Die Chemie- und Pharmaproduktion in Deutschland ist zu Jahresbeginn gesunken. Im ersten Quartal ging sie um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug der Rückgang sechs Prozent, wie der Branchenverband VCI am Freitag mitteilte. Eine nachhaltige Erholung sei nicht abzusehen, weil hohe Energie-, Rohstoff- und Transportkosten infolge des Iran-Kriegs die Branche belasteten.
Die Produktion in der Chemieindustrie allein legte laut Verband leicht um zwei Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu – der Grund ist laut Verband eine Belebung der Nachfrage aufgrund von „Vorsichtsbestellungen“, weil die Kunden wegen des Iran-Kriegs steigende Preise sowie Unterbrechungen und Störungen der internationalen Lieferketten befürchteten.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Produktion allerdings um 4,3 Prozent. Mit 75,1 Prozent sei die Kapazitätsauslastung „weiter unrentabel“ geblieben, „der Stellenabbau setzte sich fort“.
Die Sperrung der Straße von Hormus hat für die deutsche Chemieindustrie aber auch Vorteile: Energie- und Rohstoffengpässe zwingen laut Verband die asiatische Chemie zu Produktionsdrosselungen und massiven Preiserhöhungen. Deshalb habe der Importdruck bei chemischen Grundstoffen zuletzt nachgelassen. Auch auf einigen Auslandsmärkten spürten die Unternehmen einen nachlassenden Wettbewerbsdruck seitens der asiatischen Konkurrenz. „Dieses zeitlich begrenzte Phänomen verschafft einigen Chemieunternehmen etwas Luft zum Atmen“, erklärte der Verband.
In der Pharmaindustrie sank die Produktion um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um 8,7 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2025. Die Unternehmen hätten im ersten und im vierten Quartal 2025 wegen drohender US-Zölle Vorzieheffekte genutzt, erklärte der Verband die heftigen Rückgänge. Insgesamt sei der Trend bei Pharma aber weiter positiv.
AFP
