Deutsche nicht auf Blackout vorbereitet

Ohne Strom geht in unserer modernen Welt so gut wie gar nichts mehr. Aber was passiert, wenn der Strom einmal länger ausfällt? Eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox hat jetzt ergeben dass die meisten Deutsche nicht auf einen Blackout vorbereitet sind.


Die Studie basiert auf Umfragen im November 2019 und September 2021. Dabei wurden bundesweit 1.000 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Die Umfrage ist damit bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.

Deutsche nicht auf Blackout vorbereitet. Nur 19 Prozent haben Vorbereitungen für einen längeren Blackout getroffen
Deutsche nicht auf Blackout vorbereitet. Nur 19 Prozent haben Vorbereitungen für einen längeren Blackout getroffen

Zwei Drittel der Bevölkerung hält Stromversorgung in Deutschland für sicher

67 Prozent der Befragten hält die Stromversorgung in Deutschland für sicher. Dabei gehen die Meisten nicht davon aus dass der Strom einmal für mehrere Tage ausfallen könnte. Zur Versorgungssicherheit veröffentlicht die Bundesnetzagentur in regelmäßigen Abständen den SAIDI (System Average Interruption Duration Index), der die Anzahl und durchschnittliche Dauer von Stromausfällen in Deutschland widerspiegelt. Beim Thema Versorgungssicherheit verweisen Behörden oft auf diesen Index um zu begründen, dass unsere Stromversorgung sicher sei.

Dieser Index bezieht sich allerdings nur auf zurückliegende Stromausfälle aufgrund von Unwettern, Unfällen bei Bauarbeiten, technischen Defekten in Verteileranlagen oder Netzabschaltungen bei Reparatur und Wartungsarbeiten. Zukünftige drohende Stromausfälle aufgrund von Versorgungsengpässen durch die Abschaltung weiterer Atom- und Kohlekraftwerke oder Dunkelflaute bei Windkraft- und Solaranlagen berücksichtigt dieser Index allerdings nicht.

Beim diesem Index handelt es sich nur um Durchschnittswerte für ein ganzes Jahr. Für das Jahr 2020 wurden dabei 162.224 Stromausfälle registriert, die eine durchschnittliche Dauer von weniger als eine Viertelstunde hatten. Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, im Sommer 2021, hat aber tausende Haushalte getroffen, die wochenlangen ohne Strom auskommen mussten.


Durch Flutkatastrophe halten mehr Menschen einen längeren Stromausfall für möglich

Durch die Katastrophe ist auch mehr Menschen klar geworden wie abhängig wir von einer zuverlässigen Stromversorgung sind. Bei der Befragung von Verivox hielten es 32 Prozent der Befragten für wahrscheinlich, dass die Stromversorgung auch an ihrem Wohnort ausfallen könnte. Das sind 7 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor.

Dabei gehen 52 Prozent davon aus, dass Naturkatastrophen der Auslöser sein könnten. 38 Prozent halten veralteten Stromnetzen und Cyber-Angriffe für eine Möglichkeit, die zu Stromausfällen führen könnten. Lediglich 16 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass Versorgungsengpässe durch die Energiewende einen Stromausfall auslösen könnte.

Mehrheit bezweifelt, dass Behörden auf einen Blackout vorbereitet sind

57 Prozent der Befragten bezweifeln allerdings auch, dass unsere Behörden ausreichend auf einen Blackout vorbereitet sind. Lediglich 19 Prozent glauben, dass die staatlichen Institutionen einen Blackout gut meistern werden. Tatsächlich gibt es keinen bundesweiten Notfallplan für für großflächige Stromausfälle und die betroffenen Organisationen, wie Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungskräfte und Polizei üben diesen Fall auch nicht, wie dies zum Beispiel in Österreich dies der Fall ist.


Auf Blackout vorbereitet? – nur wenige haben private Vorsorge getroffen

Mit 61 Prozent der Befragten gibt eine Mehrheit an, dass sie eine private Vorsorge für einen Blackout für sinnvoll halten. Aber 65 Prozent haben sich noch nie mit den drehenden Folgen eines Blackouts befasst. Nur 35 Prozent haben sich bereits mit den Folgen eines Blackouts beschäftigt. Aber nur 55 Prozent dieser Gruppe, bzw. ca. 19 Prozent aller Befragten, hat auch konkrete Vorbereitungen für einen Stromausfall getroffen.

Bei den bereits getroffenen Maßnahmen haben 63 Prozent Kerzen oder Taschenlampen besorgt. 60 Prozent haben Lebensmittelvorräte und 46 Prozent Wasservorräte angelegt. 24 Prozent haben sogar einen mobilen Stromerzeuger angeschafft.

Nur etwa 41 Prozent aller Befragten hat eine Dokumentenmappe mit wichtigen Dokumenten vorbereitet und nur 27 Prozent hat eine Erste-Hilfe-Ausrüstung im Haushalt.

Ratgeber wie Sie sich auf einen Blackout vorbereiten können

Wie Sie sich auf einen langanhaltenden Stromausfall vorbereiten können erfahren Sie in unseren Ratgebern.

Zuletzt aktualisiert am September 27, 2022 um 6:16 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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