Im Kreis Bad Dürkheim wurde am 24. Juli 2026 eine Entscheidung zum Windpark Dirmstein bekannt. Das OVG Koblenz lehnte den Eilantrag von 13 Bürgern aus drei Gemeinden ab. Sie wollten den Baustart für 17 Windräder mit bis zu 266,5 Metern Höhe vorläufig stoppen. Auslöser sind ihre Einwände gegen Zahl, Dimension und Nähe der Anlagen zu mehreren Orten. Das Gericht sah jedoch keine mögliche Verletzung eigener Rechte und stoppte das Projekt deshalb nicht. BayWa r.e. plant den Baubeginn 2027, während Widerspruch und mögliche Klage weiter offenbleiben.
Windpark Dirmstein: Eilantrag scheitert an Antragsbefugnis
Die Ablehnung beruht nach Gerichtsangaben auf der fehlenden Antragsbefugnis. Einen Eilantrag dürfen Bürger nur bei möglicher Verletzung eigener Rechte stellen. Diese Voraussetzung erkannte das OVG hier jedoch nicht. Deshalb blieb eine vertiefte Prüfung der übrigen Einwände im Eilverfahren aus.

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Der Widerspruch gegen die Genehmigung läuft dennoch weiter. Außerdem können die 13 Antragsteller nach Angaben des Gerichtssprechers noch klagen. Viele von ihnen gehören der Bürgerinitiative „Nein zum Windpark Dirmstein“ an. Sie kritisiert vor allem Zahl, Höhe und räumliche Konzentration der geplanten Anlagen.
17 Anlagen erreichen zusammen 115,6 Megawatt
Die SGD Süd genehmigte am 31. März 2026 insgesamt 17 Anlagen des Typs Nordex N175. Sechzehn Standorte liegen in Dirmstein, während eine Anlage in Obersülzen entstehen soll. Jede Turbine erreicht 6,8 Megawatt Leistung und besitzt einen Rotor mit 175 Metern Durchmesser. Die Nabenhöhe beträgt 179 Meter, deshalb kommen die Anlagen auf rund 266,5 Meter Gesamthöhe. Zusammen erreicht das Projekt 115,6 Megawatt Nennleistung.
Die nächstgelegene Anlage soll laut Projektplanung etwa 900 Meter von Dirmstein entfernt stehen. Außerdem nennt BayWa rund 1.000 Meter Abstand zu Heuchelheim und Obersülzen. Östlich der Fläche liegt bereits der Windpark Heuchelheim mit 14 Anlagen. Mit dem Windpark Dirmstein könnten damit künftig 31 Windräder das weitere Umfeld prägen. Die Bürgerinitiative warnt deshalb vor einer starken Veränderung der offenen Agrarlandschaft.
Baustart 2027 bringt mehr als 3.000 Transporte
BayWa kalkuliert im Mittel rund 185 Transporte je Windrad. Damit entstehen beim Windpark Dirmstein rechnerisch mehr als 3.100 Transporte während der etwa 18-monatigen Bauphase. Große Bauteile sollen jedoch nachts zwischen 22 und 6 Uhr anrollen. Außerdem prüft der Entwickler eine Zufahrt über einen nahen Autobahnrastplatz.
Vor dem Baustart will BayWa zunächst an einer EEG-Auktion der Bundesnetzagentur teilnehmen. Der Bau soll 2027 beginnen, während die Inbetriebnahme für 2028 und 2029 geplant ist. Der OVG-Beschluss lässt diesen Zeitplan zunächst bestehen. Allerdings können Widerspruch oder Klage das Verfahren weiter beschäftigen. Ein automatischer Baustopp folgt daraus jedoch nicht.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: SWR (24.07.26) – Nein zum Windpark Dirmstein (02.07.26) – BayWa (Stand: 28.07.26)
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