EU-Kommission sieht Energiepreise noch lange auf hohem Niveau

Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Energiepreise mindesten bis 2023 hoch und volatil bleiben. Einen entsprechenden Bericht zur Entwicklung der Energiepreise will die Kommission bis Ende März veröffentlichen


EU-Kommission geht von weiter steigenden Energiepreisen aus

In einem Entwurf dazu geht die Kommission davon aus, dass die hohen Preise für Strom, Gas und Kraftstoffe die Inflation weiter antreiben wird und sich deshalb die Kosten für die privaten Verbraucher und Unternehmen weiter erhöhen werden. Im entsprechenden Entwurf heißt es dazu: „Die Energiepreise geben in der gesamten EU weiterhin Anlass zu großer Sorge. Hohe und volatile Gaspreise, die stark von der hohen globalen Nachfrage und den zunehmenden geopolitischen Spannungen beeinflusst werden, treiben die Strompreise in die Höhe“.

EU-Kommission sieht Energiepreise noch lange auf hohem Niveau. Inflation wird aufgrund gestiegener Energiepreise 2022 weiter steigen.
EU-Kommission sieht Energiepreise noch lange auf hohem Niveau. Inflation wird aufgrund gestiegener Energiepreise 2022 weiter steigen.
Bild; EmDee, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Russlandkrise verschärft die Situation

Der Treiber für die hohen Energiekosten wären die stark gestiegenen Gaspreise, die sich in Folge der sich verschlechternden Beziehungen zu Russland noch weiter erhöhen könnten. Deshalb sei auch bis Ende des Jahres kaum mit einer Entlastung zu rechnen.

Weiter heißt es in Entwurf: „Angesichts der historisch niedrigen Gasspeicher in der EU und der Sorgen um die Versorgungssicherheit, die mit der geringen Belastung der östlichen Gaspipelines zusammenhängen, erleben wir eine wachsende Gaskrise im Vergleich zum Zeitpunkt der Mitteilung der Kommission vom letzten Oktober“.


Hohe Preissteigerung bei Gas und Strom

Die Preissteigerung bei den Großhandelspreisen betrugen verglichen zum Vorjahr bei Gas rund 400 Prozent und für Strom gut 260 Prozent. Damit erhöhten sich, laut Bericht, die Preise für die Endkunden bei Gas um 51 Prozent und bei Strom um 30 Prozent.

Der Bericht stellt auch fest, dass energieintensive Industrien durch die gestiegenen Energiekosten ihre gestiegenen Produktionskosten an die Verbraucher weitergeben und sich dadurch die Preise für ihre Güter, einschließlich Lebensmittel, erhöhen werden. Dies treffe in erster Linie schwache Haushalte, die einen höheren Anteil ihres Gesamteinkommens für Energie ausgeben müssen.

Maßnahmenkatalog soll Belastung reduzieren

Zur Reduzierung der finanziellen Belastung listet der Entwurf verschiedene Maßnahmen auf. Dazu gehören;

  • Der Aufbau von Kapazitäten für erneuerbare Energien
  • Die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen
  • Die Unterstützung der betroffenen Haushalte und Unternehmen.
  • Die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der europäischen Gasversorgung
  • Eine gesetzliche Verpflichtung für die EU-Länder bis zum 30. September eines Jahres ein Mindestmaß an Gasspeichern zu gewährleisten.

Extra Plan „Gas für Winter“

In einem separaten Plan „Gas für den Winter“ sieht das Papier eine Diversifizierung der Gasversorgung vor. Die EU will damit weniger Abhängigkeit vom russischem Leitungsgas erreichen und mehr deshalb mehr Flüssigerdgas (LNG) aus anderen Ländern beziehen.

Dazu will die EU auch ein Pilotprojekt starten und die Netzbetreiber bei der gemeinsamen Beschaffung unterstützen. Ziel ist es dabei, die Speicher europaweit auf ein strategisches Mindestniveau zu füllen.

EU-Kommission schließt gestiegene CO₂-Kosten als Preistreiber aus

Die EU-Kommission schließt aber aus, dass die gestiegenen Preise für CO₂-Zertifikate Ursache der hohen Energiekosten sind. „Der Effekt der steigenden Gaspreise auf die Strompreise ist etwa achtmal größer als der Effekt des Kohlenstoffpreises“, heißt es dazu in dem Entwurf.


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