Peking, Juli 2026: Netzengpässe bremsen Chinas weltweit größten Ausbau von Solar- und Windkraft. Fernleitungen, starre Marktregeln und Kohleanreize verhindern jedoch, dass Betreiber jede mögliche Kilowattstunde einspeisen. Deshalb müssen sie Anlagen häufiger drosseln, obwohl neue Parks in Rekordtempo entstehen. In den Ultrahochspannungsleitungen stammen nur rund 20 Prozent des Stroms aus Wind und Sonne. Kohlekraft liefert dort dagegen 42 Prozent.
Erzeugung und Stromverbrauch liegen weit auseinander
China errichtet seine größten Energiezentren vor allem in den trockenen Regionen des Nordens und Nordwestens. Dort stehen große Flächen für Solarparks und Windkraftanlagen bereit. Die wichtigsten Industriezentren liegen jedoch weit entfernt an der Ost- und Südküste. Deshalb muss der Strom über Tausende Kilometer zu Fabriken, Städten und Ballungsräumen fließen.

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Allein 2025 nahm China rund 317 Gigawatt neue Solarleistung und 120 Gigawatt Windkraft in Betrieb. Bis Juni 2026 befanden sich außerdem 664 Gigawatt Solar- und 698 Gigawatt Windleistung in Planung oder Bau. Netzengpässe begrenzen jedoch den Nutzen dieses Rekordausbaus. Bis 2030 benötigen weitere 315 Gigawatt aus den Megastandorten neue Fernleitungen. Dafür wären 27 zusätzliche Gleichstromtrassen nötig, geplant sind bisher jedoch etwa zehn.
Netzengpässe halten Kohle in den Fernleitungen
Die Ultrahochspannungsleitungen transportieren seit 2021 kaum einen höheren Anteil an Wind- und Solarstrom. Langfristige Kohleverträge und regionale Vorgaben begrenzen zudem die flexible Einsatzplanung. Dadurch fehlt Spielraum, wenn besonders viel Wind- oder Solarstrom verfügbar ist. Betreiber müssen mögliche Produktion deshalb reduzieren oder vollständig zurückhalten.
Auch neue Leitungsvorhaben lösen das Problem nur teilweise. Elf geplante Trassen verbinden 129 Gigawatt Wind- und Solarleistung mit 40 Gigawatt Kohlekraft. Der erwartete Strommix verteilt sich deshalb nahezu gleichmäßig auf Kohle und erneuerbare Energien. Netzengpässe verbinden sich damit mit einer Infrastruktur, die fossile Erzeugung weiterhin fest einplant.
Peking erhöht die Ausbauziele bis 2030
Peking veröffentlichte am 23. Juli einen neuen Plan für die Jahre bis 2030. Die Regierung will die Stromerzeugung aus Wind und Sonne um 53 Prozent erhöhen. Beide Technologien sollen dann jährlich mehr als 4.000 Terawattstunden liefern. Außerdem sollen sie rund 30 Prozent der gesamten Stromerzeugung abdecken.
Speicher sollen die Anlagen zugleich verlässlicher machen. Wind, Solar und angeschlossene Speicher sollen bei Lastspitzen acht Prozent ihrer installierten Leistung sicher bereitstellen. In kritischen Verbrauchsphasen sollen sie außerdem mindestens 20 Prozent des Strombedarfs decken. China plant dafür mehr als 300 Gigawatt zusätzliche abrufbare Leistung aus erneuerbaren Quellen. Doch installierte Kapazität ersetzt keine Kohle, solange Leitungen, Speicher und Marktregeln nicht Schritt halten.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: National Development and Reform Commission (23.07.26) – Reuters (23.07.26) – Reuters (21.07.26) – Global Energy Monitor (21.07.26)
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