Windflaute in Südaustralien: Strompreis springt auf 20.300 Dollar

Südaustralien erlebte vom 21. bis 24. Juni 2026 eine außergewöhnlich lange Windflaute. Die Windparks lieferten im Vier-Tage-Mittel nur 124 Megawatt aus 2.734 Megawatt installierter Leistung. Deshalb erreichte der Großhandelspreis zweimal die Marktobergrenze von 20.300 australischen Dollar je Megawattstunde. Batterien verloren früh ihre Reserven, während Gasstrom und Importe aus Victoria die Versorgung sicherten. Trotz der Belastung blieben Abschaltungen in Adelaide und im übrigen Bundesstaat aus.


Windflaute drückt Windkraft auf 4,5 Prozent

Am 18. Juni deckte Windkraft den gesamten Bedarf und ermöglichte sogar Exporte. Nur wenige Tage später sank ihr Anteil jedoch zeitweise auf ein Prozent. Fast die gesamte übrige Erzeugung kam deshalb aus Gaskraftwerken. Zusätzlich floss Strom aus Victoria, wo bei ebenfalls schwachem Wind überwiegend Kohlekraftwerke produzierten.

Eine viertägige Windflaute leert Batterien, aktiviert Gasstrom und treibt Südaustraliens Börsenpreis auf 20.300 Dollar je Megawattstunde
Eine viertägige Windflaute leert Batterien, aktiviert Gasstrom und treibt Südaustraliens Börsenpreis auf 20.300 Dollar je Megawattstunde
Bild: Shutterstock

Die Windflaute markierte nach den verfügbaren Vergleichsdaten den tiefsten Vier-Tage-Wert seit mindestens 2019. Im Juni 2019 lag die Durchschnittsleistung bei 142 Megawatt. Im Mai 2024 erreichte sie 153 Megawatt. Obwohl die installierte Leistung seitdem stieg, sank die mittlere Verfügbarkeit diesmal auf 4,5 Prozent.

Batterien verpassen den zweiten Preissprung

Der erste Preissprung folgte am Abend nach Sonnenuntergang. Viele Speicher gaben zuvor Energie ab, weil die Preise bereits am Nachmittag stiegen. Etwa die Hälfte reagierte noch auf den ersten Spitzenwert. Beim zweiten Sprung am nächsten Morgen fehlte jedoch fast überall ausreichend Ladung. Einige Batterien luden sogar bei Preisen bis 10.000 Dollar je Megawattstunde.

Netzengpässe verschärften die Lage, weil sie zusätzliche Importe aus Victoria begrenzten. Gleichzeitig exportierte Südaustralien in einzelnen Intervallen Strom, obwohl der eigene Preis extrem hoch lag. Die beiden Tage erhöhten den durchschnittlichen Quartalspreis laut AEMO um 13 Dollar je Megawattstunde. Dennoch lag der Quartalsdurchschnitt mit 86 Dollar deutlich unter dem Vorjahreswert.


Gas sichert die Versorgung bei schwachem Wind

Trotz der Windflaute stieg Australiens Windstromproduktion im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent. Erneuerbare Energien erreichten außerdem einen Anteil von 42,1 Prozent im nationalen Strommarkt. Die gasbasierte Erzeugung sank über das gesamte Quartal um 30 Prozent. Südaustralien brauchte aber während des mehrtägigen Einbruchs kurzfristig deutlich mehr Gasstrom.

Die Landesregierung beschleunigt deshalb sechs Großspeicher mit zusammen 517 Megawatt und 4.136 Megawattstunden. Sie sollen mehr als 300.000 Durchschnittshaushalte bis zu acht Stunden versorgen. Eine Flaute von mehr als vier Tagen dauert jedoch wesentlich länger. Daher bleiben flexible Kraftwerke, belastbare Leitungen und ausreichende Importkapazitäten zentral. Selbst die Regierung bezeichnet Gas weiterhin als unverzichtbar, solange gleichwertige Alternativen fehlen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: ABC News (27.07.26)Modo Eneregy (02.07.26)Energymagazine (29.06.26)WattClarity (21.06.26)

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