In Bautzen brennen seit dem 21. Juli zwei Container mit Lithiumbatterien am Schliebenparkplatz. Der Batteriespeicherbrand brach gegen 16 Uhr aus, doch seine Ursache bleibt ungeklärt. Chemische Reaktionen in den Zellen erschweren den Einsatz und können neue Hitze erzeugen. Deshalb kühlt die Feuerwehr die Anlage mit sechs Wasserwerfern und bis zu 5.000 Litern Wasser pro Minute. Nach jüngsten Behördenangaben mussten 45 Menschen ihre Häuser verlassen. Verletzt wurde niemand, jedoch bleiben Betreuungseinrichtungen geschlossen und die Warnung vor Rauch bestehen.
Batteriespeicherbrand beschäftigt mehr als 90 Einsatzkräfte
Die Anlage besteht aus vier Überseecontainern mit Lithiumbatterien. Zwei Container sind laut André Wucht von der Stadtverwaltung vom Feuer betroffen. Sechs Wasserwerfer kühlen die Anlage, damit sich der thermische Prozess nicht weiter ausbreitet. Dennoch dringt weiterhin Rauch aus den Containern.

In der Nacht waren mehr als 90 Einsatzkräfte vor Ort. Am Morgen setzte die Feuerwehr den Einsatz mit etwa 75 Kräften fort. Außerdem überwacht sie die Container mit Drohnen aus der Luft. Eine akute Explosionsgefahr besteht laut Stadtverwaltung derzeit nicht.
Bewohner bleiben vorerst außerhalb ihrer Wohnungen
Nach Angaben des MDR wurden 45 Menschen vorsorglich evakuiert. Radio Lausitz und pv magazine nennen dagegen 42 Betroffene. Demnach verließen zunächst 25 Menschen ihre Häuser, später folgten 17 weitere Bewohner. Die Stadt brachte Betroffene in einer Schule und in Hotelzimmern unter.
Oberbürgermeister Karsten Vogt rechnet nicht mit einer schnellen Rückkehr. Deshalb bleiben zwei Kitas und ein Hort vorsorglich geschlossen. Einwohner sollen außerdem Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftungs- und Klimaanlagen dürfen weiterhin nicht laufen.
Privater Eigentümer des Speichers bleibt ungenannt
Der Batteriespeicherbrand betrifft eine Anlage mit rund 1,5 Megawatt Leistung. Radio Lausitz nennt abweichend 1,6 Megawatt. Die Stadt bestätigte gegenüber pv magazine jedoch 1,5 Megawatt. Diese Zahl beschreibt die Lade- und Entladeleistung, nicht die gespeicherte Energiemenge.
Die Kapazität in Megawattstunden bleibt deshalb unbekannt. Auch Hersteller, Inbetriebnahmejahr und Anschlussnetzbetreiber wurden noch nicht genannt. Die Stadt steht inzwischen mit dem privaten Eigentümer in Kontakt. Sie will dessen Namen jedoch vorerst nicht veröffentlichen.
Widersprüchliche Angaben zu Schadstoffen
Radio Lausitz berichtet beim Batteriespeicherbrand über gemessene Dämpfe von Flusssäure. Die Stadt erklärte dagegen, ihre Messfahrzeuge hätten keine bedenkliche Schadstoffbelastung festgestellt. Konkrete Messwerte oder Grenzwerte liegen bisher nicht vor. Deshalb lässt sich der scheinbare Widerspruch noch nicht abschließend bewerten.
Die Feuerwehr rechnet mit Kühlmaßnahmen über den gesamten Tag. Um 14 Uhr soll deshalb eine weitere Lagebesprechung stattfinden. Der Einsatz gilt inzwischen als statisch, ist jedoch noch nicht beendet. Die Behauptung eines ersten deutschen Großspeicherbrandes ist zudem nicht haltbar, denn vergleichbare Anlagen brannten bereits 2021 in Neuhardenberg und 2024 in Priestewitz.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Radio Lausitz /22.07.26) – PV-Magazine (22.07.26) – MDR (22.07.26) – Bautzen (21.07.26)
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