Geheimpapier warnt vor Stromabschaltungen im Winter

Die verantwortlichen Politiker lassen aktuell keine Gelegenheit aus, um mantraartig zu wiederholen, dass die Stromversorgung in Deutschland sicher sei. Ein Geheimpapier der Netzbetreiber an das baden-württembergische Umweltministerium lässt daran aber massive Zweifel aufkommen. Die Netzbetreiber teilen darin mit, dass gezielte Abschaltungen, sogenannte Brownouts, in diesem Winter nicht mehr ausgeschlossen werden können (Bild: 10.12.22). Der Netzbetreiber TransnetBW hat seine Kunden bereits über eine APP dazu aufgerufen, zu bestimmten Uhrzeiten ihren Stromverbrauch zu reduzieren (Blackout-News: 09.12.22).


Netzbetreiber warnen in Geheimpapier vor Stromabschaltungen im Winter

Aus vertraulichen Unterlagen des Umweltministeriums in Baden-Württemberg geht hervor, dass gezielte Abschaltungen von Teilen des Stromnetzes in den kommenden Winterwochen nicht ausgeschlossen werden können. Die eventuell erforderlichen Brownouts sollen das Stromnetz vor Überlastung schützen. Nur durch gezielte Abschaltung ganzer Teilnetze sei ein flächendeckender Blackout zu vermeiden. Durch sogenannte rollierende Stromabschaltungen wären viele Haushalte und Unternehmen kurzzeitig ohne Strom.

Netzbetreiber warnen in Geheimpapier vor Stromabschaltungen im Winter. Planung sieht rollierende Stromabschaltungen für 90 Minuten vor
Netzbetreiber warnen in Geheimpapier vor Stromabschaltungen im Winter. Planung sieht rollierende Stromabschaltungen für 90 Minuten vor

Planung sieht rollierende Stromabschaltungen für 90 Minuten vor

In den kommenden Winterwochen könnte es in Baden-Württemberg zu solchen Abschaltungen kommen. Dabei sind rollierende Abschaltungen für jeweils etwa 90 Minuten vorgesehen. Die Abschaltung entsprechender Teilnetze könnte dann ganze Stadtteile und Industriebetriebe betreffen. 

Umweltministerium sieht Probleme bei der Stromversorgung in Frankreich

Laut dem Umweltministerium sei die Lage in Baden-Württemberg aufgrund des Strommangels in Frankreich besonders kritisch. In Frankreich sind derzeit nur noch 32 von insgesamt 56 Atomreaktoren am Netz. Deshalb fehle am Strommarkt der Strom, der bei Engpässen aus dem Nachbarland importiert wird.  In Baden-Württemberg stehen nach der Abschaltung der Atomreaktoren in Phillipsburg und Neckarwestheim nicht genug Backup-Kraftwerke zur Verfügung, um das Defizit bei Dunkelflaute ausgeglichen zu können. Dazu kommt auch noch, dass die Übertragungsnetze aus dem Norden nicht die erforderliche Kapazität haben, sodass, selbst wenn genug Strom im Norden vorhanden ist, dieser nicht in den Süden transportiert werden kann.


Abschaltungen würden in Baden-Württemberg zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen

Stromabschaltungen oder gar langwährende Stromausfälle würden in Baden-Württemberg hohe Schäden generieren, denn in Baden-Württemberg sind viele Großunternehmen und mittelständische Unternehmen mit hohem Energiebedarf ansässig. 

Auf Anfrage bezüglich der im Geheimpapier angesprochenen Dringlichkeit bei der Stromversorgung reagierte das Bundeswirtschaftsministerium mit dem Kommentar, man werde „Papiere der Landesregierung Baden-Württemberg nicht kommentieren“. Schließlich haben wir ja in Deutschland kein Stromproblem laut Aussage von Wirtschaftsminister Robert Habeck.

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