Photovoltaik-Installationsunternehmen stellt Betrieb ein: Alle Arbeitsplätze fallen weg

Die Krise in der deutschen Solarindustrie spitzt sich weiter zu. Ein weiteres Installationsunternehmen aus der Branche stellt endgültig den Betrieb ein. Die Energiehaus Blechinger GmbH vertreibt, plant und realisiert Projekte im Bereich Bau von Photovoltaikanlagen. Am 1. März endet die Produktion. 81 Beschäftigte stehen damit ohne Arbeit da. Das Unternehmen hatte bereits im November Insolvenz angemeldet. Trotz potenzieller Interessenten kam kein bindendes Übernahmeangebot zustande. Auch eine Lösung mit den Altgesellschaftern scheiterte. Eine Kernmannschaft von 40 Mitarbeitern arbeitet noch bis Ende des Monats an der Fertigstellung laufender Projekte. Danach beginnt der Verwertungsprozess, teilte Insolvenzverwalter Justus von Buchwaldt von der Restrukturierungskanzlei BBL mit (chip: 22.02.25).


Keine Rettung durch Investoren

Insolvenzverwalter Justus von Buchwaldt versuchte vergeblich, neue Kapitalgeber für das Photovoltaik-Installationsunternehmen zu finden. „Wir haben rund 50 potenzielle Investoren kontaktiert“, erklärte von Buchwaldt.

Krise in der Solarbranche - 81 Mitarbeiter des Installationsunternehmens Energiehaus Blechinger GmbH verlieren ihre Jobs
Krise in der Solarbranche – 81 Mitarbeiter des Installationsunternehmens Energiehaus Blechinger GmbH verlieren ihre Jobs

Trotz intensiver Gespräche kam kein verbindliches Kaufangebot zustande. Zudem sei auch eine Lösung mit den Altgesellschaftern nicht zustande gekommen. Damit blieb zum Schutz der Gläubiger keine Alternative zur Betriebsstilllegung. Auch die Webseite des Unternehmens ist mittlerweile nicht mehr erreichbar. Die 81 Mitarbeiter erhielten bis Ende Januar Insolvenzgeld und arbeiteten in den vergangenen drei Monaten rund 60 Aufträge ab.

Wirtschaftliche Hintergründe der Insolvenz

Das Photovoltaik-Installationsunternehmen Energiehaus Blechinger GmbH wurde erst 2022 gegründet, profitierte zunächst von der hohen Nachfrage nach privaten Photovoltaik-Dachanlagen und erzielte 2023 einen Umsatz von etwa 22,9 Millionen Euro. Doch im vergangenen Jahr brach der Umsatz erheblich ein. Konkrete Zahlen nannte der Insolvenzverwalter nicht. Trotz Sanierungsmaßnahmen, darunter die Schließung des zweiten Standorts in Hannover, konnte die Liquiditätskrise nicht abgewendet werden. Das Unternehmen spezialisierte sich auf den Vertrieb, die Planung und Realisierung von Photovoltaik-Anlagen. Doch hohe Kosten und sinkende Margen machten den Fortbestand unmöglich.

Auswirkungen auf die Solarbranche

Der Niedergang des Unternehmens zeigt, wie stark die deutsche Solarindustrie unter Druck steht. Hohe Produktionskosten und Konkurrenz aus dem Ausland erschweren die Lage. Viele Hersteller kämpfen mit schwindenden Margen. Ohne politische Unterstützung drohen weitere Werksschließungen und Arbeitsplatzverluste. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen.


Politische Reaktionen und Zukunftsaussichten

CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz kündigte Maßnahmen an, um die heimische Solarbranche zu stabilisieren. Er plant wirtschaftspolitische Schritte in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Abwanderung von Produktionsstandorten zu verhindern. Ob diese Maßnahmen greifen, bleibt abzuwarten. Die Branche hofft auf schnelle Entscheidungen, um weitere Insolvenzen zu vermeiden.

Ein Trend mit weitreichenden Folgen

Die steigende Zahl von Firmenpleiten zeigt, wie tief die Krise in bestimmten Industriezweigen reicht. Neben der Solarbranche kämpfen auch andere Sektoren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Bundesregierung steht unter Druck, Lösungen zu finden. Ohne gezielte Förderung könnten weitere Unternehmen vom Markt verschwinden. Für die betroffenen Mitarbeiter bleibt die Unsicherheit bestehen.

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Zuletzt aktualisiert am Januar 14, 2025 um 20:39 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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