Bosch streicht 900 Stellen am Standort Nürnberg – Hälfte der Belegschaft betroffen

Nürnberg – Der Stellenabbau bei Bosch trifft das Nürnberger Werk mit voller Wucht. Bis Ende 2029 will der Autozulieferer rund 900 von derzeit etwa 1.800 Arbeitsplätzen streichen und damit die Belegschaft ungefähr halbieren. Bosch begründet den Schritt mit fehlenden Aufträgen, dem Wandel der Autoindustrie und wachsendem Preis- und Wettbewerbsdruck. Außerdem bleiben die Geschäfte mit Brennstoffzellentechnik hinter früheren Erwartungen zurück. Die bestehende Beschäftigungssicherung endet Ende 2026, während Bosch auch eine spätere Schließung des Werks nicht ausschließt.

Stellenabbau bei Bosch trifft Nürnberg hart: Bis 2029 fallen 900 Jobs weg. Zugleich wächst die Sorge um die Zukunft des gesamten Werks
Stellenabbau bei Bosch trifft Nürnberg hart: Bis 2029 fallen 900 Jobs weg. Zugleich wächst die Sorge um die Zukunft des gesamten Werks
Bild: Shutterstock

Bosch-Stellenabbau trifft vor allem Verbrenner-Produktion

Das Nürnberger Werk fertigt vor allem Hochdruckpumpen für Benzineinspritzsysteme und weitere Komponenten für Verbrennungsmotoren. Außerdem produziert der Standort Technik für Brennstoffzellensysteme. Doch bei beiden Geschäftsfeldern fehlen inzwischen ausreichende Aufträge für die vorhandenen Kapazitäten.

Besonders die Hochdruckpumpe gerät nach Angaben der IG Metall in einen harten konzerninternen Preiswettbewerb. Andere Bosch-Werke innerhalb und außerhalb Europas produzieren teilweise zu deutlich niedrigeren Kosten. Deshalb sieht Bosch am Nürnberger Standort einen erheblichen Anpassungsbedarf.


Abbau kommt zusätzlich zu 22.000 bereits angekündigten Stellen

Der Stellenabbau in Nürnberg ist kein isolierter Einschnitt. Konzernweit hatte Bosch zuvor bereits den Wegfall von rund 22.000 Arbeitsplätzen angekündigt, wobei ein großer Teil den Unternehmensbereich Mobility betrifft. Zugleich beschäftigte Bosch Ende Juni weltweit noch 406.225 Menschen.

Die Entwicklung fällt jedoch nicht mit einem Umsatzeinbruch des gesamten Konzerns zusammen. Bosch steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro. Allerdings sank die operative EBIT-Rendite von 5,1 auf 4,6 Prozent, während Sondereffekte besonders das Mobility-Geschäft belasteten.


IG Metall sieht Zukunft des Nürnberger Werks gefährdet

Der zweite kritische Punkt beim Bosch-Stellenabbau betrifft die verbleibenden Arbeitsplätze. Laut IG Metall fordert das Unternehmen neben dem Abbau von mehr als 900 Stellen weitere Einsparungen von 15 Prozent bei den Personalkosten. Zudem habe Bosch bisher keine verbindlichen Zusagen für neue Produkte am Standort gemacht.

Betriebsrat und Gewerkschaft verweisen jedoch auf vorhandene technische Kompetenzen in Nürnberg. Das Werk verfügt unter anderem über Erfahrung mit industriellem 3D-Druck, Hochgeschwindigkeits-Metallbearbeitung, Automatisierung und Sondermaschinenbau. Bereits seit Herbst 2025 versucht der Betriebsrat nach eigenen Angaben, eine neue Beschäftigungssicherung auszuhandeln. Bosch prüfte währenddessen verschiedene Szenarien bis hin zur Schließung des Standorts.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Welt (29.09.266) – Die Zeit (28.09.26) – BR24 (28.09.26) – IG Metall Nürnberg (28.09.26)

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