Chef der Weltklimakonferenz sieht Kernkraft als Teil der Klimaschutzstrategie

Beim Petersberger Klimadialog, einem internationalen Zusammentreffen von über 40 Ministern in Berlin zur Vorbereitung der Weltklimakonferenz, zeigten sich die unterschiedlichen Ansätze der Gastgeber. Während Deutschland auf nahezu ausschließlich auf erneuerbare Energien, wie Wind und Sonne setzt, verfolgt Dubai auch den Einsatz von Kernenergie. Trotz der scheinbaren Einigkeit im Klimaschutz waren die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Veranstaltern unübersehbar. Die deutsche Bundesaußenministerin Annalena Baerbock von den Grünen und Ahmed al-Dschaber, Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate und zukünftiger Präsident der Weltklimakonferenz in Dubai, repräsentierten die stark unterschiedliche Positionen (FAZ: 03.05.23).


Unterschiedliche Ansichten bei Weltklimakonferenz zur Bekämpfung des Klimawandels

Während der finalen Pressekonferenz im Auswärtigen Amt, betonten beide Seiten ihre gegenseitige Wertschätzung, wobei der zukünftige Präsident der Weltklimakonferenz Baerbock als seine „Freundin“ bezeichnete. Sie unterstrichen die Notwendigkeit, den Klimawandel durch die Reduzierung von CO₂-Emissionen zu bekämpfen. Allerdings gab es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der genauen Umsetzung dieses Ziels, was in subtilen Unterschieden zum Ausdruck kam.

Zukünftiger Präsident der Weltklimakonferenz setzt auf Kernkraft zum Klimaschutz. Deutschland setzt ausschließlich auf erneuerbare Energien
Zukünftiger Präsident der Weltklimakonferenz setzt auf Kernkraft zum Klimaschutz. Deutschland setzt ausschließlich auf erneuerbare Energien
Bild: Junktuner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien zur Bewältigung der Klimakrise, ähnlich wie es Deutschland tut. Sie befürwortet die Festlegung konkreter Ziele für erneuerbare Energien auf der bevorstehenden Klimakonferenz im Dezember. Bundeskanzler Olaf Scholz konkretisierte, dass eine Verdreifachung des Ausbaus erneuerbarer Energien bis 2030 denkbar wäre. Diese Maßnahme könnte ein starkes Signal an die Wirtschaft und die Finanzwelt senden, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Baerbock betonte, dass der Weltklimarat IPCC erneut darauf hingewiesen hat, wie weit wir von dem Ziel entfernt sind, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Um dieses Ziel doch noch erreichen zu können, wäre eine Halbierung des weltweiten CO₂-Ausstoß bis 2030 erforderlich.


Baerbocks Fokus liegt ausschließlich auf erneuerbare Energien

Baerbock verwies auf Deutschland als Beispiel: Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen, im Vergleich zu den bisherigen 50 Prozent. Sie versicherte, dass Deutschland bis dahin aus der Kohleverstromung aussteigen wird. Allerdings sieht das aktuelle Gesetz zum Kohleausstieg das Jahr 2038 vor, und im Koalitionsvertrag ist lediglich von einem „idealen“ Ausstieg bis 2030 die Rede. Sowohl die ostdeutschen Braunkohleregionen als auch die dortigen Bundesländer zeigen bisher keine Anzeichen dafür, den Ausstieg acht Jahre vorzuziehen.

Baerbock betont die Bedeutung von Wind- und Solarenergie, da sie glaubt, dass diese Energiequellen besonders für aufstrebende und sich entwickelnde Länder attraktiv sind, die bei der Reduzierung von Emissionen noch Nachholbedarf haben. Sie argumentiert, dass diese Arten der Stromerzeugung „kostengünstiger als alle anderen Energiequellen sind und sofort überall verfügbar“ sind. Deutschland verfügt allerdings nur über begrenzte eigene fossile Ressourcen und muss diese hauptsächlich aus wenigen Ländern, insbesondere aus Russland, importieren.

Zukünftiger Präsident der Weltklimakonferenz betont weiterhin Rolle fossiler Brennstoffe und Kernkraft

Die Vereinigten Arabischen Emirate, die ihren Wohlstand hauptsächlich aus dem Öl- und Gasreichtum schöpfen, haben eine andere Perspektive. Obwohl al-Dschaber offen für Baerbocks Vorschläge war und ehrgeizige Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien ankündigte, betonte er auch, dass fossile Brennstoffe weiterhin eine Rolle spielen werden, um den weltweiten Energiebedarf zu decken. Er betonte die Notwendigkeit, den CO₂-Ausstoß in allen Sektoren zu reduzieren, einschließlich Öl, Gas und der Schwerindustrie.

Er betonte, dass bekannte Technologien angewendet und neue Techniken erforscht werden müssen. Der Scheich, der auch Vorstandsvorsitzender einer staatlichen Ölgesellschaft ist, erwähnte ausdrücklich die Verdopplung der Wasserstoffproduktion sowie die Abscheidung und Verpressung von CO₂ aus Erdgas, auch bekannt als CCS-Verfahren. Diese Methode wird von den Grünen stark abgelehnt. Darüber hinaus wird es Baerbock und ihrer Partei nicht gefallen haben, dass sich ihr Mitgastgeber offen für eine „Ausweitung der Kernkraft“ aussprach, um Energiesicherheit, erschwingliche Preise und den Klimaschutz zu gewährleisten.


Deutschland verpflichtet sich zur Klimafinanzierung

Es herrschte jedoch Einigkeit darüber, dass mehr öffentliches und privates Kapital für die Finanzierung des Klimaschutzes in ärmeren Ländern erforderlich ist. Deutschland hat angekündigt, bis 2025 sechs Milliarden Euro dafür bereitzustellen. Baerbock gab bekannt, dass im Oktober in Bonn eine „Wiederauffüllungskonferenz“ für den Grünen Klimafonds (GCF) stattfinden wird. Scholz bestätigte, dass Deutschland dort zwei Milliarden Euro einzahlen werde.

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