Konzerne profitieren von Gasumlage

Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck ist die Gasumlage, die jeder Gaskunde ab Oktober bezahlen muss, die gerechteste Form, um die Gasversorgung in Deutschland sicherzustellen. Die veröffentlichte Liste, welche Unternehmen Geld aus der Gasumlage erhalten, zeigt aber, dass mehrere Konzerne, gar keine Unterstützung brauchen würden, sie aber dennoch erhalten.


Trading Hub Europe hat die Liste der Konzerne veröffentlicht, die Anspruch auf Zahlungen aus der Gasumlage stellen

Die Namen der Konzerne, die künftig von deutschen Gaskunden über die Gasumlage mit Milliardenzahlungen unterstützt werden, wurde von Trading Hub Europe (THE) bekannt gegeben. Trading Hub Europe organisiert die Umlage im Auftrag des Wirtschaftsministeriums. Insgesamt haben 12 Unternehmen Ansprüche auf Ausgleichszahlungen in Höhe von 34 Milliarden Euro als erste Prognose angemeldet (tradinghub.eu).

12 Konzerne aus der Energiebranche beantragen Unterstützung über die Gasumlage. Einige weisen dabei sogar noch Milliardengewinne auf
12 Konzerne aus der Energiebranche beantragen Unterstützung über die Gasumlage. Einige weisen dabei sogar noch Milliardengewinne auf

Auf der von THE im Internet veröffentlichten Liste stehen allerdings neben Unternehmen, die durch die Gaskrise in eine finanzielle Notlage geraten sind, aber auch Konzerne, die diese Milliardenhilfe aufgrund einer soliden Finanzlage eher nicht benötigen.


EnBW stellt Antrag trotz ausgewiesenem Milliardengewinn im ersten Halbjahr

Darunter fällt auch der Energieversorger EnBW, der trotz steigender Energiekosten dieses Jahr mit einem Milliardengewinn rechnet. Der Konzern hat gerade die Dividende für seine Aktionäre erhöht. Laut EnBW Chef, Frank Mastiaux, ist das finanzielle Risiko bei EnBW durch die Energiekrise „nicht klein, aber auch nicht existenziell“. Trotzdem hat die EnBW Tochtergesellschaft VNG Geld aus der Gasumlage beantragt.

Österreichischer Energiekonzern OMV hat Gewinn im ersten Halbjahr verdoppelt und will trotzdem Geld aus der Gasumlage

Auch der österreichische Energiekonzern OMV gehört zu den Antragstellern. OMV hat aber von den hohen Öl- und Gaspreisen stark profitiert und seinen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt.


Schweizer Energieversorger Axpo wil ebenfalls Geld aus deutscher Gasumlage

Der Energieversorger Axpo aus der Schweiz hat ebenfalls Ansprüche aus der Gasumlage angemeldet.  Die Halbjahreszahlen von Axpo fielen zwar geringer aus als im Vorjahr, es blieb aber immer noch ein Gewinn von rund einer halben Milliarde Schweizer Franken übrig. Axpo Konzernchef Christoph Brand spricht sogar von einem „guten Ergebnis in stürmischen Zeiten“.

Gunvor aus Zypern gehörte vor den Sanktionen teilweise noch einem russischen Eigner auf der Sanktionsliste

Mit Gunvor will auch das viertgrößte Ölhandelsunternehmen der Welt Geld aus der Gasumlage. Gunvor hat seinen Sitz in Zypern und gehörte vor den Sanktionen gegen Russland einem Schweden und seinem russischen Partner Gennadi Timtschenko. Timtschenkos steht auf der westlichen Sanktionsliste, deshalb hat er einen Anteil an den schwedischen Partner verkauft.


RWE verzichtet auf Gasumlage, meldet aber dennoch Ansprüche an, falls die Dinge sich ändern

Auf der veröffentlichten Liste steht auch die RWE-Tochter RWE Supply & Trading GmbH. RWE hat allerdings bereits angekündigt, die Gasumlage nicht in Anspruch zu nehmen. Laut RWE hat das Unternehmen seine Tochter als Vorsichtsmaßnahme nur formal gelistet, falls „die Dinge sich ändern“ sollten.

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