Westlake schließt PVC-Werk in Köln – 120 Arbeitsplätze fallen weg

Köln: Der US-Chemiekonzern Westlake schließt sein PVC-Werk in Köln im ersten Quartal 2027. Rund 120 Arbeitsplätze sollen entfallen, während der Konzern eine Jahreskapazität von etwa 165.000 Tonnen PVC streicht. Westlake nennt schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und wachsenden Importdruck aus Asien als Gründe. Zudem verteuern die geringe Größe und der höhere Logistikaufwand den Standort; deshalb verlagert Westlake Mengen auf günstigere deutsche Werke.

Das PVC-Werk in Köln schließt 2027. Westlake nennt hohe Energiekosten, schwache Nachfrage und wachsenden Importdruck aus Asien
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PVC-Werk in Köln hat höhere Kosten als andere Standorte

Der Konzern beschloss die Stilllegung bereits am 24. September und informierte die Beschäftigten fünf Tage später. Gleichzeitig begann Westlake die Beratungen mit dem örtlichen Betriebsrat. Das PVC-Werk in Köln verursacht laut Unternehmen höhere Kosten als andere europäische PVC-Standorte. Deshalb will Westlake die bisherige Produktionsmenge künftig auf andere Werke verteilen.

Die Stilllegung kostet Westlake voraussichtlich rund 205 Millionen Dollar vor Steuern. Davon entfallen etwa 100 Millionen Dollar auf zahlungswirksame Kosten und 105 Millionen Dollar auf nicht zahlungswirksame Belastungen. Rund 20 Millionen Dollar kalkuliert Westlake für Abfindungs- und Trennungskosten. Weitere 80 Millionen Dollar entfallen auf Vertragsbeendigungen, Rückbau und sonstige Stilllegungskosten. Zudem will der Konzern rund 110 Millionen Dollar der Gesamtbelastung noch 2026 verbuchen.


Wilhelmshaven wird zum günstigeren Schwerpunkt

Besonders deutlich wird die Strategie beim Blick auf Wilhelmshaven. Westlake übernahm dort am 15. Juni 2026 ein PVC- und VCM-Werk aus der Insolvenzverwaltung. Der Standort kann jährlich rund 380.000 Tonnen PVC produzieren und verfügt außerdem über einen Tiefwasserhafen. Deshalb sieht der Konzern dort Vorteile bei Rohstoffversorgung und Logistik.

Westlake will seine Kunden weiterhin aus anderen deutschen Werken beliefern. Damit bedeutet die Schließung keinen Rückzug aus dem deutschen PVC-Geschäft, sondern eine Verlagerung innerhalb des eigenen Produktionsnetzes. Das PVC-Werk in Köln verliert diesen konzerninternen Kostenvergleich vor allem bei Größe und Logistik. Gleichzeitig bündelt Westlake mehr Kapazität an Standorten mit günstigeren Produktionsbedingungen.


Chemieindustrie profitiert derzeit nur von Sondereffekten

Die deutsche Chemieindustrie meldet zwar bessere Stimmungswerte, jedoch bleibt die wirtschaftliche Belebung fragil. Der Ifo-Branchenindex stieg im September auf 5,5 Punkte nach minus 2,6 Punkten im August. Lieferprobleme asiatischer und nahöstlicher Anbieter halfen europäischen Produzenten, während Kunden ihre Lager aufstockten. Dennoch bezeichnet das Ifo diese Impulse als vorübergehend. Auch der VCI verweist auf schwache Auftragseingänge und strukturelle Kostennachteile deutscher Standorte.

Auch Westlake erwartet im dritten Quartal ein schwächeres Ergebnis als im zweiten Quartal. In Nordamerika sanken die durchschnittlichen Preise für PVC und Polyethylen gegenüber dem Vorquartal. Außerdem verteuerten höhere Dieselpreise den Transport, während die schwächere Bautätigkeit das Absatzvolumen im Infrastrukturgeschäft dämpfte. Die Kölner Stilllegung gehört deshalb zu einer breiteren Kostenbereinigung des Konzerns und ist keine isolierte lokale Entscheidung.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Reuters (02.10.26) – Westlake (29.09.26) – VCI (30.09.26)

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