Peking meldete im Juli einen Anstieg der China-Exporte um 27 Prozent gegenüber Juni 2025. Analysten hatten jedoch nur 18,2 Prozent erwartet. Der Exportboom stützte sich vor allem auf Halbleiter, Computertechnik und Autos. Bei Halbleitern beruhte ein Teil des Wertzuwachses allerdings auf höheren Preisen statt auf größeren Mengen. Die Importe stiegen um 36 Prozent, dennoch erreichte der Handelsüberschuss 125,6 Milliarden Dollar. Deshalb verschärft der Exportboom die Handelskonflikte mit den USA und Europa und erhöht den Wettbewerb für deutsche Hersteller.
Halbleiterpreise treiben die China-Exporte
Der Wert chinesischer Halbleiterausfuhren verdoppelte sich binnen eines Jahres. Dabei sank jedoch die exportierte Stückzahl. Julian Evans-Pritchard von Capital Economics führt den Wertzuwachs deshalb vor allem auf knappe und teurere Speicherchips zurück. Auch Datenverarbeitungsgeräte legten wertmäßig um 53,1 Prozent zu. Damit beruhte ein wichtiger Teil der China-Exporte auf Preissteigerungen statt auf höheren Mengen.

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Die Autoindustrie lieferte ebenfalls deutlich mehr Waren ins Ausland. Der Wert der Fahrzeugausfuhren stieg außerdem um 69,6 Prozent. China exportierte im Juni erstmals mehr als eine Million Autos in einem Monat. Zudem gingen 32 Milliarden integrierte Schaltkreise an ausländische Abnehmer. Der Branchenmix zeigt dennoch, wie stark Peking seine Industrie auf Technologie und weltweite Nachfrage ausrichtet.
Deutschland kauft deutlich mehr Waren aus China
Chinas Ausfuhren nach Deutschland lagen im Juni 27,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Einfuhren aus Deutschland wuchsen dagegen nur um 3,1 Prozent. Im ersten Halbjahr lieferte China Waren für 67,5 Milliarden Dollar nach Deutschland. Deutschland verkaufte jedoch nur Güter im Wert von 45,2 Milliarden Dollar nach China. Das deutsche Handelsdefizit erreichte deshalb 22,3 Milliarden Dollar.
Auch im Handel mit der Europäischen Union vergrößerte China seinen Vorsprung. Der monatliche Überschuss stieg zudem von 30,7 auf 32,9 Milliarden Dollar. Die chinesischen Lieferungen in die EU erhöhten sich im Juni um 18,5 Prozent. Die EU-Ausfuhren nach China legten dagegen nur um 9,2 Prozent zu. Diese Differenz verschärft den Wettbewerb besonders bei Autos, Maschinen, Batterien und industrieller Elektronik.
Exportboom trifft auf schwache Nachfrage in China
Die China-Exporte bleiben für Peking wichtig, weil die heimische Nachfrage nur schwach wächst. Chinas Wirtschaft expandierte im zweiten Quartal jedoch nur um 4,3 Prozent. Das war das geringste Quartalswachstum seit Ende 2022. Einzelhandel, Investitionen und Immobilienmarkt lieferten deshalb deutlich weniger Impulse als Industrie und Außenhandel. Die Immobilieninvestitionen sanken im ersten Halbjahr sogar um 18 Prozent.
China dürfte seine Fabriken deshalb weiter über ausländische Käufer auslasten. Die Exportquote der Industrie erreichte zuletzt außerdem den höchsten Stand seit dem WTO-Beitritt 2001. Für Deutschland bedeutet das mehr günstige Konkurrenz bei technologisch anspruchsvollen Produkten. Allerdings wachsen auch die Abhängigkeiten bei Batterien, Vorprodukten und elektronischen Komponenten. Europa muss deshalb eigene Investitionen, Handelsschutz und Versorgungssicherheit enger miteinander verbinden.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Financial Times (21.07.26) – Reuters (15.07.26) – AP (15.07.26) – Süddeutsche Zeitung (14.07.26) – Elektroniknet (14.07.26)
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