen den Netzbetreibern mehr Flexibilität beim Netzmanagement eingeräumt werden. Dieser Schritt ist notwendig, da einige Betreiber in der Vergangenheit den Anschluss solcher Geräte verweigert haben. Dies erfolgte auf der Tatsache, dass die vorhandenen Netze nicht für den erhöhten Strombedarf ausgelegt sind.

Die Autoindustrie hat Bedenken geäußert und argumentiert, dass Eingriffe in den Ladevorgang den Ausbau der Elektromobilität behindern könnten. Dennoch sieht der Vorschlag der Bundesnetzagentur vor, dass die Netzbetreiber im Falle eines Strom-Engpasses schnell handeln und ihre Stromleitungen ausbauen. Mit der vorgesehenen Drosselung würde die Stromzufuhr für Elektroautos und Wärmepumpen auf ein Minimum von 4,2 Megawatt reduziert. Dies würde es den Haushalten weiterhin erlauben, Wärmepumpen zu betreiben und Elektroautos aufzuladen, wenn auch mit geringerer Geschwindigkeit. Laut Klaus Müller würde ein Fahrzeug, das für zwei Stunden aufgeladen wird, immer noch eine Reichweite von 50 Kilometern erreichen. Mit welcher Technik die Drosselung umgesetzt werden soll, ließ Müller allerdings offen.


Stromtarife im Wandel und mangelnder Ausbau – Die Wahrheit über die deutsche Energiewende

Um den Stromverbrauch zu optimieren, schlägt die Bundesnetzagentur flexible Stromtarife vor. Dadurch will Klaus Müller Anreize schaffen, den Stromverbrauch auf Zeiten mit geringerer Nachfrage zu verlagern. Die genauen Regeln für diese Tarife müssen noch mit den Interessengruppen diskutiert werden und sollen im Januar 2024 in Kraft treten.

Die Herausforderungen im Rahmen der Energiewende werden deutlich, da der Strombedarf in Deutschland bis zum Jahr 2045 voraussichtlich mehr als verdoppelt wird. Allerdings fehlen bis zu 280.000 Kilometer an Stromleitungen, um mit dieser steigenden Nachfrage umzugehen. Laut Verivox sind die Strompreise in Deutschland weltweit am höchsten.

Um die Energiewende erfolgreich umzusetzen, sind laut Bloomberg täglich 1.600 Wärmepumpen und Solarzellen in der Größe von 43 Fußballfeldern sowie wöchentlich 27 Windräder an Land und 4 Windräder auf See zu installieren. Angesichts des bisherigen Ausbautempos erscheint dieses Ziel jedoch bisher als äußerst unrealistisch.

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