Ein schwerer Flächenbrand hat am 18. Juli einen privaten Solarpark im Industriegebiet von Ottana auf Sardinien erreicht. Dabei standen nach Angaben des früheren Regionalpräsidenten Mauro Pili offenbar Tausende Solarmodule in Flammen. Behörden bestätigten die genaue Zahl bislang jedoch nicht. Das Feuer war bereits am Vortag bei Noragugume ausgebrochen. Starker Westwind trieb es anschließend über trockene Weiden nach Süden. Mindestens 500 Hektar Land verbrannten, während lokale Stellen von einer noch größeren Fläche ausgehen. Mehr als 20 Agrarbetriebe meldeten Schäden, außerdem kamen Schafe und Rinder ums Leben.
Solarmodule in Flammen: Genaue Schadensbilanz fehlt
Videoaufnahmen zeigen lange Reihen beschädigter Module sowie dichten schwarzen Rauch über der Anlage. Pili sprach deshalb von mehreren Tausend betroffenen Solarpanels. Feuerwehr und Regionalbehörden nannten jedoch weder die zerstörte Solarfläche noch eine konkrete Stückzahl. Italienische Medien berichten bisher lediglich von zahlreichen beschädigten Modulen.

Die Zahl von mindestens 500 Hektar beschreibt dagegen die gesamte verbrannte Fläche. Sie umfasst vor allem Weiden, landwirtschaftliche Grundstücke und trockene Brachflächen zwischen Noragugume, Sedilo und Ottana. Die Angabe darf deshalb nicht auf die Größe des Solarparks übertragen werden. Der Bürgermeister von Noragugume hielt sogar bis zu 1.000 Hektar für möglich. Eine abschließende Vermessung lag zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vor.
Wind treibt Feuer bis in das Industriegebiet
Das Feuer brach am 17. Juli gegen 16.30 Uhr am Rand von Noragugume aus. Weil sich die Flammen Wohnhäusern näherten, schützten Einsatzkräfte ein Pflegeheim und mehrere Betriebe. Der Bürgermeister bereitete außerdem eine mögliche Teilevakuierung vor. Letztlich mussten die Bewohner ihre Häuser jedoch nicht verlassen.
Am folgenden Tag flammten mehrere Brandstellen erneut auf. Zugleich verstärkten Böen mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde die Ausbreitung. Zwei Canadair und mehrere Hubschrauber unterstützten deshalb die Feuerwehr am Boden. Schließlich erreichte die Front das Industriegebiet von Ottana. Dort gerieten Solarmodule in Flammen, während Einsatzkräfte angrenzende Anlagen und Betriebe sicherten.
Agrarbetriebe verlieren Weiden, Tiere und Vorräte
Die schwersten wirtschaftlichen Folgen trafen zugleich die Landwirtschaft. Nach Angaben des Bürgermeisters Michele Corda erlitten 22 bis 23 Betriebe Schäden. Das Feuer zerstörte Weiden, Futtervorräte, Maschinen und Teile von Gebäuden. Außerdem verendeten Schafe und Rinder, bevor ihre Halter sie in Sicherheit bringen konnten.
Für den Solarpark fehlt weiterhin eine amtliche Bestandsaufnahme. Ebenso veröffentlichten die Behörden bisher keine Messwerte zur Luftqualität oder zu Rückständen auf angrenzenden Böden. Deshalb lassen sich mögliche Umweltfolgen noch nicht belastbar beziffern. Die Bilder mit Solarmodulen in Flammen zeigen jedoch das Ausmaß innerhalb der Anlage. Erst die technische Untersuchung kann klären, wie viele Module, Wechselrichter und Leitungen tatsächlich zerstört wurden.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: La Nuova (19.07.26) – L’Unione Sarda (18.07.26) – Ansa (18.07.26) – Videolina (19.07.26)
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