Wacker Chemie streicht 1.300 Stellen – Burghausen verliert massiv Industriearbeitsplätze

Wacker Chemie baut in Burghausen im Landkreis Altötting bis Ende 2027 rund 1.300 Stellen ab, weil der Konzern sein Sparprogramm PACE umsetzt. Deutschlandweit sollen etwa 1.600 Arbeitsplätze wegfallen. Die Chemieindustrie leidet unter hohen Kosten, schwacher Nachfrage und starkem internationalen Wettbewerb. Der größte Risikofaktor bleibt die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland, deshalb trifft der Einschnitt Beschäftigte, Familien, Zulieferer und die regionale Wirtschaft erheblich (br: 08.05.26).


Wacker Chemie setzt in Burghausen den größten Einschnitt um

Burghausen trägt den Hauptteil des geplanten Abbaus. Der Standort zählt zu den wichtigsten Industriezentren Südostbayerns, außerdem arbeiten dort rund 8.000 Menschen. Deshalb wirkt der Stellenabbau weit über das Werk hinaus.

Wacker Chemie streicht 1.300 Stellen in Burghausen. Der Sparkurs trifft Beschäftigte, Region und deutsche Chemieindustrie
Wacker Chemie streicht 1.300 Stellen in Burghausen. Der Sparkurs trifft Beschäftigte, Region und deutsche Chemieindustrie

Auch andere deutsche Standorte verlieren Arbeitsplätze. In Nünchritz sollen rund 200 Stellen wegfallen, während München etwa 60 Stellen verliert. Weitere Standorte sind ebenfalls betroffen, jedoch bleibt Burghausen klarer Schwerpunkt.

Weniger Arbeitszeit, weniger Einkommen, keine betriebsbedingten Kündigungen

Der Konzern will betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Deshalb setzen Unternehmen und Arbeitnehmervertretung auf freiwillige Lösungen. Dazu zählen Altersteilzeit, Aufhebungsverträge und interne Wechsel.

Zugleich leisten die Beschäftigten einen befristeten Beitrag. Sie arbeiten bis 2028 vier Prozent weniger und erhalten zugleich vier Prozent weniger Einkommen. Diese Lösung soll Kosten senken, während möglichst viele Arbeitsplätze sozialverträglich entfallen.

Chemiekrise trifft den Industriestandort Deutschland

Die Entscheidung zeigt, wie stark die deutsche Chemieindustrie inzwischen unter Kostennachteilen leidet. Energie, Bürokratie und schwache Absatzmärkte belasten viele Unternehmen. Wacker Chemie will deshalb die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro senken.

Für Burghausen bedeutet der Abbau einen tiefen Einschnitt. Weniger Industriearbeitsplätze schwächen Kaufkraft, Pendlerströme und regionale Dienstleister. Zugleich wächst die Sorge, dass weitere Unternehmen ähnliche Schritte prüfen.


Folgen reichen bis nach Oberösterreich

Der Standort Burghausen hat auch für Österreich Bedeutung. Viele Beschäftigte pendeln aus Oberösterreich in das Werk, während regionale Betriebe eng mit der Industrie verbunden sind. Deshalb trifft die Entwicklung nicht nur Bayern.

Wacker Chemie bleibt trotz des Abbaus ein zentraler Arbeitgeber. Doch der Stellenabbau markiert eine klare Warnung für industrielle Kernregionen. Wenn Standortkosten weiter steigen, verlieren selbst starke Werke an Stabilität.

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