Desertec – der gescheiterte Versuch Europa mit Strom aus Afrika zu versorgen

Das Projekt Desertec hatte das Ziel, den Energiebedarf in Europa durch die Nutzung erneuerbarer Energien aus der Sahara zu decken. Hierfür war vorgesehen, in der Sahara Solar- und Windparks zu errichteten, um die gewonnene Energie per Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) nach Europa zu transportieren. Das Projekt ist allerdings sowohl technisch als auch wirtschaftlich gescheitert (FAZ: 14.10.2014). Trotzdem kommen in letzter Zeit immer wieder Ideen auf, ähnliche Projekte zur Wasserstofferzeugung zu starten.


Desertec: Das gescheiterte Projekt zur Nutzung erneuerbarer Energien aus der Sahara

Das Projekt Desertec wurde im Jahr 2003 von einer Gruppe von Wissenschaftlern, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern ins Leben gerufen. Die Desertec Industrial Initiative (DII) war das Hauptunternehmen hinter dem Projekt und setzte sich aus mehr als 20 Unternehmen und Organisationen aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten zusammen. Das Projekt wurde von der Desertec Stiftung und der Desertec University Network (DUN) unterstützt.

Das Projekt Desertec ist jedoch gescheitert und existiert derzeit nicht mehr. Die Desertec Industrial Initiative wurde im Jahr 2013 aufgelöst und die Desertec Stiftung sowie die Desertec University Network sind ebenfalls nicht mehr aktiv.

Desertec scheiterte sowohl technisch als auch wirtschaftlich

Es ist schwierig zu sagen, wie viel Geld das Projekt Desertec insgesamt genau gekostet hat, da das Projekt nie vollständig umgesetzt wurde. Es gibt auch keine verlässlichen Angaben darüber, wie viel Geld tatsächlich ausgegeben wurde. Letztendlich haben aber alle Investoren ihr Geld unwiederbringlich verloren.

Desertec: Das gescheiterte Projekt zur Nutzung erneuerbarer Energien aus der Sahara. Unüberwindbare Hürden für ein grünes Energieprojekt
Desertec: Das gescheiterte Projekt zur Nutzung erneuerbarer Energien aus der Sahara. Unüberwindbare Hürden für ein grünes Energieprojekt

Das Projekt Desertec war jedoch von Anfang an als sehr kostenintensiv geplant. Die Schätzungen reichten von einem Gesamtinvestitionsvolumen von 400 bis 500 Milliarden Euro. Das Projekt sollte über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten umgesetzt werden, wodurch sich die Gesamtkosten noch erhöht hätten.


Massive Probleme bei der Energieübertragung und der Standortfindung

Eines der technischen Probleme bei dem Projekt Desertec war die Übertragung der Energie aus der Sahara nach Europa. Die Übertragung von großen Mengen an Energie über große Entfernungen stellt immer eine Herausforderung dar und erfordert die Nutzung von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) Technologien. Für das Projekt war geplant, HGÜ-Leitungen über eine Entfernung von mehr als 6.000 km zu verlegen, was zu zusätzlichen technischen Herausforderungen führte.

Ein weiteres technisches Problem war die Suche nach geeigneten Standorten für Solar- und Windparks in der Sahara. Es war schwer Standorte zu finden, die ausreichend Sonnen- und Windenergie boten, aber auch umweltverträglich und sozial akzeptabel waren. Dies stellte sich als schwierig heraus, da viele Gebiete in der Sahara bereits von anderen Nutzungen wie Landwirtschaft oder Bergbau beansprucht werden. Die betroffenen Länder stellten auch Ansprüche, den dort erzeugten Strom für sich selbst zu nutzen.

Unüberwindbare Hürden für ein ambitioniertes Energieprojekt

In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts gab es ebenfalls Herausforderungen, zum Beispiel eine ausreichende Finanzierung zu sichern. Zudem gab es Unsicherheiten in Bezug auf die Energiepreise und die Regulierung des Energiehandels zwischen Europa und Afrika, was die Wirtschaftlichkeit des Projekts weiter erschwerte.

Insgesamt waren die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bei Desertec zu groß und das Projekt wurde letztendlich vollständig aufgegeben. Trotz des Scheiterns kommen in letzter Zeit aber immer wieder Stimmen auf, das Projekt neu zu beleben, diesmal zur Produktion von Wasserstoff. Die Probleme dabei dürften allerdings ähnlich unüberwindbar sein.

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