Wer hat den elektrischen Strom erfunden?

Ohne Strom geht in unserer modernen Gesellschaft so gut wie nichts mehr. Strom braucht man praktisch für nahezu alle Lebensbereiche. Ohne Strom würde unsere moderne Gesellschaft stillstehen. Die Nutzung von elektrischem Strom ist allgegenwärtig. Mit dem Artikel „Wer hat den elektrischen Strom erfunden?“ wollen wir eine kleine Serie starten, in der wir einen Überblick zur Geschichte des Stroms geben.

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Wer hat eigentlich den elektrischen Strom erfunden?

Beim elektrischen Strom kann man eigentlich nicht von einer Erfindung sprechen, denn elektrischer Strom ist ein Naturphänomen. Deshalb müsste man eher fragen: Wer hat den elektrischen Strom entdeckt? Dazu muss man allerdings sehr weit in der Geschichte zurückgehen, und zwar mehr als 2000 Jahre. Ungefähr 550 v. Chr., hat der griechische Mathematiker und Philosoph Thales von Milet die elektrische Ladung entdeckt. Er stellte beim Reiben eines Bernsteins fest, dass dieser dadurch kleine Teilchen anzieht.

Durch das Reiben des Bernsteins an einem Tierfell blieben an diesem Stroh und kleine Federn hängen. Thales konnte zwar dieses Phänomen nicht erklären, dennoch gilt er durch dieses Experiment als erster Entdecker der Elektrizität. Thales‘ Entdeckung war aber noch kein elektrischer Strom im Sinne, wie wir ihn zur Nutzung kennen, sondern eigentlich nur Ladung auf dem benutzten Bernstein. Dennoch gab seine Entdeckung dem Elektron, dem negativ geladenen Elementarteilchen, seinen Namen, denn „élektron“ ist das altgriechische Wort für Bernstein.

Wer hat den elektrischen Strom erfunden? Die Geschichte des elektrischen Stroms, kurz und einfach zusammengefasst.
Wer hat den elektrischen Strom erfunden? Die Geschichte des elektrischen Stroms, kurz und einfach zusammengefasst.
Bild: Deutsche Bundespost, Public domain, via Wikimedia Commons

Von der elektrischen Ladung zum Strom

Von der Entdeckung der Ladung zum fließenden Strom dauerte es sehr lange. Der deutsche Physiker Otto von Guericke erfand 1672 eine „Elektrisiermaschine“, die elektrische Ladungen erzeugen konnte und damit praktisch den ersten Generator. Mit der „Elektrisiermaschine“ konnte Guericke Funken erzeugen. Diese entstanden durch eine rotierende Schwefelkugel. Mit dieser Maschine konnte Guericke verschiedene Phänomene beobachten. So entdeckte der die Leuchtwirkung (Elektrolumineszenz), und die wichtige Leitung von elektrischer Ladung (Influenz). Außerdem stellte er fest, dass sich zwei gleich elektrisierte Körper abstoßen.

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Es dauerte bis zum Jahr 1733, bis es dem französischen Wissenschaftler Charles du Fray, gelang, die Existenz zweier unterschiedlicher Ladungen nachzuweisen: Einer positiven und einer negativen.1745 und 1746 erfanden die beiden Wissenschaftler Ewald Georg von Kleist und Pieter van Muschenbroek unabhängig voneinander eine frühe Form eines Kondensators, also einen Speicher für Ladung.

Von Volt über Ampere zu Ohm – die Entdeckung des Ohmschen Gesetzes

Im Jahr 1800 erfand der italienische Forscher Alessandro Volta die erste Batterie. Diese bestand aus dünnen Kupfer- und Zinkscheiben, die durch mit Salzlösung getränkte Pappscheiben getrennt waren. Volta wurde dadurch der Namensgeber für die elektrische Spannung, die heute in Volt angegeben wird. Und 1820 erforschte der französische Forscher André-Marie Ampère den Einfluss von Magneten und den Elektromagnetismus. Deshalb wurde die Einheit für die elektrische Stromstärke nach ihm benannt. Es dauerte noch bis 1826, als der deutsche Physiker Georg Simon Ohm den Zusammenhang zwischen Stromstärke, Widerstand und Spannung entdeckte. Das Ohmsche Gesetz war letztendlich der Durchbruch zur Nutzung des elektrischen Stroms.

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Mit der Erfindung der Glühbirne kam der Strom in die Privathaushalte

Mit dem Ohmschen Gesetz kam der Durchbruch zur Nutzung des elektrischen Stroms. Der deutsche Ingenieur Werner von Siemens entwickelte 1866 eine Dynamomaschine, den ersten Generator, der in der Praxis eingesetzt wurde. Mit der Erfindung von Thomas Alva Edisons Glühbirne mit Kohlefaden, die er 1880 zum Patent anmeldete, kam der Strom dann in die ersten Privathaushalte. Von da an ging die Entwicklung von elektrischen Geräten immer schneller voran