250-Meter-Windräder am Dachsberg: Bürger sammeln Geld für mögliche Klage

In Windhagen sammeln Anwohner Geld für eine rechtliche Prüfung und mögliche Klage gegen zwei geplante 250-Meter-Windräder am Dachsberg. Die Anlagen sollen direkt an der Landesgrenze bei Bad Honnef entstehen, während viele betroffene Häuser in Rheinland-Pfalz liegen. Die Gemeinde wollte die Bürger finanziell unterstützen, jedoch äußerte die Kommunalaufsicht rechtliche Bedenken. Deshalb trägt die Anwohnergruppe die Kosten nun selbst und bereitet mögliche weitere Schritte vor.


Gemeinde darf private Rechtskosten nicht übernehmen

Die Bürger wollten zunächst Unterstützung aus dem Haushalt der Ortsgemeinde Windhagen erhalten. Nach der Intervention der Kommunalaufsicht kann die Kommune diese privaten Verfahrenskosten jedoch nicht bezahlen. Damit bleibt das finanzielle Risiko bei den Anwohnern, obwohl das Projekt ihre unmittelbare Umgebung verändern könnte.

Windhager Bürger sammeln Geld, weil die Gemeinde die anwaltliche Prüfung der 250-Meter-Windräder am Dachsberg nicht finanzieren darf
Windhager Bürger sammeln Geld, weil die Gemeinde die anwaltliche Prüfung der 250-Meter-Windräder am Dachsberg nicht finanzieren darf – Bild: Shutterstock

Sechs Anwohner haben deshalb eine spezialisierte Kanzlei aus Münster eingeschaltet. Die erste Prüfung kostet 5.000 Euro, außerdem zahlte die Gruppe bereits 2.500 Euro aus eigener Tasche. Bis zum 14. Juli kamen über die Spendenkampagne 3.003 Euro von 45 Unterstützern zusammen.

250-Meter-Windräder sollen 41 Millionen Kilowattstunden liefern

Die Bad Honnef AG und SL Naturenergie planen zwei Anlagen des Typs Enercon E-175. Jede Turbine erreicht rund 249,5 Meter Gesamthöhe und soll etwa sieben Megawatt leisten. Zusammen sollen die 250-Meter-Windräder jährlich rund 41 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen.

Der Rat von Bad Honnef verfolgt das Vorhaben bereits seit 2022. Im Februar 2026 stimmte eine breite Mehrheit für die Umsetzung, außerdem liegt der Standort in einem ausgewiesenen Windenergiegebiet. Das Genehmigungsverfahren betrifft unter anderem Schall, Schatten, Natur- und Artenschutz.


Anwohner prüfen Verfahren, Umweltfolgen und mögliche Klage

Die Anwohner sehen vor allem die Nähe zur Wohnbebauung kritisch. Bei einer Anlage beträgt der Abstand zum nächsten Wohnhaus nach Betreiberangaben etwa 670 Meter. Deshalb lassen sie mögliche Folgen für Lärm, Landschaftsbild, Wohnqualität und Immobilienwerte juristisch bewerten.

Die Initiative betont jedoch, dass sie die Energiewende nicht pauschal ablehnt. Sie verlangt eine vollständige Prüfung des Verfahrens und der Umweltfolgen für Windhagen. Sollte die Kanzlei Fehler feststellen, könnten weitere Einwendungen oder eine Klage gegen die 250-Meter-Windräder folgen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Rhein Zeitung (11.07.26)Gofundme (Stand: 14.07.26)Windenergie-Dachsberg (Stand:14.07.26)Honnef Heute (16.04.26)

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