Einbruch bei der Nachfrage von Wärmepumpen – Viessmann schickt 4000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Viessmann, einer der führenden Anbieter von Wärmepumpen, kämpft derzeit mit einer schwachen Nachfrage und schickt 4000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Vor anderthalb Jahren wurde der Wärmepumpen-Bereich spektakulär verkauft, doch nun ist der Ex-Chef fassungslos. Er beschuldigt Politik und Medien der Polarisierung und des Populismus. Der zuständige Minister Robert Habeck ist vor einiger Zeit zurückgerudert und erklärte, das Ganze sei nur ein Test gewesen (business-punkt: 02.07.24).


Viessmann setzt 4000 Mitarbeiter auf Kurzarbeit – Ölheizungen boomen

Die Energiewende im Gebäudebereich erlebt einen Rückschlag. Hausbesitzer steigen nicht mehr auf klimafreundliche Heizsysteme um. Stattdessen boomen Ölheizungen, während kaum noch jemand Interesse an energieeffizienten Gebäudehüllen zeigt. Jüngste Meldungen der Heizungsbauer und Gebäudesanierer bestätigen diesen Trend.

Auftragsrückgang bei Wärmepumpen -  Branchenriese Viessmann schickt 4000 Mitarbeiter in Kurzarbeit – Ölheizungen boomen
Auftragsrückgang bei Wärmepumpen – Branchenriese Viessmann schickt 4000 Mitarbeiter in Kurzarbeit – Ölheizungen boomen
Bild: PantheraLeo1359531CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die dramatischste Nachricht betrifft Viessmann. Im hessischen Allendorf, wo die Werke seit dem Verkauf an den US-Konzern Carrier unter dem Namen Viessmann Climate Solution firmieren, gilt seit dieser Woche Kurzarbeit für einen Teil der 4000 Mitarbeiter. Betroffen sind sowohl die Heizungsbauer als auch der Verwaltungsbereich. Diese Maßnahme ist bis Ende August geplant. Viessmann ist seit dem Verkauf mit sieben Prozent an Carrier beteiligt. Beide Seiten hatten sich von dem Deal mehr erhofft, als sich in den ersten anderthalb Jahren realisierte.

Weitere Branchengrößen melden Kurzarbeit an

Neben Viessmann haben auch andere Branchengrößen wie Vaillant und Stiebel Eltron Kurzarbeit angemeldet. Vor anderthalb Jahren investierten alle noch optimistisch in die Zukunft der Wärmepumpen oder verkauften, wie das Familienunternehmen Viessmann, den Bereich mit großen Erwartungen. Carrier Global überzeugte damals mit dem Argument, Erfahrung in der Produktion hoher Stückzahlen zu haben. Doch die Realität sieht anders aus. Max Viessmann äußerte sich kürzlich: „Was rund um die Wärmepumpe passiert ist, ist an Dramatik nicht zu überbieten. Eine Technologie, die nachweislich effizienter ist und Vorteile hat, wurde kaputtgeredet. Was an Mythen verbreitet wurde, an Polarisierung und Populismus stattgefunden hat, hat mich fassungslos gemacht.“


Absatzrückgang im ersten Quartal 2024

Die Verkaufszahlen der Heizungsbauer sind alarmierend. Im ersten Quartal 2024 ging der Absatz in Deutschland um fast ein Drittel zurück. Laut dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) sank der Absatz um 29 Prozent auf 217.500 Anlagen. Besonders betroffen ist der Verkauf von Wärmepumpen, der um mehr als die Hälfte (minus 52 Prozent) einbrach. Biomasse-Anlagen verzeichneten einen Rückgang von 81 Prozent. Auch Gasheizungen erlitten ein Minus von 17 Prozent. Einzig der Absatz von Ölheizungen stieg um 27 Prozent auf 27.500 Anlagen.

Von den angestrebten 500.000 Wärmepumpen pro Jahr, die der grüne Bundesklimaminister Robert Habeck als Ziel ausgegeben hatte, sind nach aktuellen Schätzungen nur etwa 200.000 realisierbar. Habeck räumte bei einem Bürgergespräch ein, dass er mit seinen Maßnahmen zum Heizgesetz über das Ziel hinausgeschossen sei. Der Vizekanzler erklärte: „Die Debatte um das Gebäudeenergiegesetz, also wie heizen wir in Zukunft, war ja auch ehrlicherweise ein Test, wie weit die Gesellschaft bereit ist, Klimaschutz – wenn er konkret wird – zu tragen.“

Widerstände gegen Klimaschutzmaßnahmen

Die Unsicherheit in der politischen Debatte und fehlende Fördergelder haben zu einem Rückgang der Aufträge bei den Heizungsbauern geführt. Der Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle, der die Hersteller von Bauprodukten für energetische Sanierungen vertritt, stellte in einer Umfrage fest, dass 36,3 Prozent der Befragten es nicht für notwendig halten, weitere CO₂-Emissionen einzusparen. Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands, kommentierte: „Die Angst vor Veränderungen und dem Verlust von Wohlstand sind offenkundig größer als das Interesse am Klimaschutz. Bei den wichtigen Projekten wie der energetischen Sanierung des Gebäudebestands steckt schon länger viel Sand im Getriebe.“

Die Situation zeigt deutlich, dass die Umsetzung der Energiewende im Gebäudebereich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist. Eine umfassende und klar kommunizierte Strategie ist nötig, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen und die notwendigen Schritte zum Klimaschutz voranzutreiben.

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