Windrad-Lärm in Leckmart: Defekte bestätigt, Abnahmemessung fehlt

Leckmart – Mitte Juli 2026 bestätigen der Hochsauerlandkreis und der Kreis Olpe unzulässige Störgeräusche am Windpark Herrscheid. Technische Defekte verursachten dort wiederholt Windrad-Lärm mit Schlag-, Brems- und Brummgeräuschen. Anwohner hören die vier Anlagen jedoch nach eigenen Angaben auch im normalen Betrieb deutlich. Eine unabhängige Abnahmemessung fehlt, deshalb bleibt die Dauerbelastung an den Wohnhäusern ungeklärt.


Windrad-Lärm durch technische Defekte bestätigt

Beide Behörden trennen klar zwischen technischen Störungen und dem genehmigten Regelbetrieb. Der Kreis Olpe erklärt, die Geräusche seien „nicht durch die Genehmigung erlaubt und deshalb unzulässig“ gewesen. Auch der Hochsauerlandkreis stellt fest: „Die Windenergieanlagen waren durch den Defekt offensichtlich zu laut.“ Nach Angaben des Kreises bestreitet auch der Betreiber diese Bewertung nicht.

Windrad-Lärm am Windpark Herrscheid belastet Anwohner. Behörden bestätigen Defekte  - Regelbetrieb ist noch nicht unabhängig vermessen
Windrad-Lärm am Windpark Herrscheid belastet Anwohner. Behörden bestätigen Defekte – Regelbetrieb ist noch nicht unabhängig vermessen
Bild: Shutterstock

ABO Energy führt den Windrad-Lärm auf Bremsen der Azimutmotoren zurück. Diese Motoren richten Maschinenhaus und Rotor nach der jeweiligen Windrichtung aus. Der Turm verstärkte die Geräusche außerdem durch den Widerhall in seinem Inneren. Ein Serviceeinsatz beseitigte den letzten bekannten Defekt. Eine vollständige Abschaltung hätte den Lärm laut ABO Energy jedoch nur begrenzt verhindert.

Regelbetrieb bleibt ohne unabhängige Abnahmemessung

Beim normalen Betrieb bleibt die Lage jedoch offen. Der HSK erklärt: „Bisher konnte von Seiten des HSK im Regelbetrieb der Windenergieanlagen keine Überschreitung der Richtwerte festgestellt werden.“ Eine unabhängige Abnahmemessung hat dennoch noch nicht stattgefunden. Deshalb fehlt der abschließende Nachweis zur tatsächlichen Geräuschbelastung.

Anwohner aus Leckmart berichten dagegen auch außerhalb offensichtlicher Störungen von deutlich hörbaren Anlagen. Sie schildern Schlag-, Brems- und Brummgeräusche sowie anhaltende Belastungen. Die Beschwerden betreffen deshalb nicht nur einzelne technische Ausfälle. Ohne unabhängige Messdaten lassen sich diese Aussagen jedoch weder bestätigen noch ausschließen.


Bezirksregierung erkennt keine Fehler der Behörden

Bei Beschwerden nimmt der HSK nach eigener Darstellung zunächst eine überschlägige Messung vor. Zeigt sie mögliche Richtwertüberschreitungen, folgen weitere Schritte. Für den Windrad-Lärm im Regelbetrieb liefert dieses Verfahren jedoch noch keinen abschließenden Nachweis. Die Bezirksregierung fand bei der Prüfung einer Anwohnerbeschwerde keinen Fehler im bisherigen Verwaltungshandeln.

Der Windpark Herrscheid umfasst vier Anlagen mit jeweils 5,5 Megawatt Leistung. Ende März 2025 beendete er laut ABO Energy seinen Probebetrieb. Der Projektentwickler beziffert die Jahresproduktion auf den Verbrauch von rund 18.000 Haushalten. Diese Leistung ändert jedoch nichts an der Pflicht, die genehmigten Schallwerte einzuhalten. Für die Anwohner bleibt deshalb entscheidend, wann die unabhängige Abnahmemessung erfolgt.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Westfalenpost (17.07.26)ABOEnergy (Stand: 18.07.26)

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