Deutschland und Frankreich erlebten vom 16. Juni bis 1. Juli 2026 eine ausgeprägte Hitzeflaute. Deutsche Medien stellten französische Atomkraftwerke jedoch vor allem als Schwachstelle der Kernenergie dar. EDF senkte wegen warmer Flüsse zeitweise 4,1 Gigawatt Leistung. Frankreichs eigene Stromversorgung blieb währenddessen gesichert. Das Land exportierte weiterhin Strom in Nachbarstaaten. Deutschlands Windstrom sank dagegen auf rund 45 Gigawattstunden täglich. Deshalb stiegen abends fossile Erzeugung, Importe und Börsenpreise deutlich.
Medien nutzten die Drosselungen als Argument gegen Atomkraft
n-tv titelte bereits Anfang Juni: „Die Sonne knipst die französischen Atomkraftwerke aus“. Die Frankfurter Rundschau warnte später sogar vor einem möglichen großen Strom-Blackout in Frankreich. Focus erklärte außerdem, die Hitzewelle werde zum Problem für Frankreichs Reaktoren. Solche Überschriften rückten die Drosselungen in den Vordergrund. Der geringe Umfang der Produktionsverluste erschien jedoch meist erst im weiteren Text.

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ZDFheute ordnete die Vorgänge sachlicher ein und verneinte eine drohende Energiekrise. Die Eingriffe folgten Umweltauflagen für Flüsse, nicht technischen Sicherheitsproblemen. EDF begrenzte deshalb Anlagen an Rhône, Seine und Garonne. Seit 2000 kosteten hitzebedingte Maßnahmen im Mittel nur 0,3 Prozent der jährlichen Atomstromproduktion. Zugleich blieb genug gesicherte Leistung für den französischen Bedarf vorhanden.
Französische Atomkraftwerke sichern Versorgung und Exporte
Am 23. und 24. Juni erzeugten deutsche Windräder täglich nur rund 45 Gigawattstunden Strom. Französische Atomkraftwerke lieferten dagegen etwa 900 Gigawattstunden und damit rund zwanzigmal so viel. Ihre Produktion lag zudem etwa zehn Prozent über dem Fünfjahresmittel dieser Junitage. Deutschlands Windkraft erreichte nur ungefähr ein Fünftel ihres üblichen Niveaus. Ursache war eine stabile Wetterlage mit Hitze und sehr wenig Wind.
Frankreich deckte währenddessen jederzeit den eigenen Strombedarf. Außerdem blieb das Land Nettoexporteur und stützte über das Verbundnetz mehrere Nachbarstaaten. Lediglich die mögliche Exportmenge sank zeitweise. Am 24. Juni fielen die Ausfuhren von zuvor zehn bis zwölf Gigawatt auf rund drei Gigawatt. Die Drosselungen verursachten jedoch keine Einschränkungen für französische Verbraucher.
Solarstrom endet am Abend, fossile Kraftwerke übernehmen
Deutschlands Solaranlagen lieferten während der Hitzeflaute rund dreimal so viel Strom wie die Windräder. Tagsüber deckte Photovoltaik zeitweise mehr als 70 Prozent der deutschen Erzeugung. Nach Sonnenuntergang verschwand diese Leistung jedoch schnell. Gleichzeitig blieben Klimaanlagen und Ventilatoren in Betrieb. Deshalb übernahmen Kohle- und Gaskraftwerke zeitweise rund 70 Prozent der deutschen Stromproduktion.
Französische Atomkraftwerke halfen zugleich, Stromlücken im europäischen Verbundnetz zu begrenzen. Deutschland importierte dagegen besonders abends und nachts zusätzliche Mengen. Am 24. Juni erreichte der deutsche Viertelstundenpreis 747,10 Euro je Megawattstunde. In den Nächten vom 23. bis 25. Juni verursachte deutscher Strom rund 640 Gramm CO₂ je Kilowattstunde. Frankreich kam währenddessen auf etwa 60 Gramm.
Frankreich exportierte während der Hitze insgesamt 1,35 Terawattstunden Strom. Damit stützte das Land seine Nachbarn trotz gedrosselter Reaktoren und höherem Eigenverbrauch. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der französische Exportüberschuss zudem einen Rekord von 51 Terawattstunden. Die Hitzeflaute zeigte deshalb vor allem die Schwäche wetterabhängiger Erzeugung ohne ausreichende Speicher und gesicherte Reserven. Die französischen Einschränkungen betrafen dagegen zusätzliche Exportmöglichkeiten, nicht die Versorgung im eigenen Land.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: NZZ (11.07.26) – Montel News (02.07.26) – RTE (02.07.26) – ZDFHeute (02.07.26) – ntv (25.06.26) – Le Monde (24.06.26) – Frankfurter Rundschau (21.06.26) – Focus (19.06.26)
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