Rechnungshof deckt auf: Bundeswehr bezahlt das 15-fache für handelsübliche AAA-Batterien

„Die Bundeswehr bezahlt für Batterien bis zu 15-mal mehr als nötig.“ Diesen alarmierenden Befund präsentiert der Bundesrechnungshof in einem kürzlich veröffentlichten Prüfbericht, der die finanziellen Praktiken bei der Beschaffung von Batterien für die Bundeswehr beleuchtet. Der Bericht, exklusiv in der WirtschaftsWoche enthüllt, stellt fest, dass die Truppe für das Einbauen der Batterien in Sprechsätze – bestehend aus Kopfhörern und Mikrofonen – über drei Euro pro Stück zahlt. Eine effizientere Beschaffung über existierende Rahmenverträge würde lediglich 20 Cent pro Batterie kosten, ein Unterschied, der bei den 2,6 Millionen bestellten Einheiten erheblich zu Buche schlägt (wiwo: 21.04.24).


Millionenverschwendung trotz Sparpotenzial – Kontroverse um Bundeswehr-Batterien eskaliert

Das Verteidigungsministerium verteidigt seine Vorgehensweise energisch. In einer offiziellen Stellungnahme legt das Ministerium dar, dass der Kauf von Sprechsätzen ohne vorinstallierte Batterien als zu umständlich betrachtet wird. Zudem sei die Priorität auf die Sicherstellung der Landes- und Bündnisverteidigung höher anzusetzen als die reine Kostenersparnis.

Millionenverschwendung - Kontroverse Beschaffungspraktiken bei der Bundeswehr - das 15-fache für handelsübliche Batterien
Millionenverschwendung – Kontroverse Beschaffungspraktiken bei der Bundeswehr – das 15-fache für handelsübliche Batterien
Bild: Bundeswehr-FotosCC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Auch die Trennung der Kosten für Batterien und Einbau wird vom Ministerium als nicht praktikabel erachtet. Hierin sieht der Bundesrechnungshof allerdings eine Bestätigung seiner Kritik. Er führt weiter aus, dass die Bundeswehr andere Ausrüstungsgegenstände mit Batterien ausstattet, die sie günstig über Rahmenverträge bezieht. Es bleibt unverständlich, warum eine vergleichbare Regelung nicht auch für die Sprechsätze angewandt werden kann.


Schnell oder sparsam – Der endlose Streit um Bundeswehr-Ausgaben

Der Konflikt zwischen Finanzkontrolleuren und dem Verteidigungsministerium zeigt beispielhaft die Herausforderungen auf, die mit der Umsetzung der Zeitenwende verbunden sind. Während das Ministerium das Gebot der Schnelligkeit betont, legen die Prüfer Wert auf kosteneffiziente Lösungen. Die Debatte ist nicht neu und betrifft nicht nur Batterien, sondern auch größere Anschaffungen wie Waffenträger, Transporthubschrauber und Flugzeuge. Diese Diskussionen zeigen, dass große Konflikte oft im Detail liegen. Der Streit um die wirtschaftliche Beschaffung zieht sich hin – ein Ende ist nicht in Sicht. Dieser anhaltende Disput verbraucht nicht nur finanzielle Ressourcen, sondern auch administrative Energie, die anderweitig effektiver eingesetzt werden könnte.

In dieser Auseinandersetzung wird deutlich, dass die Bundeswehr auch in Zukunft mit den Herausforderungen einer effizienten und gleichzeitig schnellen Beschaffung konfrontiert sein wird. Die Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten wirtschaftlicher Beschaffung und den Anforderungen einer raschen Einsatzbereitschaft bleibt eine zentrale Herausforderung für die Streitkräfte und die mit ihnen verbundenen Verwaltungsstrukturen.

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