China bremst neue Fabriken für Batteriespeicher wegen Überkapazitäten

China begrenzt offenbar seit Mai 2026 neue Produktionsprojekte für Batteriespeicher und weitere Batteriezellen. Behörden prüfen dabei bestehende Werke und bereits angekündigte Kapazitäten. Auslöser sind massive Überkapazitäten sowie der harte Preiswettbewerb zwischen den Herstellern. Während die weltweite Speichernachfrage weiter steigt, wächst Chinas Produktionsbasis noch schneller. Betroffen sind vor allem Projekte, deren Bau noch nicht begonnen hat. Bereits laufende Baustellen sollen dagegen weitergeführt werden. Ein offizieller landesweiter Erlass liegt bislang nicht vor.

China begrenzt neue Batteriefabriken. Überkapazitäten, Preisverfall und neue Steuern verändern den Markt für Batteriespeicher
China begrenzt neue Batteriefabriken. Überkapazitäten, Preisverfall und neue Steuern verändern den Markt für Batteriespeicher
Bild: KI-generiert

China prüft Kapazitätsausbau für Batteriespeicher

Mehrere chinesische Medien und internationale Branchenquellen bestätigen inzwischen den Eingriff. Allerdings veröffentlichte weder das Industrieministerium MIIT noch die Entwicklungsbehörde NDRC bislang ein entsprechendes Rundschreiben. Deshalb handelt es sich derzeit um eine administrative Genehmigungspraxis und nicht um ein öffentlich verkündetes Produktionsverbot.

Das Ausmaß des geplanten Ausbaus erklärt den Kurswechsel. Caixin beziffert die angekündigte zusätzliche Produktionskapazität auf rund 2.608,5 Gigawattstunden. Damit entspricht die Projektpipeline etwa dem 1,5-Fachen der gesamten chinesischen Batterieproduktion von 2025. Zugleich entfallen rund 70 Prozent der Ausbaupläne auf die zehn größten Hersteller.


Preisverfall trifft Hersteller trotz wachsender Nachfrage

Die hohe Nachfrage verhindert deshalb keinen Verdrängungswettbewerb. Weltweit verdoppelten sich die Auslieferungen von Speicherzellen 2025 nahezu auf 612 Gigawattstunden. Allerdings sank bei CATL der Umsatz je verkaufter Einheit im Speichergeschäft um rund 15 Prozent. Während große Hersteller ihre Kosten über Skaleneffekte drücken können, verschärft der Preisverfall die Lage kleinerer Anbieter. Der Boom bei Batteriespeicher führt damit nicht automatisch zu höheren Margen.

Auch Chinas eigener Speichermarkt zeigt inzwischen eine deutliche Verschiebung. Ende Juni erreichte die installierte neue Speicherkapazität 168,3 Gigawatt beziehungsweise 448,7 Gigawattstunden. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie damit um 59 beziehungsweise 71 Prozent. Zugleich gingen die neuen Inbetriebnahmen im ersten Halbjahr bei der Leistung um 18 Prozent zurück. Außerdem sanken sie bei der Speichermenge um 16 Prozent. Chinesische Unternehmen meldeten dennoch Auslandsaufträge über 298 Gigawattstunden, 83 Prozent mehr als im Vorjahr.


Neue Batterie-Steuer verschärft Chinas Kurswechsel

Zusätzlich verteuert Peking seit dem 1. September 2026 mehrere Batterietypen über eine Verbrauchsteuer. Für Lithium-Ionen-Batterien gilt zunächst ein Satz von zwei Prozent. Ab September 2027 steigt dieser nach derzeitiger Regelung auf vier Prozent. Während Natrium-Ionen-, Festkörper- und Brennstoffzellen vorerst ausgenommen bleiben, erfasst die Steuer auch klassische Lithium-Speicherzellen. Komplette Speichersysteme fallen jedoch nicht automatisch unter dieselbe Besteuerung.

Der Genehmigungsstopp trifft damit eine Branche mit gewaltiger vorhandener Produktionsbasis. Deshalb spricht kurzfristig wenig für einen abrupten weltweiten Mangel an Batteriezellen. Dennoch könnte ein längerer Investitionsstopp das Wachstum neuer chinesischer Kapazitäten deutlich bremsen. Für den globalen Markt für Batteriespeicher wäre das ein grundlegender Kurswechsel nach Jahren immer größerer Fabriken und sinkender Preise. Gleichzeitig bleiben chinesische Hersteller wegen ihrer bestehenden Werke und hohen Exportvolumina vorerst marktprägend.

Verfasser: Blackou News
Verwendete Quellen: Reuters (23.09.26) – Financial Times (10.09.26) –ESS News (07.09.26)

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