Deutschland – Ende Juli 2026 verschärfen Banken die Kreditvergabe an deutsche Autozulieferer. Sinkende Bestellungen der Autobauer treffen dabei auf hohe Kosten für neue Antriebe, Software und moderne Produktionsanlagen. In einer VDA-Umfrage unter rund 40 Unternehmen bezeichneten 44 Prozent das Verhalten ihrer Banken als restriktiv. Weitere 22 Prozent berichteten sogar von einer ablehnenden Haltung. Besonders gefährdet sind deshalb mittelständische Betriebe mit niedrigen Margen und hoher Verschuldung. Ihnen drohen Liquiditätsprobleme, Stellenabbau und weitere Insolvenzen.
Sparprogramme der Autobauer erreichen die Zulieferer
Volkswagen, BMW und Mercedes senken ihre Ausgaben, weil Absatz und Gewinne zurückgehen. Deshalb bestellen die Hersteller geringere Mengen und verlangen zugleich niedrigere Preise. Viele Zulieferer können ihre eigenen Kosten jedoch nicht im gleichen Tempo reduzieren.

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Gleichzeitig müssen die Unternehmen Milliarden in Elektromobilität, Elektronik und Automatisierung investieren. Diese Ausgaben lassen sich jedoch kaum allein aus laufenden Gewinnen finanzieren. Eine restriktive Kreditvergabe kann deshalb bereits geplante Investitionen verzögern oder vollständig verhindern.
Kreditvergabe trifft auf sinkende Margen
Laut einer Studie von Berylls und AlixPartners erzielten die 100 größten Autozulieferer 2025 zusammen rund 1,085 Billionen Euro Umsatz. Ihre durchschnittliche operative Marge sank jedoch auf 5,2 Prozent. Gleichzeitig fiel die Investitionsquote auf den niedrigsten Stand seit mindestens acht Jahren.
Kleinere Betriebe besitzen außerdem seltener große Rücklagen oder ein breit gestreutes Kundengeschäft. Kurzfristig gekürzte Abrufe führen deshalb schnell zu steigenden Lagerbeständen und fehlenden Einnahmen. Atradius-Manager Frank Schumacher beschreibt die Lage mit den Worten: „Dann ist das Lager auf einmal voll und die Kasse leer.“
Banken prüfen Schulden und Geschäftsmodelle strenger
Banken achten bei der Kreditvergabe besonders auf das Verhältnis von Schulden zum operativen Ergebnis. Sinkende Gewinne verschlechtern diese Kennzahl jedoch auch dann, wenn ein Unternehmen keine neuen Verbindlichkeiten aufnimmt. Kreditinstitute verlangen deshalb häufiger zusätzliche Sicherheiten, kürzere Laufzeiten und detaillierte Sanierungspläne.
Die verschärften Prüfungen treffen besonders Zulieferer mit hoher Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor. Gleichzeitig benötigen gerade diese Unternehmen viel Kapital für den Umbau ihrer Produktion. Zukunftsfelder wie Leistungselektronik, Thermomanagement und Fahrzeugsoftware verbessern dagegen die Finanzierungschancen.
Insolvenzen können ganze Lieferketten treffen
Falkensteg zählte im ersten Quartal 2026 acht Großinsolvenzen im deutschen Automotive-Bereich. Im Vorjahresquartal waren es zwar 16 Fälle. Dennoch lag die Gesamtzahl der größeren Unternehmensinsolvenzen weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
Große Konzerne können die Belastungen häufig besser verteilen, weil sie mehrere Geschäftsfelder und internationale Kunden besitzen. Mittelständische Spezialisten haben diesen Schutz jedoch meist nicht. Fallen wichtige Lieferanten aus, drohen deshalb auch Fahrzeugherstellern Produktionsunterbrechungen und höhere Beschaffungskosten.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: WirtschaftsWoche (31.07.26) – KfW Research (07.07.26) – Berylls by AlixPartners (Stand: 31.07.26)
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