Im Windpark Königseiche bei Baiereck im Kreis Göppingen laufen zwei Windräder seit Anfang Mai nur noch eingeschränkt, weil Messungen in der Nacht vom 13. auf den 14. März auffällige Brummgeräusche nachgewiesen haben. Die gesetzlichen Lärmwerte wurden zwar eingehalten, jedoch stellten Gutachter eine störende Tonhaltigkeit fest. Diese Geräuschanteile hatten seit Monaten Beschwerden von Anwohnern ausgelöst. Deshalb greift nun eine, von den Behörden angeordnete, Drosselung der Anlagen bei stärkerem Wind (swr: 11.05.26).
Brummgeräusche trotz eingehaltener Grenzwerte
Die Messungen fanden an drei Punkten rund um Baiereck statt. Zwei Messpunkte lagen direkt an einem Wohnhaus in der Brunnenstraße. Dort erfassten Fachleute die Geräusche im Garten und vor einem geöffneten Fenster. Außerdem diente ein weiterer Standort außerhalb der Wohnbebauung der technischen Bewertung.

Die gemessenen Pegel blieben unter den zulässigen Grenzwerten der TA Lärm. Dennoch registrierten die Experten bei höheren Windgeschwindigkeiten auffällige Frequenzanteile. Solche Töne nehmen viele Menschen als Brummgeräusche oder Dröhnen wahr. Deshalb reicht die reine Einhaltung der Grenzwerte in diesem Fall nicht aus, um den Konflikt zu beenden.
Betreiber muss Windräder bei stärkerem Wind drosseln
Seit dem 8. Mai werden die beiden Anlagen heruntergeregelt, sobald die Windgeschwindigkeit mehr als neun Meter pro Sekunde erreicht. Das entspricht etwa 32 Kilometern pro Stunde. Zugleich liegt dieser Bereich ungefähr bei Windstärke fünf. Die Maßnahme soll verhindern, dass die störenden Tonanteile erneut deutlich auftreten.
Betreiber und Hersteller prüfen außerdem technische Änderungen an den Windrädern. Dabei geht es um eine dauerhafte Lösung für die auffälligen Geräusche. Nach möglichen Umbauten sollen neue Immissionsmessungen folgen. Erst danach können die Behörden entscheiden, ob der Betrieb wieder ohne Einschränkungen möglich ist.
Windpark Königseiche bleibt Konfliktthema
Die Debatte um den Windpark Königseiche dauert bereits seit Monaten an. Die Anlagen gingen Ende Dezember 2024 ans Netz. Kurz danach meldeten Bewohner aus Baiereck nächtliche Brummgeräusche und tieffrequente Töne. Deshalb wuchs der Protest im Ort schnell.
Inzwischen gilt ein technisches Problem an den Anlagen als mögliche Ursache. Frühere Untersuchungen führten bereits zu Arbeiten an den Windrädern. Dennoch blieb das Geräuschproblem bestehen. Zugleich rückt die Tallage von Baiereck stärker in den Fokus, weil sie bestimmte Frequenzen begünstigen könnte.
Für die Anwohner zählt nun vor allem das Ergebnis der technischen Nachbesserung. Formal halten die Windräder die Lärmrichtwerte ein. Jedoch zeigen die Messungen, dass einzelne Tonanteile trotzdem erhebliche Störungen verursachen können. Deshalb wird der Fall zum Prüfstein für den Umgang mit Windkraftanlagen nahe sensibler Wohnlagen.
Lesen Sie auch:
- Unerkannte Lärmquelle – neue Studie deckt gravierende Schwächen in Windparkmodellen auf
- Infraschall von Windrädern: Universitätsmedizin Mainz warnt vor erhöhtem Risiko für Herzschäden
- Infraschall: Windräder bei Dresden können Messgeräte des Helmholtz-Zentrums stören
- Französisches Gericht bestätigt gesundheitliche Schäden durch Windkraftanlagen
