Preissteigerung für Strom bis 50 Cent pro kWh ab 2023

Eine aktuelle Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zeigt, dass die Strompreis im Jahr 2023 massiv steigen werden. Die Prognosen gehen von einer Preissteigerung auf bis zu 50 Cent pro Kilowattstunde für private Verbraucher aus (Merkur: 26.09.22). 


Schweizer Prognoseinstitut geht von 13-fach höherem Strompreis gegenüber 2019 aus

Das Schweizer Prognoseinstitut Prognos hat berechnet, dass bei einem dauerhaften Gaslieferstopp aus Russland die Preise für Strom im Jahresschnitt auf 500 Euro pro Megawattstunde (MWh) steigen werden. Damit würde sich der Strompreis um das 13-fache gegenüber dem Jahr 2019 erhöhen. Vor der Corona-Pandemie lag der jährliche Durchschnittspreis noch bei 38 Euro. Das Prognoseinstitut Prognos geht in der vorgelegten Studie nicht davon aus, dass die Preise für Strom zukünftig unter das Niveau vor 2020 fallen könnte.

Schweizer Prognoseinstitut geht von 50 Cent pro kWh ab 2023 aus Energieintensive durch Preissteigerung nicht mehr konkurrenzfähig
Schweizer Prognoseinstitut geht von 50 Cent pro kWh ab 2023 aus Energieintensive durch Preissteigerung nicht mehr konkurrenzfähig
Bild:RODALCO, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Keine Erholung beim Strompreis, solange Russland kein Gas mehr liefert

Das Schweizer Prognoseinstitut geht davon aus, dass Russland auch in den kommenden Jahren kein Gas mehr nach Deutschland liefern wird. In diesem Fall werden die Strompreise nach den Berechnungen dauerhaft über 500 Euro pro Megawattstunde liegen.

Vbw-Hauptgeschäftsführer Bettram Brossardt sagte zu der Prognose: „Die hohen Strompreise sind enorme zusätzliche Belastungen für die Unternehmen“, deshalb müsse die Bundesregierung dringend gegensteuern.  Brossardt fordert von der Ampelkoalition eine Absenkung der Stromsteuer auf das europarechtliche Mindestniveau, sowie die Einführung eines europäischen Industriestrompreises.

Wirtschaft fordert Senkung der Stromsteuer und Umgestaltung der Preisfindung an der Strombörse

Brossardt sprach sich auch für eine vorübergehende Änderung des Preismechanismus an der Strombörse aus. Dort richtet sich der Strompreis beim Merit-Order-Prinzip immer noch nach dem teuersten Kraftwerks. Aufgrund der hohen Gaspreise sind dies die Gaskraftwerke, die mit ihren hohen Produktionskosten den Strompreis nach oben ziehen. Deshalb schlägt er vor, die Preisbildung nach dem zweitteuersten Anbieter auszurichten. Dies könne den Strompreis bereits signifikant senken.


Energieintensive Unternehmen durch Preissteigerung am Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig

Für die energieintensiven Branchen ist die Lage in Deutschland derzeit äußerst brisant. Das zeigt ein Blick auf die Aluminium-Industrie. Diese benötigt zur Herstellung einer Tonne Aluminium rund 15 MWh Strom. Bei einem Preis von 500 Euro je MWh kostet alleine der Strom bereits 7500 Euro. Eine Tonne Aluminium kostet aktuell am Weltmarkt aber nur rund 2400 Euro. Damit sind deutsche Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig und müssen ihre Produktion entweder schließen oder ins kostengünstigere Ausland verlegen.

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