Auffällig viele PV-Brände während der Hitzewelle

In der Schweiz, Deutschland und Österreich wurden seit Mitte Juni mindestens zehn Brände an Gebäuden mit Solaranlagen oder zugehörigen Speichern bekannt. Die auffällige Serie der PV-Brände fiel überwiegend in eine außergewöhnliche Hitzewelle in West- und Mitteleuropa. Hohe Temperaturen kommen deshalb als möglicher Auslöser oder verstärkender Faktor infrage. Einen gemeinsamen ursächlichen Zusammenhang haben Ermittler bisher jedoch nicht nachgewiesen. Als konkrete Ursachen gelten bislang vor allem technische Defekte, überhitzte Speicher oder noch ungeklärte Fehler. Die Folgen reichen von zerstörten Modulen bis zu unbewohnbaren Häusern, hohen Sachschäden und verletzten Feuerwehrleuten.


Vier Brände in fünf Tagen allein in der Schweiz

In Laax brannte am 24. Juni das Dach eines Mehrfamilienhauses mit Photovoltaikanlage. Zwölf Bewohner mussten deshalb ihre Wohnungen verlassen. Am 26. Juni folgte ein Brand auf einem Mehrfamilienhaus in Zizers. Dort schlugen die Flammen ebenfalls aus dem Bereich des Solardachs. Die Ermittlungen zu beiden Ursachen liefen zunächst weiter.

Auffällig viele PV-Brände begleiten die Hitzewelle. Ermittler prüfen Defekte, während extreme Temperaturen als Verstärker gelten können
Auffällig viele PV-Brände begleiten die Hitzewelle. Ermittler prüfen Defekte, während extreme Temperaturen als Verstärker gelten können
Bild: Shutterstock

Am 29. Juni brannten außerdem Dächer mit Solaranlagen in Disentis und am Sekundarschulhaus in Elgg. In Disentis musste die Feuerwehr mehrmals nachlöschen und das Gebäude bis zum Morgen überwachen. In Elgg entstand dagegen ein Schaden von mehreren hunderttausend Franken. Verletzt wurde bei den vier Schweizer Fällen niemand. Die zeitliche Ballung bleibt dennoch auffällig, obwohl daraus keine gemeinsame Ursache folgt.

Weitere PV-Brände folgen während extremer Hitze

Auch Deutschland meldete in kurzer Folge mehrere Brände im Bereich von Photovoltaikanlagen. In Waiblingen brannten am 19. Juni insgesamt 16 Module auf einem Gewerbedach. Die Polizei vermutete deshalb einen technischen Defekt. In Augsburg hatte bereits am 14. Juni das Dach einer Sporthalle gebrannt. Dort lag der Schaden nach ersten Schätzungen zwischen 500.000 und einer Million Euro. Außerdem brannten in Österreich Anlagen in Gorintschach und Hofkirchen im Traunkreis.

Am 5. Juli geriet in Bentwisch bei Rostock der Speicher einer Photovoltaikanlage in Brand. Die Polizei ging zunächst von einer Überhitzung aus. Während des Einsatzes kam es außerdem zu einer Explosion. Drei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Am 9. Juli brach in Leibertingen ein Feuer im Bereich einer Dachanlage aus. Die Flammen zerstörten eine Garagenhalle und machten das angrenzende Wohnhaus unbewohnbar. Der Schaden überschritt 500.000 Euro.


Hitze bleibt als Verstärker technisch plausibel

Die Häufung der PV-Brände während der Hitzewelle ist bemerkenswert. Sie beweist jedoch weder einen statistischen Anstieg noch eine direkte Verursachung durch hohe Außentemperaturen. Westeuropa erlebte zugleich den heißesten Juni seit Beginn der verfügbaren Aufzeichnungen. Solarmodule können sich bei starker Einstrahlung deutlich stärker aufheizen als die Umgebungsluft. Dadurch steigt außerdem die thermische Belastung für Stecker, Leitungen, Anschlussdosen und Wechselrichter.

Fachgerecht installierte Anlagen dürfen allein durch sommerliche Hitze nicht brennen. Bereits beschädigte oder schlecht verbundene Bauteile können sich jedoch zusätzlich erwärmen. Kontaktfehler begünstigen deshalb heiße Stellen und elektrische Lichtbögen. Bei Batteriespeichern kann eine hohe Umgebungstemperatur ebenfalls vorhandene Mängel verschärfen. Ob die Hitze einzelne PV-Brände tatsächlich begünstigte, müssen die jeweiligen Ermittlungen klären. Eigentümer sollten deshalb Fehlermeldungen und ungewöhnliche Ertragseinbrüche prüfen lassen. Außerdem können Kontrollen nach Sturm, Hagel oder ungewöhnlicher Hitze sinnvoll sein.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Tagesanzeiger (09.07.26)Presseportal (09.07.26)NDR (06.07.26)Feuerwehr Florian (05.07.26)Mein Bezirk (02.07.26)Feuerwehr Friessnitz-Rosenbach (26.06.26)SWI Swissinfo (25.06.26)Watson (24.06.26)

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