Feuerwehrmann erleidet Stromschlag bei Dachbrand mit Photovoltaik in Gütersloh

In Gütersloh-Avenwedde ist am 9. Mai ein Dachbrand an einem freistehenden Einfamilienhaus ausgebrochen. Das Feuer breitete sich im Dachbereich aus und wurde durch integrierte Photovoltaik-Solardachziegel zu einem besonders gefährlichen Einsatz. Der entscheidende Risikofaktor lag in der elektrischen Spannung der Anlage und im schwierigen Zugang zu verdeckten Glutnestern unter der Dachhaut. Ein Feuerwehrmann erlitt bei den Löscharbeiten einen Stromschlag und kam zur Untersuchung ins Krankenhaus. Lebensgefahr bestand nach ersten Angaben nicht. Der Einsatz zog sich bis in den Abend. In der Nacht flammten erneut Glutnester auf. Später musste das Dach abgetragen werden (wdr: 11.05.26)


Solardachziegel erschweren Zugriff auf Brandherde

Der Brand stellte die Feuerwehr vor ein ungewöhnlich schwieriges Problem. Auf dem betroffenen Haus befanden sich keine klassischen Photovoltaikmodule, die sichtbar auf der Dacheindeckung montiert waren. Stattdessen waren Solardachziegel verbaut. Diese bilden selbst einen Teil des Daches.

Stromschlag bei Dachbrand in Gütersloh: Photovoltaik-Solardachziegel erschweren Löscharbeiten und verletzen Feuerwehrmann
Stromschlag bei Dachbrand in Gütersloh: Photovoltaik-Solardachziegel erschweren Löscharbeiten und verletzen Feuerwehrmann
Symbolbild

Genau dieser Aufbau erschwerte die Brandbekämpfung erheblich. Die Einsatzkräfte mussten die Dachfläche öffnen, um an die Brandstellen unter der Dachhaut zu gelangen. Dabei mussten sie zugleich die elektrische Gefährdung durch die Photovoltaikanlage beachten. Auch Absturzgefahr spielte eine Rolle. Für die Arbeiten auf dem Dach kam deshalb Spezialgerät zum Einsatz.

Stromschlag zeigt unterschätztes Risiko moderner Solardächer

Der verletzte Feuerwehrmann wurde direkt vor Ort vom Rettungsdienst versorgt. Danach brachte ihn der Rettungsdienst zur weiteren Kontrolle in ein Krankenhaus. Der Vorfall zeigt, wie gefährlich Photovoltaik bei Bränden werden kann, wenn Module, Leitungen oder Dachbestandteile beschädigt sind.

Photovoltaikanlagen können bei Lichteinfall weiter Spannung erzeugen. Das gilt besonders für Gleichstromleitungen zwischen Modulen und Wechselrichter. Bei einem Brand entstehen zusätzliche Risiken. Löschwasser, beschädigte Kabel und geöffnete Dachflächen können die Lage verschärfen. Der Stromschlag in Gütersloh macht deutlich, dass Feuerwehren bei Solardächern schnell genaue Informationen über Aufbau und Abschaltmöglichkeiten brauchen.

Glutnester flammen erneut auf

Auch nach dem ersten Löscheinsatz blieb die Lage kritisch. In der Nacht zum Sonntag mussten die Einsatzkräfte erneut ausrücken. Verdeckte Glutnester hatten sich wieder entzündet. Solche Brandherde entstehen häufig in schwer zugänglichen Dachbereichen. Sie lassen sich erst sicher löschen, wenn die Dachkonstruktion vollständig kontrolliert oder geöffnet wurde.

Am Sonntag wurde das Dach schließlich abgetragen. Erst dadurch konnten die verbliebenen Brandstellen freigelegt werden. Die Polizei nahm Ermittlungen zur Brandursache auf. Die genaue Schadenshöhe stand zunächst nicht fest.


Photovoltaik braucht klare Kennzeichnung für den Ernstfall

Der Fall aus Gütersloh dürfte die Diskussion über Brandschutz bei integrierten Solardächern verstärken. Photovoltaik bleibt ein zentraler Baustein der Energiewende. Doch die Technik verändert das Risiko im Brandfall. Besonders Solardachziegel können für Feuerwehren schwerer erkennbar und schwerer zugänglich sein als herkömmliche Module.

Für Hausbesitzer bedeutet das: Anlagen sollten klar dokumentiert, fachgerecht installiert und für Rettungskräfte nachvollziehbar gekennzeichnet sein. Für Feuerwehren zählt im Ernstfall jede Minute. Der Vorfall in Gütersloh zeigt, wie schnell ein Dachbrand durch moderne Gebäudetechnik zu einem komplexen Gefahrenszenario wird.

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