Gaslieferungen aus Katar – Verhandlungen stocken

Die EU will nicht nur ein Ölembargo auf russisches Erdöl, sondern auch möglichst schnell unabhängig werden von russischem Gas. Deutschland setzt dabei auf Flüssiggas aus USA und Katar. Von seiner ersten Reise nach Katar kam Wirtschaftsminister Habeck voll Euphorie zurück und sprach von festen Vereinbarungen. Nur wenige Tage danach widersprach allerdings der katarische Energieminister energisch und wollte von einem Vertragsabschluss nichts wissen. Die Verhandlungen mit Katar gehen offensichtlich weiter, aber diese scheinen sich extrem schwierig zu gestalten.

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Verhandlungen mit Katar verlaufen zäh

Insidern zufolge laufen die Verhandlungen mit Katar mehr als zäh. So soll Katar bei den Verhandlungen auf Vertragslaufzeiten von mindestens 20 Jahre bestehen. Ein Zeitraum, in dem die grünen Minister bereits den kompletten Ausstieg aus Gas geplant haben. Denn nach dem Willen der Ampelregierung soll Deutschland bereits 2045 vollständig klimaneutral sein.

Gaslieferungen aus Katar - Verhandlungen stocken. Droht jetzt Habecks Deal mit dem Emirat sogar noch zu platzen?
Gaslieferungen aus Katar – Verhandlungen stocken. Droht jetzt Habecks Deal mit dem Emirat sogar noch zu platzen?
Bild: Emir von Katar Ahmad Thamer Al Kuwari, CC0, via Wikimedia Commons

Dabei soll bereits ab dem Jahr 2035 kein CO₂ aus fossiler Verbrennung mehr ausgestoßen werden. So sieht es zumindest der jüngste Kabinettsbeschluss der Ampelregierung vor. Damit wäre es bis dahin nicht mehr erlaubt, Gas zum Heizen oder zur Stromerzeugung einzusetzen. Allerdings braucht Deutschland noch große Mengen Gas bis dahin. Die einzige Alternative ist russisches Gas durch Flüssiggas aus USA und Katar zu ersetzen. USA kann die erforderlichen Mengen aber alleine nicht liefern und außer Katar gibt es praktisch keine weiteren Anbieter.

Die erste Euphorie scheint bei Wirtschaftsminister Habeck erst einmal verloren gegangen zu sein. Presseanfragen zum Stand der Verhandlungen lässt sein Ministerium unbeantwortet. Von der Energiepartnerschaft, von der Robert Habeck nach seinem Besuch im Emirat im März berichtet, scheint man noch sehr weit weg zu sein.

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Droht jetzt Habecks Deal mit Katar sogar zu platzen?

Es spricht einiges dafür, dass Habecks Deal durchaus noch platzen kann. Denn außer der langen Vertragslaufzeit fordern die Verhandler aus dem Emirat auch noch, dass Gas welches nach Deutschland geliefert wird nicht in europäische Länder weitergeleitet werden darf. Dies verstößt allerdings gegen den europäischen Notfallplan. Darüber hinaus soll nach den Wünschen der katarischen Verhandler der Gaspreis auch noch an den Ölpreis gekoppelt sein, während Deutschland auf eine Kopplung den europäischen Gas-Index besteht. Ein Experte im Gashandel meinte dazu: „Katar hat die Hebel in der Hand. Am Ende wird Deutschland auf die Bedingungen eingehen müssen, um die Versorgung zu sichern. Heißt: Eine Bindung an den Ölpreis, was zu einer hohen finanziellen Belastung für Deutschland führen wird.“

Selbst wenn der Deal noch zustande kommt, es wird teuer werden für die Verbraucher

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