Investoren ziehen sich zurück – mangelndes Interesse an Windkraftinvestitionen

Die Bundesnetzagentur berichtet von einem erheblichen Rückgang des Interesses an großen Windkraftprojekten. Dieses Problem beeinträchtigt die Wirksamkeit des aktuellen Ausschreibungsmodells. Was bedeutet das für die Energiewende? Ursprünglich hoffte die Bundesnetzagentur auf mehr Investoren für Windkraftanlagen an Land. Diese Erwartung hat sich jedoch nicht erfüllt, was die Erreichung der Energiewendeziele gefährdet. Wegen des geringen Interesses hat die Bundesnetzagentur das Ausschreibungsvolumen für Fördergelder gekürzt, berichtete die „Welt“. Ursprünglich waren Fördergelder für 4,1 Gigawatt (GW) Windkraftleistung ausgeschrieben. Da jedoch zu wenige Investoren bereitstehen, reduzierte die Bundesnetzagentur das Volumen auf 2,8 GW (epochtimes: 28.04.24).


Windkraft in der Krise: Warum das Auktionsmodell versagt

Seit 2017 müssen Windparks ihre Fördergelder in Auktionen ersteigern. Dabei gewinnt das niedrigste Gebot. Dieses System soll die Kosten für den Staat und die Steuerzahler minimieren. Die Auktionen finden alle drei Monate statt, jeweils im Februar, Mai, August und November. Die Bundesnetzagentur bietet dabei eine maximale Leistungssumme an, auf die Investoren Gebote abgeben können. Das jährliche Ausschreibungsvolumen beträgt seit diesem Jahr 10 GW.

Windkraft-Dilemma - Projekte werfen zu wenig Rendite ab - Investoren ziehen sich zurück. Warum das Auktionsmodell versagt
Windkraft-Dilemma – Projekte werfen zu wenig Rendite ab – Investoren ziehen sich zurück. Warum das Auktionsmodell versagt

Dieses Modell funktioniert jedoch nur bei hoher Nachfrage. Wenn weniger Investoren teilnehmen, verliert die Auktion ihren Zweck. Der Diplom-Kaufmann Christoph Canne von der Bundesinitiative Vernunftkraft erklärt: „Die Bieter können dann relativ gefahrlos einen Betrag an der Höchstgrenze anbieten, ohne Gefahr zu laufen, keinen Zuschlag zu erhalten.“

Windkraft-Dilemma: Warum 5,5 GW genehmigte Projekte brachliegen

Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), berichtet von 5,5 GW genehmigter, aber nicht realisierter Windkraftprojekte seit 2021. Diese Projekte haben noch nicht an Auktionen teilgenommen. Canne hält das Nachfragedefizit angesichts der vorhandenen Kapazitäten für „höchst erstaunlich“.

Die Bundesnetzagentur schätzt, dass aufgrund fehlender Investoren höchstens die Hälfte der genehmigten Projekte realisiert wird. Die Rahmenbedingungen für Windkraft haben sich verschlechtert. Rohstoffkosten sind gestiegen, ebenso die Finanzierungskosten durch Zinserhöhungen der EZB. Auch die Pachtkosten für Windkraftanlagen sind eskaliert. Diese Faktoren machen viele Projekte unprofitabel. Canne geht davon aus, dass die Windkraftindustrie und Habeck die Auktionshöchstbeträge und die Mindestvergütungen erhöhen werden, um mehr Zuschläge zu erreichen. Das wird aber die Kostenthematik EEG weiter eskalieren lassen. Habeck hat diese bereits im Dezember 2022 um 25 Prozent erhöht.

„Regionalzuschläge garantieren Mindestvergütungen von 11,3 Cent pro Kilowattstunde“, so Canne. Diese Erhöhungen belasten jedoch den Bundeshaushalt. Die EEG-Vergütungen verursachen Kosten von bis zu 600.000 Euro pro Jahr pro Windrad – garantiert auf 20 Jahre.


Wenig Interesse bei früheren Auktionen

Schon in der ersten Ausschreibungsrunde dieses Jahres gab es weniger Interessenten als Zuschüsse. Die bezuschlagte Menge lag bei 1,8 GW, obwohl Fördergelder für 2,5 GW bereitstanden. Es gab kaum Unterbietungen.

Heidebroek äußert gegenüber der „Welt“: „Die Kürzung sendet ein falsches Signal an die Branche und die Öffentlichkeit.“

Die Zielvorgaben für 2024 sind in Rückstand geraten. Es fehlen noch 7,46 GW, um das Jahresziel von 10 GW zu erreichen. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Rückstand aufgeholt wird. Auch die langfristigen Ziele bis 2030 sind gefährdet, falls das geringe Interesse anhält.

Langfristige Ziele in Gefahr

Trotz staatlicher Unterstützung leidet die Windkraftbranche unter finanziellen und logistischen Problemen. Besonders deutsche Hersteller kämpfen. Der BWE beschreibt die finanzielle Situation als „angespannt“. Zwar steigen die Zubauzahlen, aber aufgrund der fehlenden Investoren nur langsam.

Der Bundesverband motiviert seine Mitglieder, mehr Interesse an Ausschreibungen zu zeigen. Nur steigende Investitionen können die notwendigen Impulse für die Energiewende setzen. Canne sieht jedoch ein „Dilemma“: „Es werden wesentlich höhere Summen für die Energiewende benötigt.“ Dies betrifft nicht nur neue Windkraftanlagen, sondern auch den Netzausbau und Backup-Kraftwerke.

Das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 15. November 2023 verschärft die Finanzlage zusätzlich. Die Richter erklärten die Umwidmung von Corona-Krediten für Klimamaßnahmen für rechtswidrig.

Korrektur 23.05
In einer früheren Version dieses Textes stand: „Canne schlägt vor, die Auktionshöchstbeträge und die Mindestvergütungen zu erhöhen.“
Dies entspricht nicht der tatsächlichen Aussage Cannes. Wir haben den Text an der entsprechenden Stelle korrigiert
.

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