Kurz vor dem geplanten Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping am 14. und 15. Mai wächst in den USA der Widerstand gegen eine Marktöffnung für chinesische Autos. Autoindustrie, Gewerkschaften, Stahlhersteller und Abgeordnete beider Parteien warnen vor Importen, Werksansiedlungen und vernetzter Fahrzeugtechnik aus China. Auslöser sind Trumps frühere Aussagen in Detroit, wonach chinesische Hersteller in den USA Werke bauen könnten. Zugleich fürchten Kritiker Billigmodelle, Datenzugriffe, staatlich gestützte Konkurrenz und Druck auf Löhne. Betroffen wären vor allem US-Hersteller, Zulieferer, Stahlbetriebe und Industriearbeitsplätze (berliner-zeitung: 11.05.26).
Kongress will Marktöffnung für chinesische Fahrzeuge stoppen
Der politische Widerstand kommt deshalb aus beiden Parteien. Senatorin Elissa Slotkin aus Michigan fordert Trump auf, kein Abkommen über chinesische Auto-Investitionen zu schließen. Gemeinsam mit dem republikanischen Senator Bernie Moreno aus Ohio treibt sie einen Gesetzentwurf zur Sicherheit vernetzter Fahrzeuge voran.

Der Entwurf soll Import, Verkauf und Betrieb bestimmter Fahrzeuge aus China verbieten. Außerdem nimmt er Software und Datensysteme in vernetzten Autos ins Visier. Im Repräsentantenhaus liegt zugleich ein ähnlicher Vorstoß vor, der noch weiter geht.
Chinas Exporte verschärfen den Druck
Die Sorge wächst jedoch nicht nur wegen der Politik in Washington. Chinas Automarkt schwächelt seit Monaten. Im April fielen die Pkw-Verkäufe dort den siebten Monat in Folge und sanken um 21,6 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge.
Gleichzeitig steigen die Ausfuhren stark. Chinas Pkw-Exporte legten im April um 80,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden betrug das Plus sogar 111,8 Prozent. Deshalb fürchtet die US-Branche, dass chinesische Hersteller Überkapazitäten ins Ausland drücken.
Marktöffnung könnte US-Werke massiv treffen
Der Blick nach Europa und Mexiko verstärkt diese Warnungen. In der EU verdoppelte sich der Marktanteil chinesischer Marken im Vorjahr auf etwa sechs Prozent. In Mexiko sind außerdem 34 chinesische Marken aktiv und erreichen rund 15 Prozent Marktanteil.
Der Preisabstand gilt deshalb als zentrales Risiko. Ein Geely EX2 kostet in Mexiko rund 22.700 Dollar. Das günstigste Tesla Model 3 liegt in den USA dagegen bei 38.630 Dollar. Eine Marktöffnung könnte diesen Preisdruck direkt in den US-Markt tragen.
Regierung dementiert Auto-Deal mit China
Die US-Regierung versucht jedoch, die Debatte zu beruhigen. Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte im April, Autos stünden beim Peking-Gipfel nicht auf der Tagesordnung. Handelsminister Howard Lutnick schloss chinesische Investitionen im US-Autosektor ebenfalls aus.
Die Skepsis bleibt trotzdem groß. Beim Gipfel geht es auch um Handel, Taiwan, den Irankrieg, Atomwaffen, Künstliche Intelligenz, seltene Erden sowie mögliche Käufe von Boeing-Flugzeugen und Agrargütern. Deshalb fürchten Industrievertreter, dass eine Marktöffnung für Autos Teil eines größeren Pakets werden könnte.
Lesen Sie auch:
- Ford beendet E-Auto Strategie: 19,5 Milliarden Verlust erzwingen einen radikalen Kurswechsel
- Elektroautos verkommen in China zum Wegwerfprodukt
- Elektroautos: 60 Milliarden Euro Verlust bei Autoherstellern durch ideologische Fehlsteuerung
- Toyota verkauft im Heimatmarkt Japan nur 18 Elektroautos im Monat – Markt praktisch tot
