Erfolgreiche Proteste – RWE steigt überraschend aus Bau eines LNG-Terminal vor Rügen aus

Der Bau eines LNG-Terminals vor Rügen hat wochenlange Proteste vor Ort ausgelöst. Der Essener Energiekonzern RWE will sich überraschend aus dem Bauvorhaben zurückziehen. Vertreter des Energiekonzerns haben das Wirtschaftsministerium bereits über den unerwarteten Schritt informiert. Noch vor wenigen Tagen haben sich Wirtschaftsminister Robert Habeck und Bundeskanzler Olaf Scholz vor Ort für den Bau den Terminals starkgemacht.


Proteste gegen geplante LNG-Terminals auf Rügen: RWE zieht sich aus Projekt zurück

Seit Anfang des Jahres finden Proteste auf der ansonsten friedlichen Ostseeinsel Rügen statt. Die Demonstranten lehnen zwei mitten im Naturschutzgebiet vor der Küste des Urlaubsziels geplante Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) ab. Der Energiekonzern RWE sollte ursprünglich für den Bau verantwortlich sein, jedoch will sich das Unternehmen jetzt überraschenderweise aus dem Projekt zurückziehen. Vertreter des Energiekonzerns haben das Bundeswirtschaftsministerium bereits über den Ausstieg aus dem Projekt informiert (Spiegel: 28.04.23).

RWE betont, dass das Unternehmen die LNG-Infrastruktur nicht dauerhaft betreiben möchte und diese Aktivitäten an andere Akteure übergeben will. In den vergangenen Monaten betonte der CEO von RWE, Markus Krebber, mehrfach, dass der Bau und Betrieb von LNG-Terminals für den Energiekonzern kein besonders lukratives Geschäft sei. RWE war nur aufgrund einer Bitte der Bundesregierung im vergangenen Jahr in das Projekt involviert. Die Sprecherin von RWE stellt klar, dass diese Haltung nicht neu ist und dem Bundeswirtschaftsministerium bekannt ist.

Proteste gegen geplante LNG-Terminals auf Rügen: Der Essener Energiekonzern RWE zieht sich überraschend aus dem Bauprojekt  zurück
Proteste gegen geplante LNG-Terminals auf Rügen: Der Essener Energiekonzern RWE zieht sich überraschend aus dem Bauprojekt zurück
Bild: CeeGeeCC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Neue Terminals in Planung und Kritik an Überproduktion

Seit Mitte Dezember importiert Deutschland über die schwimmenden LNG-Terminals „Höegh Esperanza“ in Wilhelmshaven (Blackout-News: 22.11.22) und „Neptune“ in Lubmin erstmals eigenes Flüssigerdgas. Das Gas wird vor Ort wieder in Gasform umgewandelt und dann über Pipelines im ganzen Land verteilt.

Neben den bereits bestehenden Anlandeplätzen in Lubmin und Wilhelmshaven sind weitere Anlandeplätze geplant, darunter auch die beiden Terminals vor Rügen. RWE hatte im Auftrag der Regierung Mitte Februar mit den Vorarbeiten begonnen, doch diese lösten vor Ort lautstarke Proteste aus.

Die Kritik an den geplanten LNG-Terminals wird seit Monaten immer lauter. Laut einer Studie des New Climate Institute sollen bis Ende 2026 insgesamt elf LNG-Terminals in Deutschland in Betrieb gehen. Nach Ansicht der Autoren sind das viel mehr als man für eine sichere Versorgung benötigt.


Deutschland plant Importkapazitäten von 73 Milliarden Kubikmetern: Diskussionen über den Bau von LNG-Terminals gehen weiter

Durch die geplanten Terminals würden jährliche Importkapazitäten von etwa 73 Milliarden Kubikmetern entstehen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr importierte Deutschland etwa 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland. Zusätzlich wird weiterhin Erdgas über Pipelines aus Norwegen und anderen Ländern importiert. Befürworter argumentieren jedoch, dass bei der Energieversorgung immer mit leichten Überkapazitäten gerechnet werden muss, um die Versorgung sicherzustellen, wenn Gaslieferungen zum Beispiel ausfallen.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums betont, dass noch keine „endgültige politische Entscheidung über den Standort“ getroffen wurde, aber diese solle „zeitnah“ erfolgen. Dabei werde auch eine enge Abstimmung mit RWE stattfinden. Die Gespräche über weitere Maßnahmen und Entscheidungen laufen derzeit.

Deutschlands Pläne für LNG-Terminals umstritten

Obwohl das Kanzleramt auf Versorgungssicherheit drängt, sind im Bundeswirtschaftsministerium nicht alle von dem Vorhaben überzeugt. Im März veröffentlichte das Ministerium einen Bericht, der bei der Schätzung des Gasverbrauchs das höchstmögliche Szenario wählt und noch weitere zehn Prozent als Risikoaufschlag hinzufügt. Umweltschützer kritisieren, dass dadurch Milliarden an Steuergeldern in eine überdimensionierte LNG-Infrastruktur investiert werden, die für die Energiesicherheit nicht benötigt wird, gegen wissenschaftliche Empfehlungen. Der Bund hat bisher 9,8 Milliarden Euro zwischen 2022 und 2038 für seine Pläne vorgesehen, aber es könnten noch mehr werden.

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