Frankreich wird größter europäischer Stromexporteur

Laut einem Bericht von EnAppSys überholte Frankreich bei den Stromexporten Europas größten Nettostromexporteur Schweden im ersten Halbjahr 2023. Frankreich konnte seine Stromexporte dank der erhöhren Verfügbarkeit von Atomstrom massiv steigern, während Deutschland deutlich mehr Strom importieren musste. EnAppSys veröffentlichte am Montag einen Bericht. Frankreichs gesamte Nettoexporte beliefen sich von Januar bis Juni auf 17,6 TWh. Der Großteil des Stroms ging nach Großbritannien und Italien. Großbritannien erhielt 8 TWh und Italien 9 TWh (montelnews: 04.08.23).


Frankreich kehrt zur Stromexportmacht zurück: Nuklearenergie macht es möglich

Jean-Paul Harreman, Direktor von EnAppSys, äußerte sich zum Anstieg der französischen Exporte. Der Grund sei die erhöhte Verfügbarkeit der Nuklearanlagen des Landes. Die Verfügbarkeit nuklearer Energie liegt aber immer noch 10–15 % unter dem Normalwert. Harreman sagte, eine Kapazitätssteigerung von 5 bis 10 GW gegenüber dem Vorjahr habe dazu beigetragen. Dadurch konnte die französische Energiebilanz wieder mehr in Richtung Export verschoben werden.

Frankreich kehrt zur Stromexportmacht zurück, während Deutschland nach Kernkraftschließungen auf Importe angewiesen ist
Frankreich kehrt zur Stromexportmacht zurück, während Deutschland nach Kernkraftschließungen auf Importe angewiesen ist
Bild: Marianne Casamance, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

„Als billigere Stromerzeugung auf dem französischen Markt verfügbar wurde, begann man wieder mit dem Export nach Großbritannien“, sagte er. Unterdessen blieb Schweden – das in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres der führende Exporteur war – bei „stabilen“ Exporten, fiel jedoch in der ersten Hälfte dieses Jahres auf den zweiten Platz zurück.

Das Land exportierte netto 14,6 TWh Strom in andere Länder, während Spanien Deutschland mit insgesamt 8,8 TWh Nettoexporten als dritthöchster Exporteur überholte.


Solarenergie-Boom treibt Spaniens Exporte, während Deutschland nach Kernkraftschließungen auf Importe angewiesen ist

„Spanien profitiert immer noch von einem niedrigeren Gaspreis für die Stromerzeugung und einer massiven erneuerbaren Energieerzeugung“, sagte Harreman und fügte hinzu: „Eine massive Steigerung der Solarkapazität in Spanien führte zu höheren Exporten.“

Gleichzeitig beliefen sich die Nettoexporte Deutschlands lediglich auf 0,6 TWh, verglichen mit 9,2 TWh im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres. Die Schließung der Kernkraftwerke des Landes sei der Hauptgrund für die Umstellung auf Importe gewesen, sagte Harreman.

„Diese Schließungen führten dazu, dass Deutschland in Zeiten geringer erneuerbarer Energieerzeugung zusätzlichen Strom aus anderen Ländern beziehen musste.“

Italien blieb in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 der größte Nettoimporteur und bezog 25,9 TWh aus dem Ausland, davon 9,9 TWh über die Schweiz und 9,5 TWh über Frankreich.

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