Einsatz von Gaskraftwerken begrenzen: Industrie will Gasvorräte schonen

Große Energieverbraucher aus der Industrie erwägen, den Einsatz von Gaskraftwerken zu begrenzen. Das Ziel lautet: Gasvorräte schonen. Während der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) auf Kohlekraftwerke setzt, befürwortet Habeck ein pragmatisches Vorgehen.

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VIK setzt auf Kohlekraftwerke, um Gasvorräte zu schonen

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) will Gaskraftwerke nur noch als letzte Möglichkeit nutzen. Stattdessen soll der verstärkte Einsatz von Kohlekraftwerken dazu beitragen, die Gasvorräte zu schonen. Die Situation auf den Energiemärkten spitzt sich weiterhin zu. Der VIK sieht eine Unterbrechung der Pläne für die Stilllegungsauktionen der Steinkohlekraftwerke als sinnvoll an.

Einsatz von Gaskraftwerken begrenzen: Industrie will Gasvorräte schonen. Energieversorger lassen wieder mehr Kohlekraftwerke laufen
EiEinsatz von Gaskraftwerken begrenzen: Industrie will Gasvorräte schonen. Energieversorger lassen wieder mehr Kohlekraftwerke laufen
Bild: Wdwd, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Konkret schlägt der Verband in einer Beschlussvorlage für den VIK-Vorstand vor, die gesetzlich festgelegten Stilllegungstermine für Braunkohlekraftwerke in den Jahren 2022 und 2023 auf Ende 2024 zu verschieben. Der Verband hält auch eine Prüfung der geplanten Stilllegung von Kernkraftwerken zum Jahresende für notwendig. Laut Plan ersetzten Erdgaskraftwerke zukünftig die Kernkraftwerke. Das verursacht zusätzliche Probleme. Eine Verschiebung der Stilllegungstermine besitzt laut der Aussage des Verbandes das Potenzial, den aktuellen Erdgasverbrauch von Kraftwerken, die lediglich Strom liefern, zu verdoppeln.

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Die Forderungen des VIK zeigen, dass viele Unternehmen in der Industrie alarmiert sind. Spätestens im kommenden Winter ist mit Engpässen bei der Gasversorgung zu rechnen. Um diesen vorzubeugen, wollen viele Beteiligte bereits heute den Gasverbrauch auf ein Minimum reduzieren. Auf diese Weise werden die Reserven der Gasspeicher geschont.

Die Bundesnetzagentur macht wegen der angespannten Situation gerade eine Umfrage unter den großen Gasverbrauchern. Die Aufgabe der Agentur ist eine doppelte: Zum einen geht es um eine allgemeine Bedarfsermittlung. Zum anderen will die Agentur herauszufinden, welche Unternehmen systemrelevant sind, und ob diese durch eine Unterbrechung oder Reduzierung der Gaszufuhr besonders in Mitleidenschaft gezogen werden.

Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, schlägt im Hinblick auf die angespannte Situation noch eine weitere Möglichkeit vor: Bei Versorgungsunterbrechungen hält er die Einführung eines Auktionssystems für sinnvoll. Einige Ökonomen sprechen sich ebenfalls für diese Idee aus.

Habeck schließt Verlängerung der Nutzung von Kohlekraftwerken nicht aus

Bereits Anfang März hat der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) einen pragmatischen Ansatz zur Bewältigung von Engpass-Situationen befürwortet. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat deutlich gezeigt, wie wichtig eine energiepolitische Unabhängigkeit Deutschlands ist. Um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren, deshalb schließt Habeck eine Verlängerung der Nutzung von Kohlekraftwerken auch nicht mehr aus.

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Das Ministerium prüft zurzeit, woher im kommenden Winter zusätzliche Stromerzeugungskapazitäten – außer Gas – kommen könnten. Dieser Schritt dient dem Ziel, Gas zu sparen. Ein Vorschlag seitens des Ministeriums steht allerdings noch aus. Was die Ausschreibungen für die Abschaltung von Steinkohlekraftwerken angeht, spricht sich das Ministerium gegen eine Verschiebung aus. Die Begründung für die Entscheidung lautet: Die anstehenden Ausschreibungen um Stilllegungen sind erst in einigen Jahren Thema.

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) sieht das kritisch, denn die Zeit drängt. Seit Kriegsbeginn ist bereits viel Zeit verstrichen. Dennoch werden laut Verband Potenziale nicht genutzt, um die Gasvorräte zu schonen. Der VIK-Geschäftsführer Christian Seyfert appelliert deshalb an die Bundesregierung, die Situation unverzüglich zu beheben.

Leichte Entspannung bei Gasvorräten in Rehden

Im Blick auf die Gasvorräte macht sich aktuell eine leichte Entspannung bemerkbar: Die Bundesnetzagentur meldet, dass sich Deutschlands größter Erdgasspeicher in Rehden leicht gefüllt hat. Der Gasspeicher wird vom Unternehmen Astora – einer hundertprozentigen Tochter der Gazprom Germania betrieben. Die Bundesnetzagentur agiert seit dem 4. April als Treuhänderin des Unternehmens. Auf diese Weise verhindert diese, dass der russische Staatskonzern Gazprom der Befüllung widerspricht.

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