Scholz macht Windkraftausbau zur Chefsache – warum der Ausbauplan eine Luftnummer ist

Der Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) plant bis zum Jahr 2030 pro Tag vier bis fünf neue Windräder an Land aufzustellen. Trotz Lob für die Energiewende ist dies jedoch in Wahrheit eine Luftnummer.


Ampelregierung plant über 1.000 neue Windräder pro Jahr

Ein Jahr lang konzentrierte sich die Ampelregierung fast ausschließlich auf neue LNG-Terminals und Frackinggas aus den USA sowie auf den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken und das Abbaggern des Weilers Lützerath im rheinländischen Kohlerevier durch RWE. Jetzt plant auch Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) staatliche Hilfen für die Solar- und Windindustrie, um die Wende industriepolitisch zu unterstützen. Scholz und Habeck wolle über 1.000 Windräder pro Jahr bauen. Die Bildzeitung spricht von der „Hammer-Zahl vom Kanzler“, da die Regierung „10.000 neue Windkraftanlagen“ bis 2030 ins Land pflanzen werde (Bild: 06.02.23). Experten zweifeln, dass der Ausbau so schnell vorangehen kann (Blackout-News: 27.02.23)

Ampelregierung plant über 1.000 neue Windräder pro Jahr. Warum das Ziel der Bundesregierung feine Luftnummer ist
Ampelregierung plant über 1.000 neue Windräder pro Jahr. Warum das Ziel der Bundesregierung feine Luftnummer ist

Doch der Plan der Ampelregierung hat noch eine anderen großen Haken: Er ist auch bezogen auf den Bedarf nicht realistisch. Einfache Rechenoperationen zeigen, dass der Zubau von fünf Windrädern an Land mit einer durchschnittlichen Leistung von fünf Megawatt pro Tag auf neun Gigawatt pro Jahr hinausläuft. Bis zum Jahr 2030 würde dies zu einem Zubau von insgesamt 72 Gigawatt führen. Im Jahr 2023 produzieren bereits 28.000 Onshore-Windräder insgesamt 58 Gigawatt. Daher würde der Zubau von fünf Windrädern pro Tag bis 2030 zu insgesamt 130 Gigawatt führen. Das ist mehr als die offizielle Zielsetzung der Bundesregierung von 115 Gigawatt. Doch die Frage, ob das überhaupt reicht, stellt niemand.


Bundesregierung setzt zu stark auf Wind und Solar

Die Bundesregierung hat sich das ehrgeizige Klimaziel gesetzt, 80 Prozent des Bruttostroms bis zum Jahr 2030 aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Dies erfordert eine Erzeugung von 572 TWh durch hauptsächlich Wind- und Solarenergie von den insgesamt angesetzten 715 TWh. Um dies zu erreichen, plant die Regierung eine installierte Leistung von 200 GW für Photovoltaik und 140 GW für Windkraft (onshore/offshore).

Jedoch lässt allein der Blick auf den gesamten Energiebedarf erkennen, dass dieser Plan nicht ausreicht, um die notwendige Energiewende zu vollziehen. Innerhalb von 20 Jahren hat Deutschland erst 13 Prozent seines Energiebedarfs auf Wind und Sonne umgestellt. Mit dem aktuellen Windkraft-Ausbauplan und den angestrebten Zuwächsen in der Photovoltaik würden wir in neun Jahren bei 30 Prozent liegen. Dies bedeutet, dass trotzdem 70 Prozent der Energie weiterhin aus fossilen Brennstoffen kommen muss.

Warum das Ziel der Bundesregierung für erneuerbare Energien nicht ausreicht

Wie lässt sich das mit dem Ziel der 80 Prozent Erneuerbaren vereinbaren? Die Antwort ist, dass der angenommene Bruttostrombedarf von 715 TWh viel zu niedrig angesetzt ist, da er die notwendige Elektrifizierung der bisher fossil versorgten Sektoren nicht berücksichtigt. Elektroautos, Wärmepumpen, elektrifizierte Industrieprozesse und grüner Wasserstoff, der auch als Stromspeicher dienen wird, werden in Zukunft benötigt und gleichzeitig den Strombedarf erheblich erhöhen.

Es wird voraussichtlich rund die dreifache Menge an elektrischer Energie benötigt, um unseren Endenergiebedarf über alle Sektoren hinweg nicht-fossil zu decken. Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. schlägt vor, diese Menge durch 510 GW Windkraft (onshore und offshore) zusammen mit 650 GW Photovoltaik zu erzielen.


Stromziel der Bundesregierung unrealistisch: Vielfaches an Wind- und Solarenergie notwendig

Dies ist also ein Vielfaches der von der Bundesregierung angesetzten Strommenge. Es werden also eher 15 bis 20 Windräder pro Tag benötigt, nicht vier bis fünf. Eine Solarrevolution wäre dazu ebenfalls noch erforderlich.

Statt jedoch von der Bundesregierung zu fordern, schnell und massiv aufzurüsten, um den Pariser Klimavertrag und die Warnungen vor einer Erderwärmung von mehr als 1,5 bis 2 Grad in diesem Jahrzehnt einzuhalten, wird Scholz‘ Ankündigung von Politikern und Medien in Deutschland als große Leistung dargestellt. In Wirklichkeit ist sie in Bezug der ursprünglichen Ziele nur eine Luftnummer.

Ampelregierung verspricht Arbeitsplätze in Deutschland, die Technik ist aber längst nach China abgewandert

Ein weiteres Argument der Ampelregierung ist, dass man mit der Offensive Arbeitsplätze in Deutschland schaffen will. Doch die großen Windradhersteller wie Vestas (Blackout-News: 29.02.21) und Nordex (Blackout-News: 21.02.22) haben ihre Produktionsanlagen längst ins Ausland verlegt. Solarmodule kommen sowieso weitgehend aus China (Blackout-News: 05.02.23). Auch das Versprechen, dass durch den Ausbau der Ereneuerbaren mehr Arbeitsplätze in Deutschland entstehen werden, wird wohl auch nicht mehr als eine Luftnummer bleiben

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