Zu wenig Strom für E-Autos

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) bezweifelt, dass die E-Mobilität sich alleine mit erneuerbare Energien durchsetzen kann. Es gibt, seiner Meinung nach, dazu einfach zu wenig Strom für E-Autos. Die Stromerzeugung der Erneuerbaren reicht nach seinen Untersuchungen nicht aus den Bedarf zu decken.


Ampel Koalition sieht 15 Millionen E-Autos bis 2030 auf deutschen Straßen vor

Die FDP hat im Koalitionsvertrag der neuen Ampel-Regierung das Verbot für Verbrennungsmotoren noch abwenden können. Das heißt jedoch nicht, dass diese in Zukunft weiter mit Kraftstoffen auf fossiler Basis betrieben werden können. Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren sollen vielmehr synthetische Kraftstoffe zum Einstz kommen. Allerdings liegt der Fokus nach wie vor auf dem Elektroauto. Das Ziel von SPD und FDP ist es mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw bis 2030 auf deutschen Straßen zu haben. Mit der Abschaltung der letzten Kohlekraftwerke und dem vorgezogenen Kohleausstieg muss der Strom dazu dann aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bezweifelt allerdings, dass dies gelingen wird. Nach seiner Ansicht wird es ohne Atomkraft nicht funktionieren.

Zu wenig Strom für E-Autos. Autoexperte Dudenhöffer bezweifelt das Strom aus erneuerbaren Energiequellen für E-Autos ausreicht.
Zu wenig Strom für E-Autos. Autoexperte Dudenhöffer bezweifelt das Strom aus erneuerbaren Energiequellen für E-Autos ausreicht.

„Da Deutschland und die Welt vermutlich zur Winterzeit lange mit dem Virus leben müssen, wird eine Trendumkehr hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln noch weniger wahrscheinlich. Es macht also viel Sinn, auch in Zukunft mit steigenden Pkw-Beständen und damit Pkw-Dichten zu rechnen“, schreibt Dudenhöffer in einem Strategiepapier. Dudenhöffer geht von einen Pkw-Bestand von 55,8 Millionen Fahrzeugen bis 2050 aus. Das wären fast 8 Millionen Fahrzeuge mehr als heute.

Strom aus erneuerbaren Energiequellen reicht nicht zur Versorgung der E-Autos aus

Im Schnitt werden private PKWs in Deutschland etwa 14 Jahre lang gefahren. Deshalb werden die aktuellen Verbrenner auch nicht so schnell verschwinden. Aber Dudenhöfer geht davon aus, dass mehr und mehr Autofahrer in den nächsten Jajhren auf ein Elektroauto umsteigen werden. Bis zum Jahr 2030 geht er davon aus das 80 Prozent des Fahrzeugbestands batteriebetriebene Elektroautos sein werden.

„Damit verschwinden die Verbrenner Stück für Stück aus den Beständen und zwischen 2045 und 2050 dürften auch in den Pkw-Beständen 95 plus x Prozent der Fahrzeuge BEV sein“, sagt Dudenhöffer.


Strombedarf für E-Autos viel zu niedrig angesetzt

Dabei geht Dudenhöffer davon aus, dass die Stromerzeugung durch Wind, Wasser und Sonne nicht ausreichen wird um den Strombedarf decken. Den vom Fraunhofer-Institut ermittelten zusätzlichen Bedarf von 44 Terawattstunden (TWh) für den Pkw-Verkehr bis zum Jahr 2030, hält Dudenhöffer für viel zu niedrig. Nach seinen Berechnungen müsste der Bedarf mindestens dreimal so hohen angesetzt werden.

Kein Durchbruch bei E-Mobilität ohne Atomstrom

Laut Dudenhöffer Untersuchung müsste man in Deutschland bis zum Jahr 2050 mindestens 39.000 neue Windkraftanlagen aufstellen um den Bedarf zu decken. Das sind mehr als es heute in Deutschland bereits gibt. Deshalb erscheint es ihm auch nicht machbar, denn schon heute reichen die ausgewiesenen Flächen nicht um diese Anzahl neuer Anlagen unterzubringen. Deshalb empfiehlt Dudenhöffer weiter auf Atomkraft zu setzen. Moderne Kernkraftwerke stuft er als viel sicherer als früher ein und auch das Atommüllproblem sieht er durch die mögliche Aufbereitung nicht mehr so problematisch an. Auch bei der neuen Bundesregierung macht er sich damit nicht beliebt.  Im Koalitionsvertrag steht unmissverständlich „Am deutschen Atomausstieg halten wir fest“ und das gilt auch, wenn die EU die Atomkraftwerke als nachhaltig einstuft.

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