Regierung verfehlt selbst gestecktes Ziele bei E-Mobilität

E-Mobilität spielt eine wichtige Rolle im Klimaschutzplan der Regierung. Allerdings gibt es ein erhebliches Problem in der Entwicklung der Zulassungszahlen. Diese liegen weit hinter dem Plan der Regierung (ZDF: 22.08.23).


E-Mobilität in Deutschland: Experten warnen vor Zielverfehlung und Förderchaos

Fachleute bemängeln, dass es nicht mehr möglich ist, die gesteckten Ziele der Regierung bei der E-Mobilität zu erreichen. Laut Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach wird Deutschland das Ziel der Regierung, bis 2030 mindestens 15 Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen zu haben, voraussichtlich deutlich verfehlen. Bratzel betonte, dass eine realistische Bewertung notwendig sei. Er mahnte, dass die Regierung ihre politischen Absichten mit den nötigen Maßnahmen in Übereinstimmung bringen müsste. Es gibt Kritik an der unübersichtlichen Förderpolitik. Der Kauf eines Elektroautos wird momentan vom Bund mit bis zu 4.500 Euro unterstützt. Ab dem 1. September entfällt diese Förderung jedoch für gewerbliche Käufer, die zwei Drittel der Neuzulassungen ausmachen. Ab Januar nächsten Jahres gibt es höchstens noch 3.000 Euro Zuschuss. Laut Ferdinand Dudenhöffer, einem Fachmann auf diesem Gebiet, wird der Marktanteil der batteriebetriebenen Autos (BEV) bei den Neuzulassungen ab September voraussichtlich auf 12 Prozent zurückgehen.

E-Mobilität in Deutschland: Experten warnen vor Zielverfehlung und Förderchaos. Gesamtbestand beträgt gerade 2,8 Prozent
E-Mobilität in Deutschland: Experten warnen vor Zielverfehlung und Förderchaos. Gesamtbestand beträgt gerade 2,8 Prozent

Grund hierfür sei die chaotische Förderpolitik des Bundeswirtschaftsministeriums, erklärte Ferdinand Dudenhöffer. Deshalb wird die Anzahl der neu zugelassenen Elektroautos in diesem Jahr voraussichtlich nur noch 440.000 betragen, was 31.000 weniger ist als im Vorjahr.

Ab 2025 keine Umweltprämie mehr

Zusätzlich haben die steigenden Zinsen den Verkauf gebremst, was sich vermehrt auf die Leasingpreise auswirkt. Die Zinsen machten derzeit 25 Prozent der Leasingraten aus, so der Leiter des CAR-Center Automotive Research. Die Experten erwarten allerdings, dass die Listenpreise für Elektroautos sinken.

„Jedoch wird in Deutschland dadurch kein beschleunigter Anstieg bei Elektroautos ausgelöst“, betonte Dudenhöffer. Denn „die Kunden zahlen den Listenpreis abzüglich der Umweltprämie, und diese soll laut den Plänen von Minister Habeck im nächsten Jahr weiter reduziert und bis 2025 auf null gesetzt werden“.


Experte: Nur 450.000 Neuzulassungen von Batterieautos realistisch

Die Anzahl der batteriebetriebenen Autos (BEV) in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf knapp 1,2 Millionen gestiegen, was bei einem Gesamtbestand von über 49 Millionen Autos einem Anteil von 2,4 Prozent entspricht. Im ersten Halbjahr wurden laut Kraftfahrtbundesamt 220.000 BEVs neu zugelassen.

Um das angestrebte schnelle Wachstum zu erreichen, wären laut Bratzel in diesem Jahr 750.000 neue BEVs notwendig. Allerdings seien realistisch betrachtet nur 450.000 Neuzulassungen möglich. Auf den derzeitigen Wachstumstrend würde bis 2030 ein Bestand von 7 bis 8 Millionen Elektroautos erreicht werden – dies ist gerade einmal die Hälfte der von der Regierung geplanten Menge.

Chinesische Autobauer laut Experten auf dem Vormarsch

Der Verband der internationalen Automobilhersteller sprach sich für eine Verlängerung der Förderungen aus. „Der Markt für Elektroautos hat bis jetzt im Jahr 2023 etwa das Niveau des Vorjahres erreicht“, äußerte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.

VDIK-Präsident Reinhard Zirpel betont, dass Elektromobilität noch nicht von selbst läuft. Die meisten batteriebetriebenen Autos (BEVs) auf den deutschen Straßen stammen laut Bratzel von VW (207.000), gefolgt von Tesla (146.000) und Renault (113.000), wobei Tesla einen gewissen Abstand hat. In der Mittelklasse sind Hyundai, Smart, BMW, Opel, Audi, Mercedes und Fiat vertreten.

Aktuell sind chinesische Marken wie MG (17.000), Volvo (9.500), BYD (1.448), Nio (844) und Great Wall (640) weniger präsent. Der Anteil der SUVs und Geländewagen an den reinen Elektroautos ist laut CAM seit Mitte des letzten Jahres von knapp 26 auf über 35 Prozent gestiegen.

Die chinesischen Autobauer haben jedoch klare Vorteile beim Volumen der hergestellten Fahrzeuge im Vergleich zu anderen bedeutenden Automobilherstellern, erklärte Dudenhöffer. Ähnlich wie Tesla sind sie sehr schnell unterwegs und wollen europäische Autofabriken aufbauen, sobald sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Dudenhöffer sagte: „Nach den Batteriefabriken der Chinesen folgen die Automobilwerke.“

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