Windenergie-Ausbau: Politische Ausbauziele nicht erreichbar

Die verfügbaren Flächen für den Bau neuer Windkraftanlagen reichen nicht aus, um die Ausbauziele der Bundesregierung zu erreichen. Das haben Wissenschaftler in einer aktuellen Studie festgestellt. Die Studie wurde vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben. Das Forschungsteam, bestehend aus Experten der Guidehouse Germany GmbH, dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE sowie der Stiftung Umweltenergierecht, hat eine Studie zur „Flächenverfügbarkeit und Flächenbedarfe für den Ausbau der Windenergie an Land“ vorgestellt. Ihr Auftrag war die Analyse der aktuellen Flächenverfügbarkeit und die Entwicklung von Empfehlungen für den mittel- und langfristigen Windenergie-Ausbau. Ziel war es herauszufinden, wie dringend Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um den Flächenbedarf zu decken (ingenieur: 06.07.23). Das Ergebnis ist ernüchternd.


Studie enthüllt: Flächenmangel bedroht Windenergie-Ausbau in Deutschland

Die Wissenschaftler haben daher einen umfassenden Überblick über die formell ausgewiesenen Flächen für die Windenergie in Deutschland verschafft. Zusätzlich haben sie die tatsächliche Verfügbarkeit und Nutzbarkeit dieser Flächen überprüft. Sie haben sich auch mit weiteren Fragen beschäftigt, wie beispielsweise dem zusätzlichen Flächenbedarf, um die Ausbauziele der Bundesregierung für die Windenergie an Land zu erreichen. Des Weiteren haben sie analysiert, wie sich die verfügbare Fläche in den kommenden Jahren voraussichtlich verändern wird.

Flächenmangel bedroht Windenergie-Ausbau in Deutschland. Ziele der Ampelregierung für den Windenergie-Ausbau sind nicht erreichbar
Flächenmangel bedroht Windenergie-Ausbau in Deutschland. Ziele der Ampelregierung für den Windenergie-Ausbau sind nicht erreichbar

Um ein realistisches Bild zu erhalten, haben die Wissenschaftler nicht nur die offiziell ausgewiesenen Flächen betrachtet, sondern auch die Mindestabstandsregelungen zu Wohngebieten in jedem Bundesland untersucht. Nils Wegner von der Stiftung Umweltenergierecht erklärt: „Außerdem haben wir die Frage untersucht, ob die Rotorblätter von Windenergieanlagen über die Grenzen der ausgewiesenen Flächen hinausragen dürfen oder nicht. Diese Frage ist aufgrund ihrer großen Bedeutung für den Raum im Windenergieflächenbedarfsgesetz ausdrücklich angesprochen worden.“

Studie enthüllt Hindernisse für Windenergie-Ausbau in Deutschland: Knapp an verfügbaren Flächen und Herausforderungen beim Artenschutz

Die Studie der Forscher nennt neben dem Abstand zu Wohngebäuden auch den Artenschutz. Insbesondere der Vogelschutz sei eine weitere große Herausforderung für den Windenergie-Ausbau. Diese Erkenntnis wurde durch eine Umfrage im Rahmen der Analyse gewonnen. Es dürfte jedoch kaum überraschend sein, dass Experten bereits über dieses Thema informiert sind.

Es gibt zu wenige Flächen für den Ausbau der Windenergie in Deutschland. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die aktuellen Pläne nicht erreichbar sind. Laut den Forschern sind derzeit nur 0,47 Prozent der deutschen Fläche für den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen und tatsächlich verfügbar. Um das Ziel von 1,4 Prozent bis 2027 gemäß dem Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) zu erreichen, wäre eine Verdreifachung der verfügbaren Fläche erforderlich. Für das Ziel von 2,0 Prozent bis 2032 wäre sogar eine Vervierfachung erforderlich, wie Carsten Pape vom Fraunhofer IEE erklärt.

Die aktuellen Pläne sehen jedoch keine Ausweitung der Fläche in dieser Größenordnung vor. Der Anteil würde voraussichtlich nur auf 0,61 Prozent steigen, was immer noch deutlich unter dem Ziel liegt. Die Analyse berücksichtigte dabei ausschließlich die Flächen an Land.


Ziele der Ampelregierung für den Windenergie-Ausbau sind nicht erreichbar

Die Wissenschaftler haben nicht nur die Flächen betrachtet, sondern auch das verbleibende Leistungspotenzial der bereits ausgewiesenen Flächen sowie das Potenzial der aktuellen Entwürfe. Auch hier liegen die Ergebnisse weit hinter den Ausbauzielen zurück. Marian Bons von der Guidehouse Germany GmbH, der Leiter der Studie, warnt: „Es besteht das Risiko, dass in den kommenden Jahren deutlich weniger Windenergieanlagen in den Ausschreibungen berücksichtigt werden und der Ausbau erheblich hinter den Erwartungen zurückbleibt, sofern nicht zeitnah umfangreiche neue Flächen ausgewiesen werden.“

Ob Wohnungsbau, Elektromobilität (Blackout-News: 10.07.23) oder der Ausbau der Windkraft, immer wieder setzt die Ampelregierung Ziele, die eher Wunschdenken als realistisch umsetzbar sind. Ganz offensichtlich holt sich die Regierung bei der Festlegung der Ziele keine entsprechenden Machbarkeitsstudien bei Experten ein und verspielt damit immer mehr das Vertrauen in der Bevölkerung. Das nächste unerreichbare Ziel wird mit dem Gebäudeenergiegesetz bald folgen.

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